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Opel Astra OPC: Wo bitte geht's zur Nordschleife?

Opel frönt der Lust an der Leistung: Als Imageträger wird jetzt der Astra OPC ins Rennen geschickt. Allerdings gibt es das knackige Fahrwerk mit aufgeblasenem Design nicht zum Nulltarif. Denn der Grundpreis vom Astra beträgt 34 250 Euro.
Der Opel Astra OPC zaubert einen Hauch von Nürburgring-Nordschleife in den Alltag. Stolz ist allerdings auch sein Preis. Foto: Opel Der Opel Astra OPC zaubert einen Hauch von Nürburgring-Nordschleife in den Alltag. Stolz ist allerdings auch sein Preis. Foto: Opel
Berlin. 

Opel frönt der Lust an der Leistung: Als Imageträger wird jetzt der Astra OPC ins Rennen geschickt. Allerdings gibt es das knackige Fahrwerk mit aufgeblasenem Design nicht zum Nulltarif. Denn der Grundpreis vom Astra beträgt 34 250 Euro.

Blass und bieder lässt der Astra mit seinen 206 kW/280 PS Konkurrenten wie den betagten VW Golf GTI oder den nagelneuen Ford Focus ST aussehen. In den Alltag der Kompaktklasse zaubert er einen Hauch von Nürburgring-Nordschleife. Mit seinem stolzen Preis ist er allerdings nicht nur der stärkste, sondern auch der teuerste in diesem Trio.

Der bislang stärkste Astra

In Fahrt bringt den Astra eine kräftig getunte Variante des Zweiliter-Turbos. Kommt der im großen Bruder Insignia auf maximal 184 kW/250 PS, holt das Opel Performance Center (OPC) aus dem Vierzylinder noch einmal 22 kW/30 PS mehr und macht den Kraftmeier zum bislang stärksten Astra der Modellgeschichte. Kein Wunder, dass der Wagen auch entsprechend schnell ist. 400 Newtonmeter Drehmoment sind möglich. Die Kraft wird über 19-Zöller an der Vorderachse auf die Straße gebracht. Wenn man die sechs Gänge nur so durchs Getriebe klackern lässt, erreicht der Astra in 6,0 Sekunden Tempo 100 und stellt auch bei Vollgas einen Rekord auf: Als erstes Modell in der Baureihe schafft der neue OPC die Marke von 250 km/h.

Dabei zieht der Motor nicht nur kräftig, sondern klingt auch kernig. Nicht mit akustischen Tricks, sondern mit viel Feinschliff in den zwei Schalldämpfern haben die OPC-Ingenieure einen eindrucksvollen Sound komponiert. Im unteren Drehzahlbereich noch vergleichsweise brav, pfeift und faucht der Astra ab etwa 3500 Touren, als hätte man die Turbine eines Jets gestartet.

Damit man mit dem starken Motor auch schnell vorwärts kommt, braucht es ein ordentliches Fahrwerk. Das lässt sich elektronisch in drei Stufen verstellen, die gegenüber dem herkömmlichen Astra weiter gespreizt wurden. Außerdem hat Opel die Lenkung direkter ausgelegt, eine Differentialsperre an der Vorderachse soll Antriebskräfte in der Lenkung minimieren und durchdrehende Räder verhindern.

Bei Vollgas wird der Sportler zum Säufer

So fährt der Astra im verschärften OPC-Modus tatsächlich fast wie ein Rennwagen: Er giert nach Kurven, lässt sich schnell um die Ecke bringen und verliert auch auf schlechten Straßen nicht die Bodenhaftung. Im Sportmodus gibt es dagegen schon einen gewissen Restkomfort, und im Normalbetrieb taugt der OPC sogar zum Langstreckenauto. Er brüllt nicht über Gebühr, und selbst die auffälligen Schalensitze sind so bequem und ergonomisch, dass sie das Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken tragen.

Die Quittung für das wilde Treiben auf der Überholspur und die schnelle Landpartie bekommt man an der Tankstelle. Offiziell ist der Verbrauch des Motors trotz der Leistungssteigerung sogar zurückgegangen und liegt nun - auch dank einer Start-Stopp-Automatik - bei 8,1 Litern. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 189 g/km. Aber wer dem Lockruf der Leistung folgt, fährt auf jeden Fall zweistellig und kann den Verbrauch mit einem schweren Gasfuß schnell verdoppeln.

Der OPC ist die Krönung für den GTC

Anders als früher wird der Astra OPC diesmal nur als Dreitürer angeboten. Damit krönt er die Modellvariante GTC, die Opel bereits vor einem halben Jahr aufgelegt hat. Diese verzichtet nicht allein auf die beiden Fondtüren. Sondern sie opfert für den sportlichen Schnitt neben dem bequemen Zustieg auch ein wenig Kopffreiheit für Hinterbänkler und vor allem etwas Übersichtlichkeit. Aber dafür sieht der Dreitürer schon im Stand schneller aus. Erst recht, wenn der GTC wie beim OPC-Modell ausgestellte Kotflügel, weiter aufgerissene Lüfter in der Front, sowie einen Diffusor und einen größeren Spoiler am Heck bekommt. Den GTC gibt es bereits ab 19 900 Euro - dann allerdings mit bescheidenen 74 kW/100 PS.

Fazit: Ein Opel für Vergnügungssüchtige

Natürlich braucht kein Mensch einen Kompaktwagen mit 206 kW/280 PS. Und fast 35 000 Euro will man auch nicht unbedingt für einen Astra ausgeben. Doch wer die Vernunft ausblendet und dem Vergnügen folgt, der ist beim OPC gut aufgehoben. Denn das neue Flaggschiff der Baureihe ist stärker, schneller und schärfer als je zuvor und macht jede Landstraße zur Lustmeile. So kann man sogar der Opel-Krise davon fahren - und wenn es nur bis zum nächsten Ortsschild ist.

Datenblatt: Opel Astra OPC
Motor und Antrieb: Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer mit Turbo
Hubraum: 1998 ccm
Max. Leistung: 206 kW/280 PS bei 5500 U/min
Max. Drehmoment: 400 Nm bei 2500-4500 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe

Maße und Gewichte
Länge: 4466 mm
Breite: 1840 mm
Höhe: 1482 mm
Radstand: 2695 mm
Leergewicht: 1550 kg
Zuladung: 495 kg
Kofferraumvolumen: 380-1165 Liter
Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,8 s
Durchschnittsverbrauch: 8,1 Liter/100 km
Reichweite: 690 km
CO2-Emission: 189 g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: EU5
Energieeffizienzklasse: k.A.
Kosten
Basispreis der Modellreihe: 19 900 Euro
Grundpreis des V40 T4: 34 250 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer: 198 Euro/Jahr
Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke
Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: Front-, Seitenairbags und Kopfairbags, AGR-Sitz
Komfort: Klimaanlage, Zentralverriegelung, Tempomat
Spritspartechnik: Start-Stopp-Automatik

(dpa)
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