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Für Menschen mit Durchblick

<span></span> Bilder > Foto: Frank Rumpenhorst (dpa-tmn)

Wintergarten, Fenster, Duschwand: Kaum ein Zuhause kommt ohne Glas aus. Um Einbau und Reparatur kümmern sich Glaser. Der Job ist körperlich anspruchsvoll – und das Material leicht zerbrechlich.

Ein typischer Arbeitsauftrag eines Glasers geht etwa so: Ein Kunde ruft an und wünscht sich für sein Badezimmer eine Dusche mit Glaswänden. Dann geht es um die Details: Sollen die Trennwände durchsichtig oder milchig sein, mit einer Gravur oder ohne, mit einem Handtuchhalter an der Außenseite oder nicht?

„Die Beratung ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit“, sagt Simon Schmitt. Der 17-Jährige ist Auszubildender im väterlichen Betrieb, der Glaserei Schmitt in Taunusstein. Mal geht es um eine Glasdusche, mal um die Verglasung eines Wintergartens oder um Regalböden aus Glas. „Das Spannende an dem Beruf ist, dass es so viele Gestaltungsmöglichkeiten gibt“, erklärt der Azubi. So können etwa Treppengeländer mit Glas konstruiert werden oder Treppenstufen.

Ob Glastüren, Vitrinen oder Spiegel in allen erdenklichen Varianten: Jeder Auftrag ist anders. „Als Glaser kommt man viel herum“, erzählt Azubi Schmitt. Eine sitzende Tätigkeit im Büro wäre nichts für ihn. Der Job sei allerdings körperlich anstrengend. Glaswände oder -scheiben mit Beschlägen haben mitunter viel Gewicht.

Der Beruf des Glasers wird in zwei Fachrichtungen angeboten – Verglasen und Glasbau sowie Fenster- und Glasfassadenbau. Die dreijährige Ausbildung machen Jugendliche im Betrieb und in der Berufsschule. Gemeinsam lernen alle Azubis zunächst, welche Glasarten es gibt. Sie setzen sich damit auseinander, wie sie Dämmstoffe für schall-, wärme- und kälteisolierende Fenster einarbeiten und Spiegelwände ein- und ausbauen.

Ausbildungsverträge: Rund 500 neue pro Jahr

„Handwerkliches Geschick ist für den Beruf unabdingbar“, sagt Stefan Kieckhöfel. Er ist Hauptgeschäftsführer beim Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks im hessischen Hadamar. Pro Jahr beginnen rund 500 junge Menschen eine Ausbildung zum Glaser. Knapp zwei Drittel der Azubis haben einen Hauptschulabschluss. Von Bewerbern wird ein gutes technisch-mathematisches Verständnis erwartet, erklärt Daniel Schreiber vom Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) in Bonn. Das brauchen sie, um bei Kunden berechnen zu können, wie viel Material sie benötigen.

In der Fachrichtung Verglasen und Glasbau schaffen sie zum Teil auch selbst Objekte aus Glas. Dafür fertigen sie zunächst eine Skizze an. Anschließend erstellen sie in der Werkstatt Schablonen. Mit deren Hilfe schneiden sie dann Glasflächen mit Lasern millimetergenau zu. Dann schleifen sie diese. So erstellen sie etwa Duschtrennwände, Glasvitrinen oder Spiegel.

Zu den Aufgaben gehört auch, Spiegel oder Bilderrahmen anzufertigen. Hierfür werden die Bilderleisten zugeschnitten, zusammengefügt und verleimt. Anschließend setzen Glaser die vorher auf die jeweilige Größe zugeschnittenen Bildergläser ein.

In der Fachrichtung Fenster- und Glasfassadenbau geht es darum, Glaskuppeln oder Glasfassaden an Gebäuden herzustellen. Sie fertigen zunächst Rahmenteile aus Holz oder Kunststoff und fügen dann die Glasteile ein. Glaser übernehmen auch Reparaturen. „Es ist möglich, dass man nachts oder am Wochenende raus und sich um eine Notverglasung kümmern muss“, erzählt Simon Schmitt, etwa nach einem Unwetter.

Neben der praktischen Arbeit im Betrieb haben Glaser-Azubis viermal im Jahr drei Wochen am Stück Unterricht an der Berufsschule. Dort lernen sie etwa, wie sie Fenster aus Holz, Kunststoff oder Metall herstellen. Die Ausbildungsvergütung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Sie liegt zwischen 400 im ersten und 700 Euro im dritten Lehrjahr. In der Regel steige eine fertige Fachkraft mit einem monatlichen Brutto von etwa 1800 Euro ein, sagt Kieckhöfel. Das Einkommen kann je nach Ausrichtung des Betriebs oder dem Tätigkeitsfeld geringer sein.

Nach der Ausbildung können Glaser im Glas- und Fensterbau arbeiten. Eine andere Möglichkeit ist der Bereich, bei dem es um Glas im Innenausbau geht. Nach erfolgreich abgeschlossener Gesellenprüfung besteht die Option, die Meisterprüfung abzulegen und sich selbstständig zu machen.

Simon Schmitt will eines Tages den väterlichen Betrieb übernehmen. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Erst einmal gilt es, die Ausbildung zu beenden und Erfahrungen zu sammeln. Etwa beim Einbau einer Glasdusche. Nachdem die entsprechenden Glasteile vom Hersteller geliefert wurden, müssen sie auf mögliche Kratzer geprüft und nach Kundenwünschen bearbeitet werden. Ist alles perfekt, erfolgt ein Anruf beim Kunden: „Ihre Glasdusche ist fertig, wann können wir zum Montieren kommen?“ Sabine Meuter/dpa

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