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Der zornige Alte? - Tatsächlich werden Menschen eher milde

Dieses Thema ist filmreif: alte grummelige Menschen. Doch sind die Senioren wirklich so wie die Männer in „Frühstück bei Monsieur Henri” oder „Ein Mann namens Ove”?
Von wegen zornig: Der Effekt der Altersmilde setzt sich eher durch. Foto: Jens Büttner/dpa Von wegen zornig: Der Effekt der Altersmilde setzt sich eher durch. Foto: Jens Büttner/dpa
Berlin. 

Der biestige ältere Herr, der sich mit seinem Gehstock den Weg durch die Fußgängerzone bahnt. Oder die grummelige Großmutter, der niemand mehr etwas recht machen kann. Viele haben solche Bilder im Kopf, wenn sie ans Alter denken. Studien zeigen aber ein anderes Bild.

Der zornige Alte - Studien zeigen, dass das ein Klischee ist, sagt Jule Specht, die als Psychologin an der Berliner Humboldt-Universität die Entwicklung der Persönlichkeit im Laufe des Lebens untersucht. „Wir sehen eher, dass die Menschen - zumindest im Durchschnitt - altersmilde werden.”

Unter den fünf Persönlichkeitsdimensionen Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus nimmt bei vielen Menschen ab 60 die Verträglichkeit zu. Sie werden wohlwollender, hilfsbereiter, gutmütiger.

„Das hat auch seinen Grund”, erklärt Specht. Verträglich zu sein, hat viele Vorteile, wenn man älter wird und etwa auf Hilfe angewiesen ist. Hinzu kommt mehr emotionale Stabilität: Wer viele Erfahrungen gesammelt hat, lässt sich nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen.

(dpa)
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