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Unterwegs mit alten Tugenden: Der Volvo XC60 als Gebrauchter

Belastbar, starke Bremskraft, aber hoher Ölverlust: Der XC60 war Volvos erster Kompakt-SUV und fiel zunächst äußerst positiv auf. Doch dann fiel das Auto durch immer mehr Fehler auf, so dass gewisse Jahrgänge als „relativ pannenanfällig” gelten.
Schneidet bei der ersten Hauptuntersuchung sehr ordentlich ab: der Volvo XC60, hier in einer Version aus der Zeit nach der Modellpflege 2013. Text: Volvo/dpa-tmn Foto: Volvo Schneidet bei der ersten Hauptuntersuchung sehr ordentlich ab: der Volvo XC60, hier in einer Version aus der Zeit nach der Modellpflege 2013. Text: Volvo/dpa-tmn Foto: Volvo
Berlin. 

Das Wort Schwedenstahl stand einst für die vielgerühmte Robustheit von Autos aus dem Hause Volvo. Der XC60, Volvos erster Kompakt-SUV, macht dieser Bezeichnung wieder alle Ehre - zumindest dann, wenn es nach seinem Abschneiden bei der regelmäßigen Hauptuntersuchung (HU) geht.

Bei der ersten HU gehöre der XC60 sogar „in die noble Riege der 90-Prozenter”, heißt es im „TÜV Report 2017” über das Auto. 91,7 Prozent der Autos seien mängelfrei. Einer der sehr wenigen Mängel, mit denen das SUV bereits in frühen Jahren zu kämpfen habe, sei überdurchschnittlich hoher Ölverlust. Fünf Jahre alte XC60 fallen bei der zweiten HU im Vergleich zu anderen Fahrzeugen dieser Altersklasse außerdem mit leicht erhöhten Mängelquoten bei Achsaufhängung und Lenkung auf. Top dagegen sei die Funktion der Bremsen über alle Baujahre, so der „TÜV Report”.

Etwas durchwachsener ist die Bilanz des Kompakt-SUVs in der aktuellen Pannenstatistik des ADAC. Während die anderen XC60 gut abschnitten, seien die Jahrgänge 2010 und 2011 „relativ pannenanfällig”. Ausrücken mussten Helfer des Automobilclubs wegen defekter Antriebsriemen schwerpunktmäßig bei Exemplaren von 2010, 2011 und 2013. Bei XC60 von 2014 traten Probleme mit der Abgasrückführung auf, und bei Fahrzeugen der Baujahre 2012 bis 2014 streikten bevorzugt Luftmengenmesser.

Dass auch hochtechnische Autos nie ganz ausreifen, zeigt die hohe Zahl der Rückrufe. Den XC60 trafen bereits etliche solcher Aktionen: Innerhalb von neun Jahren Bauzeit wurde das SUV zehn Mal in die Werkstätten geordert, auch wenn es manchmal nur um einige Hundert Exemplare ging. Bei der größten Aktion in Deutschland im September 2010 mussten mehr als 15 000 Diesel mit Partikelfilter des Jahrgangs 2009 wegen eventuell zu hoher Motorölverdünnung zum Softwareupdate.

Als kleiner Bruder des XC90 kam der 4,65 Meter lange XC60 im Jahr 2008 auf den Markt. Bemerkenswert war das Design, das Elemente eines Coupés in die Linienführung aufnahm, was das Modell fast zeitlos machte. Auch bei der Sicherheitstechnik beschritt Volvo Neuland: Der XC60 war der erste Volvo mit einer sogenannten City-Notbremse zur Vermeidung von Unfällen bei niedrigem Tempo. Die Modellpflege von 2013 fiel dezent aus. Für den Sommer 2017 ist eine Neuauflage geplant, die auf dem Genfer Salon schon vorgestellt wurde und für die es erstmals auch einen Plug-in-Hybrid-Antrieb geben wird.

Mit der neuen Generation werden die Fünfzylinder-Diesel wohl aussterben, die im noch aktuellen Modell das Gros des Motorenangebots ausmachen. Sie leisten je nach Baujahr und Ausführung 100 kW/136 PS bis 163 kW/220 PS. Die Benziner kommen auf mindestens 149 kW/203 PS und maximal 225 kW/306 PS, mal aus vier, mal aus sechs Zylindern. Fast alle Motoren gibt es mit Front- und Allradantrieb.

Der niedrigste Durchschnittspreis, zu dem ein XC60 laut der Schwacke-Liste gehandelt wird, beträgt 11 350 Euro. Dafür gibt es einen XC60 2.4D AWD Automatik aus dem Jahrgang 2008 mit 120 kW/163 PS. Ein solches Auto hat im Schnitt 153 400 Kilometer hinter sich.

Wer einen jüngeren Fronttriebler sucht, kann zum XC60 D3 Kinetic mit 100 kW/136 PS von 2014 greifen, muss dann aber noch mit 19 800 Euro rechnen (59 750 Kilometer). Als Benziner mittleren Alters gibt es den XC60 3.2 AWD Kinetic mit 179 kW/243 PS von 2012 für 21 150 Euro - ein Reihensechszylinder, der im Schnitt 65 200 Kilometer auf der Uhr hat.

(dpa)
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