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Brech-Durchfall-Erkrankungswelle: Suche nach Ursachen

Das Schlimmste der Magen-Darm-Krankheitswelle in Ostdeutschland scheint überstanden. Doch nach der Ursache wird weiter gesucht - bisher sind ausschließlich Kinder erkrankt.
Tausende Kinder, deren Schulen und Kitas vom selben Caterer beliefert wurden, sind an einem Magen-Darm-Infekt erkrankt. Foto: Patrick Pleul Tausende Kinder, deren Schulen und Kitas vom selben Caterer beliefert wurden, sind an einem Magen-Darm-Infekt erkrankt. Foto: Patrick Pleul
Berlin. 

Das Schlimmste der Magen-Darm-Krankheitswelle in Ostdeutschland scheint überstanden. Doch nach der Ursache wird weiter gesucht - bisher sind ausschließlich Kinder erkrankt.

Nach der Magen-Darm-Erkrankungswelle bei Kindern läuft die Ursachensuche intensiv weiter. Es habe sich herausgestellt, dass ausschließlich Kinder in von Sodexo belieferten Einrichtungen erkrankt seien, hieß es vom Unternehmenssprecher Stephan Dürholt. "Wir haben einige Dinge verändert; etwa unsere gesamten Küchen grundsätzlich desinfiziert. Wir haben eine sehr, sehr große, fast schon detektivische Kette in Gang gesetzt - um sämtliche Unterlagen, Lieferscheine und Lieferwege zu untersuchen und wirklich alles auszuschließen."

Nach Mahlzeiten in Schulen und Kindertagesstätten sind bisher mindestens 8365 Jugendliche und Kinder sowie einige Erwachsene in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erkrankt. Betroffen waren 342 Schulen und Kindergärten. In Sachsen und Thüringen wurde das hochansteckende Norovirus in einigen Fällen als Erreger nachgewiesen. Es führt zu Durchfall und Erbrechen und geht oft mit Schmerzen, Übelkeit und Fieber einher.

Im Verdacht haben die Gesundheitsbehörden auch die Bakterienart Bacillus cereus, wie Jürgen Ziegenfuß, Abteilungsleiter im Landesamt für Lebensmittelsicherheit in Thüringen, sagte. Das Bakterium bildet Gifte (Toxine) aus, die hitzebeständig sind. In Thüringen wurde der Erreger seit Ausbruch der Krankheitswelle in zwei Laborproben nachgewiesen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete, als "mögliche Auslöser sind Norovirus oder Toxine von toxinbildenden Bakterien (z.B.: Staphylococcus aureus, Bacillus cereus, Clostridium perfringens) in Betracht zu ziehen." Human- und Lebensmittelproben würden weiter untersucht. Der Verlauf der meisten Erkrankungen sei kurz und unkompliziert. "Es besteht kein Hinweis auf eine nennenswerte Anzahl von Sekundärinfektionen." Deshalb gehen die Behörden davon aus, dass die Erkrankungen zumeist nicht ansteckend sind.

Mit 2800 Fällen wurden die meisten Erkrankungen in Sachsen registriert, wo am Montag 19 vorübergehend geschlossene Schulen wieder geöffnet werden. 2415 Fälle waren im Land Brandenburg gemeldet, 2213 laut RKI in Berlin, 887 in Thüringen, 50 in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern kein Fall. In Berlin und Brandenburg sind die Schulen ab Montag wegen der Herbstferien geschlossen. Das für Ernährung zuständige Bundesministerium sieht mittlerweile deutliche Anzeichen für ein Abflauen der Erkrankungswelle.

Mit Beginn der Woche wird in den meisten Küchen des Caterers Sodexo wieder Kantinen-Essen produziert. Nur in Berlin bleiben zu Beginn der Woche auf Wunsch des Senats zwei Küchen geschlossen, sagte der Sprecher. "Die Herbstferien dort entschärfen die Situation für uns allerdings etwas." Mit den Behörden gemeinsam sei eines schon festgestellt worden: "An unseren Produktionsprozessen und hygienischen Arbeitsweisen liegt es nicht." Wenn die Erkrankungswelle tatsächlich mit den Essenslieferungen im Zusammenhang stehe, sei davon auszugehen, dass es an einem zugelieferten Produkt liege.

(dpa)
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