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Kinder klammern plötzlich: Viel Nähe gibt wieder Sicherheit

Eltern kennen das: Plötzlich wollen Kinder schmusen oder einfach nur Nähe. Und das, obwohl sie kurz zuvor einen großen Schritt in die Selbstständigkeit unternommen haben. Das ist ganz normal. Was dahinter steckt, erklären Experten.
Nicht nur kleine Kinder brauchen Nähe. Foto: Patrick Pleul Nicht nur kleine Kinder brauchen Nähe. Foto: Patrick Pleul
Fürth. 

Manchmal kommt es wie aus dem Nichts: Die vermeintlich selbstständigen Kinder sind auf einmal wieder anhänglich und ängstlich, wollen nicht mehr in die Kita oder in die Schule. Andere reagieren mit Bauchschmerzen oder können abends nicht einschlafen.

Auch wenn es anstrengend ist: Eltern sollten in dieser Phase viel Nähe zulassen. „Das gibt den Kindern Sicherheit”, sagt Dana Urban von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Entlastend sei auch zu wissen: Es ist eine Phase, die meist schnell wieder vorbeigeht.

Ist die Angst vor dem Abschied oder dem Alleinsein gerade akut, helfen feste Rituale: Beim Abschied in der Kita bekommt das Kind etwas von Mutter und Vater mit. Das kann ein Schmusetuch sein oder der Schlüssel, auf den das Kind bis zum Wiedersehen aufpasst. „Wichtig ist für Eltern, den Nachwuchs unbedingt verlässlich zur vereinbarten Uhrzeit abholen”, rät Urban. Auch das vermittelt den Kindern Sicherheit. Wenn möglich, kann es auch helfen, Sohn oder Tochter für eine begrenzte Zeit früher aus der Kita oder dem Hort abzuholen. So bleibt mehr gemeinsame Zeit am Nachmittag.

Auch wenn für Eltern solch ein Klammerverhalten oft wie aus dem Nichts kommt, ist das laut Urbans Erfahrung selten der Fall. Sie rät Eltern, genau hinzuschauen: Hat sich in letzter Zeit etwas in der Familie verändert? Das kann die Kitaeingewöhnung sein, eine neue Erzieherin, ein Umzug oder die Geburt eines Geschwisterkinds. Auch Stress bei den Eltern nehmen viele Kinder feinfühlig wahr und reagieren darauf. In solchen Umbruchphasen ist es normal, dass Kinder verstärkt die Nähe zu Vater und Mutter suchen.

(dpa)
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