Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 11°C

Stadt, Land, SUV - Der Aufstand der Geländezwerge

Die SUV-Welle erfasst das nächste Segment. Nach den Kompakten rüsten sich jetzt die Kleinwagen fürs Gelände. Jede Menge neuer Modelle beleben in dieser Saison das Geschäft. Experten gehen davon aus, dass es das noch nicht gewesen ist.
Fit für Wege abseits der Straße: Der neue Hyundai Kona soll ab Herbst auch mit Allradantrieb zu bekommen sein. Foto: Hyundai/dpa-tmn Fit für Wege abseits der Straße: Der neue Hyundai Kona soll ab Herbst auch mit Allradantrieb zu bekommen sein. Foto: Hyundai/dpa-tmn
Duisburg. 

Kleine SUV sind offenbar das nächste große Ding der Autobranche: „Wir gehen davon aus, dass die SUV im B-Segment die sogenannten C-SUV bis zum Ende der Dekade überholen werden”, sagt zum Beispiel Kia-Europachef Michael Cole.

Michael Cole rechnet mit nahezu einer Verdopplung der Zulassungszahlen kleiner Geländewagen. Weil von diesem Anstieg jeder profitieren will, gehen allein in dieser Saison ein halbes Dutzend neuer Modelle in den Großstadtdschungel.

Getragen wird dieser Trend von einem Wertewandel bei den Kleinwagen, sagt Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer: In den 1980er und 1990ern seien VW Polo oder Ford Fiesta in diesem Segment noch das Maß der Dinge gewesen, sagt der Professor an der Universität Duisburg-Essen. „Doch dann kam die Industrie auf den Trichter, dass klein nicht auch einfach und billig sein muss uns hat Nobelzwerge wie den Audi A1 oder kunterbunte Lifestyle-Flitzer wie den Fiat 500 und den Mini gebracht.” Und jetzt gebe es mit dem SUV plötzlich die Kombination von Praktikabilität und Emotion.

Ganz vorne dabei: die Koreaner. Nahezu gleichzeitig bringen die Schwestermarken Hyundai und Kia im Herbst zwei kleine Geländewagen an den Start. Beide um die 4,20 Meter lang, teilen sie sich nicht nur die Plattform, sondern auch die Philosophie: Beide sind sie für koreanische Modelle ungewöhnlich expressiv gezeichnet.

Und beide setzen auf sehr viele, sehr bunte Farbkombinationen und poppige Individualisierungen im Innenraum. Während es allerdings Hyundai bei seinem Kona nach Angaben von Chairman Wonhee Lee ernst meint mit den Geländegenen und deshalb auch Varianten mit Allradantrieb anbietet, kommt der Kia Stonic laut Hersteller zunächst nur als Fronttriebler.

Peugeot und Renault haben mit 2008 und Captur bereits entsprechende Modelle im Rennen und diese mit Blick auf die neuen Konkurrenten gerade gründlich überarbeitet. Als dritter im Bunde kommt jetzt Citroën dazu. Dort wird der kleine Van C3 Picasso in diesem Herbst vom neuen C3 Aircross ersetzt, der ebenfalls mit erhöhter Bodenfreiheit und robuster Plastik-Beplankung antritt.

Allerdings legt Citroën-Chefin Linda Jackson Wert darauf, dass der Aircross ansonsten kein typisches SUV ist. Erstens, weil ihm der Allrad fehlt. Und zweitens, weil er weder Trutzburg noch Aggressor sein will. Sondern sein Design ist betont weich und freundlich.

Die deutschen Hersteller haben diesen Trend dagegen lange Zeit verschlafen. Der Ford Ecosport ist fast schon wieder eine Nummer zu klein, Audi Q2 und Mini Countryman zu groß und zu teuer für die breite Masse.

Nur Opel hat sich mit dem Mokka X so früh so gut aufgestellt, dass sich die Hessen nun sogar eine Doppelspitze leisten können. Wem der Mokka X zu groß, zu teuer und zu nah am echten Geländewagen ist, dem bieten sie ab 16 850 Euro nun auch den etwas kleineren und abseits der Straße weniger ambitionierten Crossland X an.

Auch der VW-Konzern bläst zur Offensive: Tochter Seat stellt dem erfolgreich gestarteten Ateca zum Jahreswechsel den Arona zur Seite. Mit einer Länge von 4,14 Metern überragt er den neuen Ibiza um acht Zentimeter, ist aber vor allem zehn Zentimeter höher als der konventionelle Kleinwagen.

Auf der gleichen Plattform will auch die Muttermarke mitmischen. Deshalb hat VW für die IAA im September in Frankfurt bereits die Publikumspremiere eines kleinen Tiguan-Bruders angekündigt, der sich an der Studie T-Roc orientieren soll. Und während bei Seat aktuell von Allradantrieb noch keine Rede ist, stellt VW-Entwicklungschef Frank Welsch ihn für den VW in Aussicht.

Marktbeobachter Dudenhöffer wundert sich nicht über die Schwemme der SUV-Zwerge: „So wie alle Welt vom Erfolg der kleinen Premium-Modelle á la Mini überrascht wurde, machen nun ein Tick Ironman und das Gelände-Feeling die kleinen SUV zum next big thing”.

(Von Thomas Geiger, dpa)
Bilderstrecke Stadt, Land, SUV - Der Aufstand der Geländezwerge
Fit für Wege abseits der Straße: Der neue Hyundai Kona soll ab Herbst auch mit Allradantrieb zu bekommen sein. Foto: Hyundai/dpa-tmnSoll zunächst ohne Allradantrieb auskommen: der Kia Stonic, der auf der gleichen Plattform steht wie das Modell Kona der Schwestermarke Hyundai. Foto: Kia/dpa-tmnBekannter französischer Beitrag zum Thema kleine Geländewagen: Der Peugeot 2008 fährt in einer Klasse wie etwa der Opel Mokka. Foto: Peugeot/dpa-tmn
Zur Startseite Mehr aus Auto & Verkehr

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse