E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 28°C

Steuererklärung: Ehepaare dürfen sich den Behinderten-Pauschbetrag teilen

Ehepaare können Einkommenssteuererklärungen getrennt veranlagen. Das kann sich finanziell lohnen. Zum Beispiel dann, wenn einer der Partner eine Behinderung hat.
Hat ein Ehepartner eine Behinderung, kann der andere den Pauschalbetrag in seiner Einkommenssteuererklärung anteilig nutzen. Foto: Armin Weigel Hat ein Ehepartner eine Behinderung, kann der andere den Pauschalbetrag in seiner Einkommenssteuererklärung anteilig nutzen.
Berlin. 

Menschen mit einer Behinderung können einen steuerlichen Freibetrag geltend machen. Diesen sogenannten Behinderten-Pauschbetrag dürfen sich Ehepaare auch teilen. So kann ein Partner ohne Beeinträchtigungen die Steuerbegünstigung in seiner Steuererklärung anteilig nutzen.

„Praktisch relevant ist dies, wenn sich das Ehepaar getrennt zur Einkommensteuer veranlagen lässt”, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Das kann in manchen Fällen günstiger als das Ehegattensplitting sein - etwa, wenn ein Partner in einem Jahr hohe Lohnersatzleistungen wie Kranken- oder Elterngeld oder eine Abfindung erhalten hat.

Bisher berücksichtigte das Finanzamt den Behinderten-Pauschbetrag nur bei demjenigen, der eine Behinderung hat. Zu Unrecht, entschied der Bundesfinanzhof (Az.: III R 2/17). Im konkreten Fall beantragte der Ehemann die Einzelveranlagung. Das war für das Paar steuerlich vorteilhafter. Gemeinsam mit seiner Ehefrau verlangte er, dass Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und der Steuerbonus für Handwerkerleistungen aufgeteilt werden. Das Finanzamt lehnte es ab, den Behinderten-Pauschbetrag bei ihm zur Hälfte zu berücksichtigen.

Der Bundesfinanzhof urteilte anders. Er ließ die Aufteilung zu. Denn das vom Finanzamt vorgenommene Aufteilungsverbot stehe so nicht im Gesetz. „Paare, bei denen ein Partner eine Behinderung aufweist oder beide Partner unterschiedliche Behinderungsgrade haben, können bei einer Einzelveranlagung die beste Lösung für sich aussuchen”, sagt Klocke. Verweigert der Fiskus die Aufteilung, sollten Betroffene Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen - sie können dabei auf das Urteil verweisen.

(dpa)

Zur Startseite Mehr aus Geld & Recht

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen