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Zurück auf Anfang: Wie das Comeback mit der Jugendliebe gelingt

Die Vorstellung ist romantisch: Nach langer Zeit trifft man seine Jugendliebe wieder, die alten Gefühlen entfachen neu - es könnte alles so schön sein. Doch die alte neue Liebe kann ihre Tücken haben.
Wer die Jugendliebe wiedertrifft, fängt selten bei Null an. Foto: Zerocreatives/Westend61 Wer die Jugendliebe wiedertrifft, fängt selten bei Null an.
Bad Homburg. 

Die erste Liebe ist und bleibt ein Leben lang etwas Spezielles. Das erste Mal flattern scheinbar Schmetterlinge im Bauch, der erste Kuss und der erste Sex sind unvergesslich.

Laut Angaben des Internetportals Elite Partner ist für 28 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen diese Phase ihres Lebens etwas ganz Besonderes. Kein Wunder, dass es Menschen, die nach Jahrzehnten plötzlich wieder ihrer Jugendliebe gegenüberstehen, schon mal komisch zumute wird - und sie sich vielleicht sogar wieder neu verlieben.

Doch welche Chance hat eine solche Liebe? Beide Menschen haben sich weiter entwickelt und viel erlebt. Und schließlich ist die Beziehung zu der Jugendliebe schon einmal gescheitert.

„Plakativ kann man sagen: Alte Liebe rostet nicht”, sagt hierzu der Diplom-Psychologe Rudolf Stroß aus Bergisch Gladbach. Schließlich ändert sich an der grundsätzlichen Persönlichkeit eines erwachsenen Menschen im Laufe der Jahre nichts. Wer sich vor 20 Jahren gut verstanden hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nun wieder schnell einen Draht zueinander finden. Hinzu kommt die gemeinsame Vergangenheit, es lässt sich wunderbar in Erinnerungen versinken.

Generell gilt laut Stroß, sich möglichst unbefangen und neugierig auf den anderen einzulassen. Man sollte weder zu sehr in der Vergangenheit schwelgen, noch negative Punkte in der Gegenwart überbewerten. Schließlich hat an jedem der Zahn der Zeit genagt. Das können Äußerlichkeiten sein, wenn etwa von der einstigen Lockenpracht nicht mehr viel übrig geblieben ist. Außerdem hat jeder sein Leben gelebt und entsprechende Erfahrungen gemacht, die ihn geprägt haben.

An einer Desillusionierung kommt daher niemand vorbei. „Man ist ja in seinen Vorstellungen wieder bei früher”, erklärt die Psychologin Bettina Gorißen aus Bad Homburg ein mögliches Problem. Doch die Vergangenheit ist vergangen, die Realität sieht anders aus. Zum Beispiel, wenn es nicht verkraftete Kränkungen gibt oder die Trennung sehr unschön verlaufen ist. Oder es handelte sich schon damals um eine kranke Beziehung. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich nun ein gesundes, haltbares Miteinander entwickelt, ist denkbar gering.

Dies alles kann spätestens nach der ersten Verliebtheitsphase ein Problem werden. Denn das ist der Nachteil: Man ist deutlich voreingenommener als in Beziehungen mit Menschen ohne gemeinsame Vergangenheit. Schnell wird der andere zum Beispiel bei der ersten Kränkung wieder innerlich in eine Schublade gesteckt, weil man sich an frühere Kränkungen erinnert. Aus dieser Schublade kommt er nur schwer wieder raus.

Wenn einer der beiden Partner merkt, dass er gewisse Erlebnisse aus der Beziehung in der Jugendzeit doch nicht verarbeitet hat, sollte er dies auf jeden Fall ansprechen. Er sollte sagen, dass ihn das immer noch beschäftigt und fragen, wie denn der andere die Situation damals erlebt hat. Ansonsten kann es sein, dass der Schmerz immer wieder hochkommt und die Schmetterlinge im Bauch langsam vergiftet.

Doch insgesamt haben solche Beziehungen die gleichen Chancen auf Bestand wie die von Paaren, die das erste Mal zusammenkommen. „Vielleicht ist ihr Zusammensein von Anfang an sogar intimer als bei anderen Paaren”, sagt Gorißen. Wie hoch das Verbundenheitsgefühl dank der gemeinsam verbrachten Jugend ist, hängt von mehreren Umständen ab. Natürlich ist es etwas anderes, ob man miteinander zwei Monate oder vier Jahre verbracht hat. Wichtig ist es auch, wie eng damals die Beziehung und ob man in die Familie des anderen eingebunden war.

(Von Sabine Maurer, dpa)

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