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Ummantelungen bieten Schutz vor Steinmarderbissen

Steinmarder zerbeißen Kabel und Schläuche in abgestellten Wagen, bundesweit entstehen dadurch jedes Jahr Millionenschäden. Wissenschaftler arbeiten an der Marderabwehr. Auch der ADAC hat einige Tipps - manch altes Hausmittel bringt aber nichts.
Steinmarder zerbeißen Kabel und Schläuche in abgestelltem Wagen. Bundesweit entstehen dadurch jedes Jahr Millionenschäden. Foto: Philipp Schulze/dpa Steinmarder zerbeißen Kabel und Schläuche in abgestelltem Wagen. Bundesweit entstehen dadurch jedes Jahr Millionenschäden.
Berlin. 

Gegen Marderbisse im Motorraum von Autos können Ummantelungen wichtiger Kabel und Leitungen mit einem sogenannten Wellrohr aus Hartplastik helfen. Eine Alternative ist die Abschottung des Motorraums. Dazu rät ein ADAC-Sprecher.

„Keine Wirkung haben Hausmittel wie Hundehaare, Mottenkugeln oder WC-Steine.” Hintergrund: „Diese Duftstoffe werden meist schon bei einer Fahrt im Regen aus dem Motorraum gewaschen, außerdem gewöhnen sich die Tiere an die Düfte.”

Schäden von mehr als 60 Millionen Euro verursachen Steinmarder jedes Jahr allein an Kraftfahrzeugen. Im Jahr 2015 seien es nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 63 Millionen gewesen, sagte Sprecherin Kathrin Jarosch in Berlin. „Bundesweit werden uns jedes Jahr mehr als 200 000 Fälle gemeldet.”

„Im vergangenen Jahr sind wir zu fast 12 000 Pannenfällen wegen Marderverbiss ausgerückt”, sagte der ADAC-Sprecher . Viele Schäden würden aber nicht sofort entdeckt, die Gesamtzahl dürfte daher noch höher liegen. „Besonders häufig sind Marderschäden an Zündkabel, Kühlwasser-Schläuchen, Stromleitungen sowie Manschetten an Lenkung und Antriebswellen”, erklärte er. Auch bei Elektroautos kann das zumindest vorübergehend zum Aus führen. „Beim Starten eines E-Fahrzeuges wird das Hochvolt-System immer auf seinen Isolationsgrad hin überprüft”, so der Sprecher. „Bei einem Marderbiss wird das Fahrzeug nicht für den fahrbereiten Zustand freigeschaltet, sprich: das Hochvoltsystem wird nicht gestartet, das Auto kann nicht fahren.”

Seit mehr als 15 Jahren wird das Problem Steinmarder im Otter-Zentrum Hankensbüttel in Niedersachsen untersucht. „Schuld ist vor allem das Revierverhalten”, erklärt dort Wildbiologe Hans-Heinrich Krüger das zerstörerische Werk der Allesfresser. Das Auto bewegt sich durch verschiedene Marderreviere, Pendler nehmen so den Duft des Rivalen mit nach Hause. Dann kommen die nachtaktiven Steinmarder und knabbern an Kabeln und Schläuchen. „Aber auch Neugier und Spieltrieb sind Faktoren”, so Krüger. „Manchmal ist ein Kabel auch schlicht im Weg.”

(dpa)
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