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Kinder dürfen über Streit mit Großeltern Bescheid wissen

Den Kleinen kann man nichts vormachen. Sie merken schon, wenn sich Eltern und Großeltern nicht verstehen. Und fragen nach. Wie ehrlich sollten die Eltern dann sein?
Kinder sollten ein normales Verhältnis zu Oma haben - auch, wenn sich die Eltern gerade nicht mit ihr verstehen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Kinder sollten ein normales Verhältnis zu Oma haben - auch, wenn sich die Eltern gerade nicht mit ihr verstehen.
Fürth. 

Es passiert in den besten Familien: Die Eltern liegen im Clinch mit den eigenen Eltern oder den Schwiegereltern. Die Stimmung ist mitunter angespannt - und irgendwann kriegt auch das Enkelkind Wind davon.

Gänzlich vermeiden lässt sich das nicht: „Kinder werden Fragen stellen. Und dann gilt es für die Eltern, ehrlich zu sein”, rät Ulric Ritzer-Sachs von der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung . Denn wirklich vormachen kann man selbst den Kleinsten nichts. „Sie haben sehr feine Antennen.”

Wichtig ist aber, dass Eltern dem Kind weiter zugestehen, ein unbelastetes Verhältnis zu Oma und Opa zu haben. Unterstützen können sie dies, indem sie zum Beispiel sagen: „Du hast die tollste Oma der Welt. Aber ich habe gerade Streit mit ihr”, schlägt Ritzer-Sachs vor. Bei sehr empathischen Kindern kann es dann passieren, dass diese aus Loyalität mit Vater oder Mutter die Oma für eine Weile nicht mehr sehen wollen - das müssen alle Seiten aushalten.

Wie immer beim Thema Streiten gilt: die Konflikte möglichst nicht vor dem Kind austragen. Mädchen und Jungen können das Gesagte oft nicht einordnen und fühlen sich im Zweifel selbst schuldig. Passiert es trotzdem, sollten die Erwachsenen das Ganze nicht totschweigen - sondern Erklärungen anbieten, den Streit einordnen und auch eigene Fehler einräumen.

(dpa)
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