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Ferienbetreuung kann große Herausforderung sein

Viele Eltern müssen in den Sommerferien arbeiten - und brauchen eine Betreuung für ihre Kinder. Vor allem größere Unternehmen bieten dies reichlich an. Kleine Betrieben können das dagegen oft nicht leisten.
Töchter von Schott-Mitarbeitern und ihre Austauschpartnerinnen aus Brasilien, China und den USA besichtigen im Rahmen eines Betreuungsprogramms das Werk des Spezialglasherstellers Schott. Foto: Melanie Bauer/Schott/dpa Töchter von Schott-Mitarbeitern und ihre Austauschpartnerinnen aus Brasilien, China und den USA besichtigen im Rahmen eines Betreuungsprogramms das Werk des Spezialglasherstellers Schott. Foto: Melanie Bauer/Schott/dpa
Mainz. 

Ganze sechs Wochen haben Kinder und Jugendliche im Sommer Ferien - länger als die meisten Eltern sich freinehmen können. In vielen Fällen entspräche das dem gesamten Jahresurlaub von Arbeitnehmern.

Und so stehen Eltern jedes Jahr wieder vor der großen Herausforderung, die Betreuung ihrer Kinder über die unterrichtsfreie Zeit hinweg zu organisieren.

Problematisch ist das vor allem für Mitarbeiter kleinerer Unternehmen. „Ein Handwerksbetrieb kann natürlich keine eigene Kinderbetreuung auf die Beine stellen”, sagt Rita Petry von der Berufsbildungsabteilung der Handwerkskammer der Pfalz.

Zwar seien handwerkliche Betriebe flexibel und könnten ihre Mitarbeiter auch mal kurz freistellen - aber grundsätzlich müssten die Familien selbst zusehen, wo sie die Kinder unterbringen.

Insbesondere bei Grundschulkindern sei die fehlende Ferienbetreuung ein Problem, sagt der stellvertretende Landeselternsprecher Markus Meier. Die Ferienzeit sei zu lang, als dass Eltern selbst die ganze Zeit für die Kinder da sein könnten.

Das Land Rheinland-Pfalz stellt in diesem Jahr erstmals 750 000 Euro für die Betreuung von Kindern in den Ferien zur Verfügung - das ermöglicht dem Bildungsministerium in Mainz zufolge etwa viermal so viele Betreuungsplätze wie im Vorjahr. Im kommenden Jahr soll es eine Million Euro sein.

Jedes beantragende Jugendamt kann dabei eine finanzielle Grundausstattung von 7400 Euro bekommen, dazu kommt eine individuelle Summe, die nach dem Anteil der 6- bis 13-Jährigen in einem Jugendamtsbezirk berechnet wird.

Doch auch hier dürfte der Bedarf längst noch nicht gedeckt sein. In diesem Jahr haben die Jugendämter Unterstützung für 31 359 Betreuungsplätze beantragt - bei 415 269 Schülern auf einer allgemeinbildenden Schule im Land. Der stellvertretende Landeselternsprecher Meier sagt mit Blick auf die Förderung: „Das ist wahrscheinlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein”.

Einfacher haben es Eltern, die bei größeren Unternehmen beschäftigt sind - diese bieten oft betriebsinterne Betreuungsangebote an. Beim Chemierisen BASF in Ludwigshafen etwa gibt es von „Minis on tour” über „Kids on tour” bis „Teens on tour” Programme für jede Altersstufe.

Die Kinder beschäftigen sich mit Natur und Wissenschaft oder bekommen Medienkompetenz vermittelt, wie Konzernsprecherin Katharina Maisch sagt. Es gebe Naturprogramme im Wald sowie Besuche im Zirkus und im Theater.

Beim Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim existiert ein Vollzeit-Betreuungsangebot für 6- bis 13-Jährige. Das wünschten sich die Eltern so, erklärt Sprecherin Heidrun Thoma. Allerdings: Jedes Kind kann höchstens zwei Wochen mitmachen.

Laut Thoma deckt das den Bedarf. Das Unternehmen arbeite mit der Jugendabteilung der Stadt Ingelheim sowie dem örtlichen Mehrgenerationenhaus und dem Sommerferien-Report Naturwissenschaften zusammen.

Auch der Spezialglashersteller Schott in Mainz kümmert sich um den Nachwuchs der Mitarbeiter. Die betriebseigene Kita sei den ganzen Sommer über geöffnet - auch für Mitarbeiterkinder, die sonst nicht in die Kita gingen, sagt Unternehmenssprecher Salvatore Ruggiero.

Das gleiche sich ganz gut aus mit denen, die in den Urlaub gingen. „Bisher haben wir niemanden abweisen müssen.” Außerdem biete Schott Camps für Hockey, Fußball und Leichtathletik sowie ein Austauschprogramm mit Kindern von Mitarbeitern an einem der Auslandsstandorte des Unternehmens.

Völlig gratis sind die Angebote für die Eltern freilich nicht. Bei BASF fallen nach Art des Programms Beträge von 120 bis 200 Euro für eine Woche an. „Das wird schon immer gut angenommen”, sagt die BASF-Sprecherin. Bei Boehringer sind die Kosten den Angaben zufolge „sehr gering”. Auch Schott spricht von einem „kleinen Betrag” für die Camps; die Flüge für das Austauschprogramm übernimmt die Firma.

(Von Philipp Saul und Christian Schultz, dpa)
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