E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 21°C

So fahren wir im Jahr 2025

Wie fahren wir in der Zukunft? Autonom und elektrisch oder weiterhin mit Verbrennungsmotoren und Lenkrad? Experten wagen den Blick in die Glaskugel.
Wie sieht die künftige Mobilität mit dem Auto aus? Hersteller wie Mercedes antworten mit Studien wie dem autonom fahrenden F 015 Luxury. Über LED-Flächen etwa im Kühler kann das Auto mit der Außenwelt kommunizieren. Foto: Daimler AG Foto: dpa Wie sieht die künftige Mobilität mit dem Auto aus? Hersteller wie Mercedes antworten mit Studien wie dem autonom fahrenden F 015 Luxury. Über LED-Flächen etwa im Kühler kann das Auto mit der Außenwelt kommunizieren. Foto: Daimler AG
Stuttgart. 

Fahrende Glaskästen surren durch die Straßen. Keine Ampel, keine Staus behindern die Fahrt. In den Innenräumen entspannen sich die Passagiere.

Glaubt man den Herstellern und ihren Fahrzeugstudien, werden künftige Autos anders aussehen als heutige - und das Leben vereinfachen. Science-Fiction oder realitätsnahe Zukunftsmusik?

Wilko Stark, Produktplaner bei Mercedes-Benz, rechnet mit Tausenden autonom fahrenden Autos schon Anfang der kommenden Dekade. „Die werden aber zuerst bei Mobilitätsdienstleistern wie MyTaxi oder anderen Pooling-Konzepten eingesetzt”, sagt er. Denn die speziellen Lidar-Sensoren auf den Dächern der Autos seien noch sehr teuer und für Privatkunden die nächsten fünf bis zehn Jahre unerschwinglich. Diese Sensoren rotieren bis zu 20 Mal pro Sekunde und feuern dabei für den Menschen unsichtbare Laserstrahlen ab, fangen sie wieder auf und tasten damit die Umgebung ab. Autonome Fahrzeuge werden wohl zunächst auch nur in Großstädten eingesetzt. Dort, wo hochauflösende Karten die Straßen sehr genau abbilden.

Neben diesen Roboterautos erwartet er künftig Autos, die sich von den heutigen kaum unterscheiden. „Autofahrer müssen sich nicht komplett umstellen, ein Auto wird weiter wie ein Auto aussehen und so fahren.” Allerdings werde es künftig mehr und bessere Mobilitätsangebote geben, zwischen denen Verkehrsteilnehmer wählen können.

Auch der Kölner Design-Professor Paolo Tumminelli geht davon aus, dass sich die nächste Generation der Autos von heutigen kaum unterscheiden wird. „Die Fahrzeughersteller setzen bisher auf die sogenannte Plattformstrategie, die können sie nicht einfach verwerfen”, sagt er. Bei neuen Fahrzeugkonzepten wie reinen Elektroautos oder autonom fahrenden Autos könnten die Hersteller aber neue Wege gehen. Bei autonomen Fahrzeugen verlören Werte wie Sportlichkeit oder Geländegängigkeit an Bedeutung. „Ein schöner Würfel, der langsam und sicher durch die Stadt fährt, wäre agiler und sinnvoller als aktuelle Fahrzeuggattungen”, sagt er.

Im urbanen Raum werden Menschen in naher Zukunft, sei es in einem geschlossenen System aus bestimmten Straßen oder zu bestimmten Uhrzeiten, autonom unterwegs sein. Ampelstopps und Staus würden irgendwann wegfallen, da die Fahrzeuge untereinander vernetzt sind und sich wie ein Schwarm verhalten können.

