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Familienrichter muss Kinder unter 14 Jahren anhören

Streiten Eltern um das Sorgerecht, spielt der Wille des Kindes vor Gericht eine wichtige Rolle. Kinder ab 14 Jahren müssen etwa zwingend angehört werden. Es kann jedoch auch erforderlich sein, dass jüngere Kinder zu Wort kommen. Das zeigt ein Fall aus Saarbrücken.
Ist der Wille und die Bindung des Kindes für die Entscheidung in einem Sorgerechtsstreit ausschlaggebend, müssen auch Kinder unter 14 Jahren angehört werden. Foto: Oliver Berg Ist der Wille und die Bindung des Kindes für die Entscheidung in einem Sorgerechtsstreit ausschlaggebend, müssen auch Kinder unter 14 Jahren angehört werden.
Saarbrücken. 

In Sorgerechtsverfahren müssen Kinder unter 14 Jahren persönlich angehört werden. Das gilt zumindest dann, wenn der Wille und die Bindung des Kindes für die Entscheidung von Bedeutung sind.

Die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein berichtet über folgendes Urteil des Saarländischen Oberlandesgerichts (Az.: 9 UF 54/17):

In dem verhandelten Fall sind die Eltern geschieden, die Kinder leben bei der Mutter. Diese beantragte im Mai 2017 das alleinige Sorgerecht. Der Vater war damit nicht einverstanden.

Vor Gericht hatte er Erfolg. Die Richter verwiesen darauf, dass das Familiengericht es versäumt habe, die Kinder anzuhören. Laut Gesetz müsse das Familiengericht ein Kind, das das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, persönlich anhören. Auch eine Anhörung in einem vorherigen Verfahren mache die erneute Befragung nicht verzichtbar. Das Gericht hob den Beschluss auf und verwies die Sache an das Familiengericht zurück.

(dpa)
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