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Neuer Anfang: Weltweiter Lexus-Luxus

Die Bundesrepublik mag mittlerweile Einwanderungsland und weltoffen sein – wenn es um automobile Premiumprodukte geht, bleiben deutsche Lande für ausländische Marken ein steiniges Feld.
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Lexus kann ein Lied davon singen. 25 Jahre ist es mittlerweile her, seit die Luxusmarke von Toyota Fuß zu fassen suchte in der Heimat von Audi, BMW und Mercedes. Es ging langsam, sehr langsam bergauf. 2006 knackte Lexus noch die 5000er, ein Achtungserfolg, dem der Abstieg folgte. 2014 fanden hierzulande kaum mehr als 1300 Lexus einen Abnehmer – die Japaner landeten damit auf Augenhöhe mit der siechenden Marke Lancia, den Exoten von Ssangyong und einem Fossil wie Lada. Was war passiert?

Fangen wir von vorn an. Die Geschichte von Lexus beginnt im Jahr 1983. Damals beschloss Toyota, dass man der gereiften Kundschaft auch oberhalb des eigenen Topmodells Camry etwas bieten müsse. 1989 war es so weit: Der LS 400 erblickte das Licht der Welt, eine Luxuslimousine mit einem der laufruhigsten Achtzylindermotor der Welt, auf deren Haube man gefüllte Champagnerglas-Pyramiden aufbauen konnte, ohne dass beim Start des Motors etwas klirrte oder auch nur ein Tropfen danebengegangen wäre. Und weil dieses Auto so besonders war, begründete man damit gleich eine eigene Marke – Lexus.

Erfolgsstory in den USA

Es folgten weitere Modelle, mit denen der Neuling weitere Segmente beglücken wollte. Unterhalb des LS belegte der GS die obere und der IS die untere Mittelklasse. 1997 brachte Lexus mit dem RX das erste Premium-SUV auf den Markt, und mit ihm begann 2005 auch die Hybridisierung der gesamten Modellpalette, die mittlerweile auch das Kompaktmodell CT 200h, die Kompakt-SUV-Baureihe NX sowie den Sportwagen RC F und den 560-PS-Boliden LFA umfasst.

In den USA kam das Projekt an. Lexus avancierte zeitweise zur erfolgreichsten nichtamerikanischen Luxusmarke – noch vor der deutschen Konkurrenz. Auch 2014, mit weltweit gut 580 000 verkauften Fahrzeugen ein Rekordjahr für Lexus, stellte der US-Markt etwas mehr als die Hälfte des Gesamtabsatzes. In Europa fanden rund 60 000 Fahrzeuge einen Abnehmer. Ein Drittel davon landete im Boom-Markt Russland, auf Großbritannien entfielen 11 400 und selbst Frankreich mit 3400 oder Spanien mit rund 3000 Neuzulassungen lagen weit vor den deutschen Zahlen.

Das liegt natürlich einerseits an der übermächtig scheinenden Präsenz der heimischen Platzhirsche. Der deutsche Markt ist aber auch deshalb so schwierig, weil er im Premium-Segment nicht nur an die Fahrzeuge hohe Ansprüche stellt. Gerade in Sachen Kundenservice aber hat Lexus eine beachtliche Achterbahnfahrt fabriziert. Getreu dem ursprünglichen Motto, nicht nur eines der besten Autos der Welt bauen, sondern passend dazu auch den besten Kundenservice bieten zu wollen, schaffte Lexus das Kunststück, insgesamt zwölf Mal Platz eins in der J.D.Power-Studie zur Kundenzufriedenheit zu belegen.

Absturz und die Konsequenzen

Doch mit dem zwischenzeitlichen Hoch bei den Verkäufen schienen zumindest in Deutschland die Belange des Kunden ins Hintertreffen zu geraten: 2013 landete Lexus auf Platz 33 der Kundenzufriedenheit – noch hinter Lada! Es folgte der große Kehraus unter der Händlerschaft. Offenbar mit Erfolg, denn in der 2015er Studie schafften die jetzt noch insgesamt 42 deutschen Händler, Stützpunkte und Partner mit Platz sechs wieder einen gewaltigen Sprung nach vorne.

Um auch bei den Verkaufszahlen wieder zuzulegen, soll jetzt das Händlernetz erneut ausgebaut werden. Auch der Absatz des im letzten Jahr präsentierten NX lässt hoffen; er stand für 42 Prozent des gegenüber 2014 mit 410 Zulassungen bereits deutlich verbesserten ersten Quartals. Und Ende des Jahres soll mit dem Nachfolgemodell des aktuellen RX ein weiterer Hoffnungsträger für steigende Stückzahlen sorgen.

Dass die aktuelle Lexus-Designsprache mit dem großen Diabolo-Grill und dem Wechsel aus konkaven und konvexen Linien im Blech Geschmacksache bleibt, muss ja kein Hinderungsgrund sein. Eines aber ist klar: Lexus wird hierzulande niemals zu den drei Musketieren der Premium-Garde aufschließen können. Aber an einer Marke wie Jaguar sollte man sich bei den Verkaufszahlen schon messen lassen. Matthias Huthmacher

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