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Stoisch bleiben: Schimpfwörter von Kindern nicht beachten

„Kacke”, „Mist”, „Dummi”: Irgendwann fliegen Eltern diese Worte um die Ohren. Das ist nicht leicht zu ertragen. Warum Eltern bei Kraftausdrücken dennoch entspannt bleiben sollten, erklärt ein Erziehungsexperte.
Bei älteren Kindern hilft es, eine Liste mit allen verbotenen Kraftausdrücken zu erstellen und aufzuhängen. Foto: Arne Dedert/dpa Bei älteren Kindern hilft es, eine Liste mit allen verbotenen Kraftausdrücken zu erstellen und aufzuhängen.
Fürth. 

Nach „Mama”, „Papa” und „Ich bin gar nicht müde” kommt irgendwann die Zeit der Schimpfwörter. Kinder finden es spannend, mit Kraftausdrücken um sich zu schmeißen und die Reaktion der Umwelt zu testen.

Ulric Ritzer-Sachs plädiert für einen entspannten Umgang mit Schimpfwörtern. Der Pädagoge arbeitet bei der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Je heftiger die Eltern auf ein bestimmtes Wort reagieren, umso begeisterter wird es das Kind gebrauchen.

Vor allem zu Beginn des Spracherwerbs spiegeln Kinder einem den eigenen Duktus: „Die Wörter, die ich regelmäßig nutze, wird auch mein Kind nutzen.” Insofern ist es wenig erfolgversprechend, der Tochter oder dem Sohn genau die Wörter abgewöhnen zu wollen, die einem selbst bei der geplatzten Mülltüte rausrutschen.

Ritzer-Sachs räumt aber ein: „Jeder hat eine persönliche Schmerzgrenze, was er tolerieren kann.” Wer bei bestimmten Begriffen zusammenzuckt, darf diese für zu Hause verbannen. „Wirksam ist auch, sie auf eine Liste zu schreiben, und für alle sichtbar an den Kühlschrank zu hängen.”

Viele Eltern machen auch die Erfahrung: Untereinander reißen Kinder teils noch härtere Sprüche. Damit grenzen sie sich von den Erwachsenen ab. Auch hier rät Ritzer-Sachs zu Toleranz. Gleichzeitig sollten Eltern immer wieder klarmachen: „Pass auf, wo und mit wem du so redest, das kann nach hinten losgehen.”

(dpa)
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