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Aktionsrat Bildung: Schulen müssen digitaler werden

Der digitale Wandel ist in deutschen Schulen noch nicht angekommen. Das ist das Ergebnis eines neuen Gutachtens renommierter Bildungsforscher. Auch auf anderen Feldern sehen sie akuten Handlungsbedarf seitens der Bildungspolitik.
Schüler, die einmal pro Woche am Computer arbeiten, schneiden in Mathematik und den Naturwissenschaften besser ab, fanden Wissenschaftler heraus. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Schüler, die einmal pro Woche am Computer arbeiten, schneiden in Mathematik und den Naturwissenschaften besser ab, fanden Wissenschaftler heraus. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
München. 

Die Schulen in Deutschland müssen nach Ansicht des Aktionsrats Bildung digitaler werden. Das fordert das Gremium in einem Gutachten. Der Aktionsrat besteht aus dreizehn Bildungswissenschaftlern unter der Leitung des Präsidenten der Universität Hamburg, Dieter Lenzen.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass schon Grundschüler, die einmal pro Woche am Computer arbeiten, deutlich bessere Kompetenzen im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften hätten. Deswegen müsse der Einsatz digitaler Lehrmittel bundesweit verstärkt werden. Konstruktiv könne damit allerdings nur gearbeitet werden, wenn auch technisch aufgerüstet werde und digitale Hochgeschwindigkeitsnetze flächendeckend vorhanden seien.

Im Unterricht müssten Internetphänomene stärker behandelt werden, betonen die Forscher. Schüler sollten demnach lernen, aus „der potenziell unendlichen Informationsflut der digital vernetzten Welt sinnvolles und verwertbares Wissen herauszufiltern”. IT-Kenntnisse sollten zudem fächerübergreifend an Hochschulen unterrichtet werden.

„Die erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung in der schulischen und beruflichen Bildung wird maßgeblich mitbestimmen, ob unsere Unternehmen auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich bleiben”, sagte der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Alfred Gaffal. Die vbw finanziert das jährliche Bildungsgutachten.

„Damit Schülerinnen und Schüler die aktuellen Wandlungsprozesse in der Bildungs- und Berufswelt erfolgreich meistern können, besteht akuter Handlungsbedarf”, betonte Gaffal. „Jetzt müssen Politik, Bildungseinrichtungen, Wirtschaft und Gesellschaft diese wichtigen Fragen gemeinsam in Angriff nehmen.”

Das Bayerische Kultusministerium verweist auf zahlreiche bereits laufende Projekte im Bereich digitaler Bildung. Ein Beispiel sei das von der vbw mitfinanzierte Modell „Digitale Schule 2020”, das an verschiedenen Schulen in technische Weiterentwicklungen investiert.

Das Schulsystem stehe deutschlandweit „vor epochalen Veränderungen”, sagte Aktionsrat-Vorsitzender Lenzen. Deswegen fordern die Forscher in zahlreichen weiteren Gebieten bildungspolitische Maßnahmen, etwa in Bezug auf Migration oder demografischen Wandel.

Lehrer sollten demnach für den Umgang mit Flüchtlingen besser ausgebildet werden. Zudem solle der Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt für Flüchtlinge weiter erleichtert werden. Bereits im Vorjahr hatte der Bildungsrat niedrigere Standards in der Berufsausbildung für Flüchtlinge gefordert.

(dpa)
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