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Im zugefrorenem Teich eingebrochen: Was tun?

Die eisigen Temperaturen wirken verführerisch. Auch wenn ein Teich scheinbar zugefroren ist, kann das Betreten lebensgefährlich sein. Doch wie verhält man sich richtig, wenn man selbst oder andere auf dem Eis einbrechen?
Gefährliche Rutschpartie auf dem zugefrorenen Schlachtensee in Berlin: Gewässer sollte man erst betreten, wenn sie offiziell freigegeben sind. (Foto: Stephanie Pilick) Gefährliche Rutschpartie auf dem zugefrorenen Schlachtensee in Berlin: Gewässer sollte man erst betreten, wenn sie offiziell freigegeben sind. (Foto: Stephanie Pilick)
Berlin. 

Die eisigen Temperaturen wirken verführerisch. Auch wenn ein Teich scheinbar zugefroren ist, kann das Betreten lebensgefährlich sein. Doch wie verhält man sich richtig, wenn man selbst oder andere auf dem Eis einbrechen?

Das kalte Wetter lockt immer mehr Menschen auf zugefrorene Seen oder Teiche. Doch solange ein Gewässer nicht offiziell zum Betreten freigegeben ist, sollte man keinen Fuß draufsetzen, rät Silvia Darmstädter, Pressesprecherin des Deutschen Feuerwehrverbandes in Berlin. "Auch wenn das Ganze aussieht, als wäre es richtig dick zu, kann es sein, dass das trügerisch ist und man sofort einbricht", sagt sie. Das kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Die jeweiligen Behörden vor Ort wüssten am besten, wann das Eis tragfähig ist oder ob es unterirdische Strömungen gibt, die das Betreten gefährlich machen.

Zugefrorene Gewässer sollten zudem nur betreten werden, wenn sie bewacht sind. Außerdem gehen Schlittschuhläufer oder Spaziergänger besser nie allein auf das Eis, rät die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bad Nenndorf.

Denn das Betreten kann lebensgefährlich sein - insbesondere, wenn das Eis dunkle Stellen hat. Diese weisen auf eine zu geringe Dicke hin. Auch verschneite Eisflächen, bewachsene Uferzonen und Seen, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind, bergen die Gefahr, dass man dort einbricht. Das Eis brauche Zeit, um tragfähig zu sein, sagt DLRG-Präsident Klaus Wilkens. Als Richtwerte gelte bei stehenden Gewässern eine Stärke von mindestens 15 Zentimetern, bei fließenden Gewässern wie Bächen und Flüssen beträgt der Wert sogar 20 Zentimeter.

"Wenn es knistert oder knackt, wenn man Risse sieht oder wenn schwallweise Wasser auf die Oberfläche kommt, sollte man auf keinen Fall auf das Eis gehen", betonte Silvia Darmstädter vom Deutschen Feuerwehrverband. Wer diese gefährlichen Anzeichen erst bemerkt, wenn er schon auf der gefrorenen Fläche steht, legt sich am besten sofort möglichst flach hin. "Dann verbreitet man das Gewicht auf eine größere Fläche als wenn man nur auf den Füßen steht." Anschließend robbe man langsam zum Ufer, das sei das sicherste.

Bricht man mit einem Fuß ein, sei es wichtig, keine Panik zu bekommen. "Wenn ich merke, ich bin in direkter Nähe zum Ufer, kann ich versuchen, mich in Richtung Ufer fallen zu lassen oder auch versuchen, den Fuß zu entlasten und wieder herauszubekommen", erläuterte Darmstädter. Im drei bis vier Grad kalten Wasser erschlafften die Muskeln binnen weniger Minuten, der Körper erlahme und könne sich nicht mehr selber halten. "Dann wird es auf jeden Fall lebensgefährlich." Wer tiefer eingebrochen ist, könne versuchen, sich im Eis mit den Ellenbogen einen Weg in Richtung Ufer freizubrechen. Oder er wartet auf Hilfe von Menschen am Ufer und hält sich solange an der Eiskante fest.

Augenzeugen eines Eis-Unglücks sollten sofort einen Notruf unter der Telefonnummer 112 absetzen und parallel versuchen, den Eingebrochenen zu retten - allerdings ohne sich selbst Gefahr zu begeben. Helfer suchen sich daher am besten eine Unterlage wie eine Leiter oder Bretter, um ihr eigenes Gewicht so breit wie möglich zu verteilen und nicht selbst einzusinken. Ein Ast oder Hockeyschläger, an dem sich der Verunglückte herausziehen soll, werde aus demselben Grund möglichst über das Loch gelegt.

Ist jemand aus dem Eis befreit, wird er möglichst sofort in warme Decken, eine Rettungsfolie oder Jacken gehüllt. Vorsichtig erwärmen, laute die Devise, sagt Darmstädter. Heiße Getränke wie Tee - aber kein Alkohol - helfen ebenfalls, bis der Rettungsdienst eintrifft.

(dpa)
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