Volkswagen zeigte auf den vergangenen Automessen eine Reihe von neuen Konzepten. Bei der sogenannten I.D.-Familie setzen die Designer auf kurze Überhänge, große Innenräume, autonome Technik und kurze Außenmaße. Im Innenraum können sich Reisende auf Loungesessel lümmeln. Das neue Zeitalter der individuellen Mobilität ist aus Sicht der Wolfsburger elektrisch, vollautomatisch und mühelos. „In der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre werden Fahrerassistenzsysteme verstärkt die Steuerung des Fahrzeugs übernehmen und den Fahrer entlasten”, sagt Sonja Tyczka von VW. Mit neuen Funktionen wie Sprache, Gesten oder über Augmented Reality mit einer HoloLens-Brille sollen sich neue Inhalte so einfach wie möglich steuern lassen.

Die Elektrifizierung wird aber nicht bei allen Autos zu einem Designwechsel führen, meint Matthias Kempf von der Beratungsfirma Berylls Strategy Advisors in München. Er geht davon aus, dass ein radikal anderes Design erst mit den vollautonom fahrenden Autos eintreten wird. Wenn Autos vollautomatisiert fahren (Level 4) oder fahrerlos unterwegs sind (Level 5) und die Systeme für den Privatkunden erschwinglich sind, wird sich das Autofahren drastisch verändern. „Fahrerlose Autos können auf ein Lenkrad verzichten, im Innenraum ergeben sich neue Gestaltungsmöglichkeiten”, sagt Kempf.

Diese Systeme werden aber anfangs bis zu 20 000 Euro teurer und zuerst für Flottenbetreiber interessant. „Außerdem wird es lange brauchen, damit autonome Autos überall, bei jedem Wetter und mit jeder Geschwindigkeit fahren können, bestimmt über 2030 hinaus.”

Die Unterschiede der autonomen Level Autonomes Fahren nach Definition der Society of Automotive Engineers SAE International gliedert sich in fünf Stufen:

Autos der Kategorie Level 1 (assistiertes Fahren) setzen heute schon auf adaptive Tempomaten, die den Abstand zum Vordermann automatisch regeln. Der Fahrer muss dabei das Lenkrad in der Hand halten und auf den Verkehr achten.

Manche Fahrzeuge erreichen heute das Level 2 (teilautomatisiertes Fahren): Der Mensch fährt und der Computer unterstützt die Fahrt auf der Autobahn durch Lenk- und Spurassistenten. Im Stop-and-go-Verkehr übernimmt das Auto komplett.

Richtig autonomes Fahren startet ab Level 3 (hochautomatisiertes Fahren): Der Fahrer kann sich für längere Momente ablenken lassen, das Auto übernimmt die Fahrt fast vollständig. Allerdings muss der Fahrer wieder schnell ins Geschehen eingreifen können, wenn eine Warnung kommt.

Bei Level-4-Fahrzeugen (vollautomatisiertes Fahren, ab etwa 2021) übernimmt das Auto länger die Kontrolle. Der Fahrer kann sich anderen Dingen widmen, muss aber in bestimmten Situationen wieder die Steuerung übernehmen. Dazu zählen Schlechtwetter oder schlechte Straßenbedingungen.

Bei Level 5 (fahrerloses Auto) fährt das Auto permanent autonom. Der Pilot benötigt keinen Führerschein mehr und das Auto hat kein Lenkrad mehr. Die Sitze können entgegen der Fahrtrichtung montiert sein.

(Von Fabian Hoberg, dpa)
Bilderstrecke So fahren wir im Jahr 2025
Wie sieht die künftige Mobilität mit dem Auto aus? Hersteller wie Mercedes antworten mit Studien wie dem autonom fahrenden F 015 Luxury. Über LED-Flächen etwa im Kühler kann das Auto mit der Außenwelt kommunizieren. Foto: Daimler AGMit den Händen auf dem Schoß durch die Stadt gleiten: Autostudien wie der Smart vision EQ fortwo sollen das möglich machen. Foto: Daimler AGEntspannte Plauderei statt Stess am Steuer: Autonom fahrende Autos (im Bild der EZ-GO Concept von Renault) erwarten Experten zuerst in Großstädten und zunächst bei Mobiltitätsdienstleistern. Foto: Renault
Zur Startseite Mehr aus Auto & Verkehr

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen