Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 30°C

Offen mit dem Thema umgehen: Wie man im Alter mit wenig Geld auskommt

Nicht selten müssen ältere Menschen jeden Cent zweimal umdrehen. Vielen ist das unangenehm, und sie ziehen sich zurück. Dabei kann es helfen, offen mit dem Thema umzugehen. Zum Beispiel gibt es auf Nachfrage oft Rabatte für Senioren.
Die Umstellung von einem vollen Gehalt auf die Rente fällt vielen schwer. Rentner sollten sich deshalb nicht scheuen, offen nach Rabatten zu fragen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn Die Umstellung von einem vollen Gehalt auf die Rente fällt vielen schwer. Rentner sollten sich deshalb nicht scheuen, offen nach Rabatten zu fragen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn
Bonn/Hamburg. 

Reisen, den Hobbys nachgehen, Konzerte und Theateraufführungen besuchen: Für die Rente haben sich manche viel vorgenommen - schließlich ist dann mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Aber in der Regel ist auch wesentlich weniger Geld da.

Viele ältere Menschen trauen sich nicht, mit den Geldsorgen offen umzugehen und kapseln sich deshalb ab. Dabei sind Betroffene mit ihren Sorgen nicht allein, sagt Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen: „Das Problem der Altersarmut wird von der Tendenz her größer.”

Nichtsdestotrotz: Wenig Geld zu haben, sei nach wie vor ein absolutes Tabu, sagt Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA). Der Grund: „Wenn man arm ist und darüber spricht, ist man in der Wahrnehmung oft selber Schuld.” Sozialpädagogin Andrea Truernit vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Hamburg, der die Broschüre „ Wenig Geld - viel Lebensfreude?! ” herausgebracht hat, rät trotzdem: Man sollte lernen, darüber zu sprechen und selbstbewusst damit umzugehen. Nur so gelangt das Thema mehr ins Bewusstsein der Menschen.

Wie Sie sich für das Alter absichern können, lesen Sie hier!

Klar ist: Den wenigsten fällt die finanzielle Umstellung von einem vollen Gehalt auf die Rente oder Pension leicht. „Der Einbruch ist schon massiv”, sagt Lenz. „Wer wenig hat, hat aber unter Umständen Anspruch auf staatliche Unterstützung wie die Grundsicherung .” Dazu sollten Senioren sich am besten an kommunale Beratungsstellen für ältere Menschen wenden.

Ob mit oder ohne Unterstützung - an manchen Stellschrauben lässt sich drehen, um hier und da ein bisschen Geld zu sparen. Lenz empfiehlt älteren Menschen, ein Haushaltsbuch zu führen. So finden sie heraus, wofür sie eigentlich Geld ausgeben und wo sie vielleicht etwas sparen können.

Nicht selten seien Geschenke eine nicht unwesentliche Ausgabe bei Senioren, sagt Sowinski. Das heißt nicht, dass man nichts mehr verschenken soll. Sowinski schlägt aber vor, möglichst viele Präsente selber zu machen - das könne zum Beispiel ein Foto der letzten gemeinsamen Unternehmung, ein netter Spruch oder ein Kompliment in einem Bilderrahmen sein. Auch selbst gestrickte Socken oder selbst eingekochte Marmelade seien prima Geschenke. „Das mangelnde Geld kann man so mit Zeit ausgleichen.”

Leseratten investieren viel Geld in Bücher und Zeitschriften. Lenz empfiehlt, Bücher in der Bibliothek zu leihen, statt immer neue zu kaufen. „Man kann oft sogar Wünsche äußern, was neu angeschafft werden soll.”

Wenn es um Unternehmungen geht, empfiehlt Truernit, sich zum Beispiel an die örtlichen Wohlfahrtsverbände zu wenden. Die veranstalten Kaffeenachmittage oder Ausflüge für wenig Geld - dabei knüpft man gleich noch neue Kontakte. Lenz rät auch, sich immer nach Vergünstigungen für Senioren zu erkundigen. Eine bundesweit einheitliche Regelung dafür gibt es nicht. Aber im öffentlichen Personennahverkehr, im Schwimmbad, im Zoo oder im Theater gibt es häufig Rabatte für Senioren - mal ab 60, mal ab 65 Jahren. „Man sollte seine Scheu verlieren und immer nachfragen”, sagt Lenz.

Vielleicht kann man auch das eine oder andere aus dem eigenen Haushalt noch zu Geld machen, schlägt Sowinski vor. Gut erhaltene Kleidung aus früheren Zeiten wie den 50ern, 60ern oder 70ern sei zum Beispiel wieder sehr begehrt. Oder es liegen noch ungeliebte Bücher herum, die es nicht mehr auf dem Markt gibt, oder ein überflüssiges Kaffeeservice. Wer sich im Internet auskennt, kann seine Sachen auch dort auf Online-Flohmärkten anbieten.

Ob man nun an kleinen Stellschrauben dreht oder sich um staatliche Unterstützung bemüht: „Man muss sich kümmern”, sagt Lenz. Und das Ganze nicht als Almosen sehen. „Das steht einem zu”, sagt sie. „Wenn etwas angeboten wird, warum sollte ich es nicht in Anspruch nehmen?” Wenn Unternehmen Sonderangebote haben, scheue sich ja auch niemand zuzugreifen.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Familie

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse