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Mit deutschen Tugenden

Der Endspurt im Autojahr 2014 gerät zum Wettlauf der Kleinwagen. Der aktualisierte VW Polo, Opel Corsa, Mazda2, Skoda Fabia und Renault Twingo wurden bereits vorgestellt. Vom ebenfalls neuen, mit dem Twingo verwandten Smart gibt’s demnächst wieder einen Viertürer, und auch der auf dem Pariser Salon Anfang Oktober erstmals gezeigte Hyundai i20 steht gewissermaßen in den Startlöchern.

Er kommt zunächst als Viertürer mit großer Heckklappe in den vier Ausstattungsstufen i20, Classic, Trend und Style. Der künftige Einstiegspreis liegt mit 11 950 Euro um vier Hunderter unter dem bisherigen Grundtarif, womit Hyundai sein Prinzip vom attraktiven Preis-Leistungsverhältnis bekräftigen will. Im März 2015 soll die zweitürige Ausführung folgen, die dann auch auf den Zunamen Coupé hören und die Basis bilden wird für das Sportgerät in der Rallye-WM.

In Rüsselsheim für
Europa entwickelt

Ab sofort ist mit Frühbucherrabatt die sogenannte Intro-Edition auf Basis des Trends für 15 750 Euro im Angebot. Sie bringt neben elektrischen Außenspiegeln und Fensterhebern rundum, Tempomat, Nebellampen, CD-Radio, beheizbarem Lenkrad und Schaltknauf aus Leder, Sitzheizung vorn und Einparkhilfe hinten zu-dem 16-Zoll-Alufelgen, LED-Tagfahrlicht, Klimaautomatik mit Handschuhfach-Kühlung sowie Licht- und Regensensor mit. Hyundais Marketingexperten haben daraus einen Kundenvorteil von 1200 Euro ermittelt.

Die zweite Auflage des Koreaners aus Europa, deren Design und Technik in Rüsselsheim entstanden ist und die im türkischen Izmit gebaut wird, ist auf neuer Plattform in der Länge auf 4,04 Meter und im Radstand auf 2,57 Meter gewachsen. Davon profitieren in der Tat die Insassen im Fond mit mehr Bein- und Kopffreiheit. Außerdem erhöhte sich das Volumen des Kofferraums um gut zehn Prozent auf 326 Liter – ein Bestwert in der Klasse und mit dem Umklappen der Rückbank bis aufs Dreifache zu steigern. In der Breite hat der i20 auf 1,73 Meter zugelegt; die Fahrzeughöhe sank minimal auf 1,47 Meter. Das verleiht dem Auto einen kraftvollen, fast athletischen Look.

Stabil, aber dennoch wendig und handlich präsentierte sich das Auto, das zusammen mit dem Vorgänger Getz in Deutschland bereits über 160 000 Abnehmer gefunden hat, auch auf einer ersten Ausfahrt in Andalusien. Es sieht flott aus, erwachsener und ist mit dem Hexagonalgrill im Chromrahmen nach dem Design-Vorbild seiner Markenbrüder gezeichnet. Der Innenraum wirkt aufgeräumt und relativ aufwendig, keineswegs billig.

Alte Bekannte, die jedoch gründlich überarbeitet wurden und danach die erst von 2017 an obligatorische Euro-6-Abgasnorm erfüllen, arbeiten unter der Haube. Dabei handelt es sich um drei Vierzylinder-Ottomotoren mit 75 bis 100 PS und zwei Turbodiesel mit 75 und 90 PS. Sie verbrauchen nach der wenig praxisnahen EU-Norm zwischen 3,2 Liter Dieselöl und 6,7 Liter Super pro 100 km, woraus sich CO2-Emissionen von 84 bis 155 g/km ergeben. In der Pipeline und im Laufe des Jahres 2015 verfügbar ist ein völlig neuer, bis zu 120 PS starker Benzin-Dreizylinder mit 998 ccm Hubraum, der es mit Direkteinspritzung und Turboaufladung auf ein Drehmoment von 172 Nm bringt.

Weil die Auslieferung des i20 erst im Dezember beginnt, wird er zu Hyundais Jahresbilanz nicht mehr sonderlich viel beitragen können. Die seit gut einem Jahr zusammen mit dem Europa-Hauptquartier am Offenbacher Kaiserlei ansässige Deutschland-Zentrale hofft, wieder auf fast 102 000 Neuzulassungen wie im Vorjahr zu kommen. Ende Oktober hatte Hyundai das anfangs krasse Minus im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat kontinuierlich auf nur noch 1,3 Prozent bei 83 770 Neuwagen abgebaut.

In der aktuellen Hitliste ist der i20, obwohl Auslaufmodell, bei uns das am meisten nachgefragte Modell des koreanischen Herstellers knapp nach dem Kompakt-SUV ix35, dem Mini i10 und dem Bestseller i30, der als Nr. 7 der Importautos das am besten verkaufte asiatische Fabrikat ist, also noch vor allen Japanern.

Fazit: Der neue i20 ist ein hübsch verpackter, asiatischer Kleinwagen mit deutschen Tugenden. Felix Dernbach

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