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1914: Eine Katastrophe: Wo war Ur-Opa im Ersten Weltkrieg? - So findet man Antworten

Vor 100 Jahren zog erst Europa und dann die Welt in den Krieg. In manch altem Fotoalbum finden sich noch Bilder von Männern mit Uniform und Pickelhaube. Näheres wissen Angehörige aber oft nicht. Archive im Internet helfen ihnen bei der Recherche.
Vielleicht ist es eines dieser Gräber: Viele Angehörige wollen genau wissen, wo ihre Verwandten während des Ersten Weltkriegs waren und wo sie heute begraben liegen. Foto: Rolf Haid Vielleicht ist es eines dieser Gräber: Viele Angehörige wollen genau wissen, wo ihre Verwandten während des Ersten Weltkriegs waren und wo sie heute begraben liegen. Foto: Rolf Haid
Freiburg. 

 

70 Millionen Männer unter Waffen, davon 13,2 Millionen aus Deutschland: Das sind die nackten Zahlen des Ersten Weltkriegs. Es waren die Großväter, Urgroßväter, Ururgroßväter der heute lebenden Generationen, die in den Schützengräben in Frankreich, im Gebirgskrieg in den Dolomiten und an der Ostfront in Ostpreußen oder in Galizien kämpften. Angehörige kennen von ihnen oft nicht viel mehr als einen Namen. Wenn sie mehr wissen wollen, müssen sie sich in Datenbanken und Archiven auf Spurensuche begeben.

Mit Basisdaten wie Geburts- und Todestagen lässt sich oft online recherchieren. So bietet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der die Gräber deutscher Soldaten im Ausland pflegt, auf seiner Webseite die Möglichkeit, nach den Grabstätten von Gefallenen beider Weltkriege zu suchen. «Unser Bestand zum Ersten Weltkrieg umfasst Angaben zu rund 800 000 Toten», sagt Volksbund-Sprecher Fritz Kirchmeier.

Eine erst seit kurzem erschlossene Quelle sind die Verlustlisten aus dem Ersten Weltkrieg. Es handelt sich um die offiziellen Mitteilungen über Tote, Verwundete, Vermisste und Gefangene, die in zeitungsähnlicher Form erschienen sind. Dass die 31 000 Seiten mittlerweile online nach Namen durchsucht werden können, ist einer Initiative des Vereins für Computergenealogie zu verdanken. «Die Listen lagerten an unterschiedlichen Orten, waren nicht elektronisch erfasst und deshalb für die Ahnenforschung kaum nutzbar», erzählt Vorstandsmitglied Jesper Zedlitz aus Kiel. «Rund drei Viertel der Listen sind mittlerweile erfasst.»

Wer mehr Details über das Schicksal seiner Vorfahren im Ersten Weltkrieg erfahren will, muss in den Archiven forschen. Allerdings klafft im Dokumentenbestand eine gewaltige Lücke. Bei der Zerstörung des Heeresarchivs in Potsdam im Jahr 1945 wurden unter anderem die Akten der Preußischen Armee vernichtet, die den Großteil der deutschen Truppen im Ersten Weltkrieg stellte. Darunter waren auch die Personalakten der Soldaten.

Trotzdem mache eine Anfrage beim Militärarchiv Sinn, sagt Thomas Menzel, Referatsleiter im Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg. Das Bundesarchiv verwahrt die Lazarettakten der Geburtsjahrgänge bis 1899 - von den Jahrgängen 1891 bis 1899 existieren allerdings nur noch die Geburtsmonate Januar und Juli. Die entsprechenden Unterlagen aller ab 1900 Geborenen lagern in der Deutschen Dienststelle in Berlin, die vor allem Daten über Teilnehmer des Zweiten Weltkriegs archiviert.

Eine weitere mögliche Anlaufstelle für die Suche nach Informationen ist das Stadtarchiv am Heimatort des Vorfahren. «Die Soldaten meldeten sich zum Teil dort ab, wenn sie eingezogen wurden», erläutert Menzel.

Deutlich besser ist die Datenlage für Angehörige der Streitkräfte aus Bayern, Sachsen und Württemberg sowie für die badischen Truppen innerhalb der preußischen Armee. Ansprechpartner sind die Archive in München, Leipzig, Stuttgart und Karlsruhe. Die Daten sind mittlerweile vollständig digitalisiert und können gezielt nach bestimmten Namen durchsucht werden. Das Münchner Archiv kooperierte dafür mit dem kommerziellen Anbieter Ancestry. Das Unternehmen, das sich auf Dienstleistungen zur Ahnenforschung im Internet spezialisiert hat, erfasste sämtliche Daten, die nun gegen Bezahlung im Netz recherchiert werden können.

(Von Eva Dignös, dpa)
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