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Immer mehr Kita-Plätze für Kleinkinder - aber nicht genug

Jedes dritte Kind unter drei Jahren hat einen Betreuungsplatz. Das ist ein großer Sprung nach vorne. Aber der Bedarf ist noch größer. Und auch bei der Qualität sieht die zuständige Ministerin noch Handlungsbedarf.
Mehr Kleinkinder werden in Kitas betreut. Doch die Zahl der Plätze muss weiter steigen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa Mehr Kleinkinder werden in Kitas betreut. Doch die Zahl der Plätze muss weiter steigen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Berlin. 

Die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren ist von 2006 bis 2016 auf knapp 720 000 gestiegen - ein Plus von mehr als 400 000. Das geht aus einer Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Damit wird knapp ein Drittel dieser Kinder heute in Kindertageseinrichtungen betreut oder durch Tagesmütter oder -väter. Betreuungsbedarf war 2016 aber für knapp die Hälfte - 46 Prozent - angemeldet.

Die Ausgaben ders Staates für die Kindertagesbetreuung insgesamt haben sich demnach von 2005 bis 2015 mehr als verdoppelt und sind von 10,8 Milliarden Euro auf 23,7 Milliarden gewachsen. Die Antwort des Ministeriums auf die Anfrage liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) betonte, es gebe trotz beträchtlicher Fortschritte noch weitere „Baustellen” bei der Kinderbetreuung. Zusätzliche Plätze seien nötig, um den Bedarf etwa durch steigende Geburtenraten und zugewanderte Flüchtlingskinder zu decken. Auch bei der Qualität der Betreuung müsse mehr getan werden.

Bei der Zahl der Kinder unter drei Jahren pro Betreuer gibt es kaum Veränderungen. Kam 2012 rechnerisch auf 4,5 Kinder in einer Kita eine Vollzeitkraft, waren es 2016 vier Kinder. Bei denen über drei Jahren sank der Schlüssel von 9,1 auf 8,6 Kinder. In den ostdeutschen Ländern liegt die Quote in dieser Altersgruppe durchgängig über zehn.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Schwesig bei den Kosten für die Betreuung. „Es kann nicht sein, dass einige Kinder die Kita nicht besuchen können, weil die Eltern sich die Gebühren nicht leisten können.” Gerade Kinder von Geringverdienern besuchten seltener eine Kita als Kinder aus Akademikerhaushalten.

Dem Ministerium zufolge gibt es nach wie vor erhebliche Unterschiede bei der Nutzung der Kita-Angebote je nach Bildungsstand und zwischen Ost und West. Nur 16,4 Prozent der Eltern mit Hauptschulabschluss gaben ihre Kinder 2016 in die Betreuung, aber 37,7 Prozent derer mit Hochschulreife. In Westdeutschland waren es 28,1 und in Ostdeutschland 51,8 Prozent - deutscher Durchschnitt: 32,7 Prozent.

(dpa)
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