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Bei heiklen Geheimnissen nicht vorschnell reagieren

Jeder Mensch hat Geheimnisse, das müssen auch Eltern pubertierender Kinder akzeptieren. Bei heiklen Themen ist jedoch eine ganz andere Strategie gefragt - hier kommt es vor allem auf die richtige Unterstützung an.
Geheimnisse zu haben, ist wichtig - trotzdem müssen sich auch pubertierende Kinder mit ernsten Themen an die Eltern wenden können. Foto: Armin Weigel Geheimnisse zu haben, ist wichtig - trotzdem müssen sich auch pubertierende Kinder mit ernsten Themen an die Eltern wenden können. Foto: Armin Weigel
Fürth. 

In der Pubertät halten Jugendliche viele Dinge vor ihren Eltern geheim. Meist geht es dabei um harmlose Themen wie Verliebtsein oder geheime Partys. Schwierig wird es bei ernsten Dingen.

Wenn Eltern herausfinden, dass ihr Kind von einem Mitschüler bedroht wird oder die beste Freundin Suizidabsichten hegt, ist Umsicht gefragt. „Egal, bei welchem Thema: Wichtig ist, dass Eltern Ruhe bewahren und keine Vorwürfe machen”, sagt Maria Große Perdekamp, Leiterin der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Eltern sollten außerdem keine Hauruck-Aktion starten und beispielsweise gegen den Willen ihres Kindes die Eltern der Freunde anrufen.

Am besten versuchen Eltern als Erstes, ganz genau zu erfragen, was passiert ist. Außerdem können sie ihr Kind bestärken: „Wir unterstützen dich, wir überlegen gemeinsam eine Lösung.” Merken Eltern, dass sie selbst überfordert mit der Situation sind, sollten sie nicht scheuen, Hilfe bei einer Beratungsstelle zu suchen.

Wichtig ist auch, dass Eltern deutlich machen: „Du darfst deine Geheimnisse haben. Aber wenn du mich brauchst, bin ich da.” Manchmal hilft es auch, in unverfänglichen Situationen über heikle Themen zu sprechen, beispielsweise wenn man gemeinsam einen Film über Mobbing oder Suizid schaut oder etwas in den Nachrichten hört. Das kann für Eltern eine Chance sein, zu erfahren, was im Freundeskreis des Kindes so los ist.

(dpa)
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