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Kind umarmt Nachbarn: Eltern müssen sich keine Sorgen machen

Viele Verhaltensweisen erlernen Kinder in den ersten Jahren ihres Lebens. So müssen sie lernen, wann Zuneigung gegenüber anderen Menschen angebracht ist und wann nicht. Eltern können durch lockere Gespräche aufklären.
Wen Kinder herzen und wen nicht, wird in den ersten Lebensjahren noch sehr großzügig entschieden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa Wen Kinder herzen und wen nicht, wird in den ersten Lebensjahren noch sehr großzügig entschieden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Baierbrunn. 

Kleine Kinder bekunden ihre Sympathie anderen gegenüber manchmal sehr unbefangen. Ein Vierjähriger kann beispielsweise noch nicht zwischen Menschen unterscheiden, bei denen eine Umarmung angebracht oder unangemessen ist. Eltern müssen sich daher keine Sorgen machen.

„Wenn die Atmosphäre locker ist und das Kind sich sicher fühlt, umarmt es eben auch mal den Nachbarn”, erklärt die Diplom-Psychologin Tanja Kretz-Bünese. Aufmerksam sollten Eltern nur werden, wenn sich das Kind jedem Fremden gegenüber so offen zeigt und auch den Postboten herzt. Das kann auf eine gestörte Bindung hinweisen, sagt Kretz-Bünese in der Zeitschrift „Baby und Familie” (Ausgabe 07/2017).

Wem das offenherzige Verhalten seines Kindes unangenehm ist, sollte versuchen, das in Worte zu fassen. So könnten Mutter und Vater zum Beispiel erklären: „Schau mal, Herrn XY haben wir gerade erst kennengelernt. Ich finde ihn auch sehr nett, zum Umarmen ist es aber noch zu früh, wir kennen ihn gar nicht richtig.” Mit so einer Erklärung können Kinder mehr anfangen, als wenn Eltern in der jeweiligen Situation nur verlegen lächeln.

(dpa)
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