Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 19°C

Leiharbeiter sollten volle Fahrtkosten angeben

Die Entfernungspauschale steht für Leiharbeiter auf dem Prüfstand. Eigentlich erkennt das Finanzamt für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit nur den einfachen Weg an. Doch ein Gericht hat Leiharbeitern den Hin- und Rückweg anerkannt.
Fahrtkosten zählen zu den Werbungskosten. Dort sollten Leiharbeiter ihren Hin- und Rückweg mit 30 Cent je Kilometer angeben. Foto: Andrea Warnecke Fahrtkosten zählen zu den Werbungskosten. Dort sollten Leiharbeiter ihren Hin- und Rückweg mit 30 Cent je Kilometer angeben. Foto: Andrea Warnecke
Berlin. 

Leiharbeitnehmer sollten in ihrer Steuererklärung die Fahrtkosten zum Betrieb voll angeben. Das heißt, den Hin- und Rückweg. So entschied das Niedersächsische Finanzgericht.

Grundsätzlich berücksichtigt das Finanzamt für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte im Rahmen der Entfernungspauschale lediglich den einfachen Fahrtweg. Nach einem Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts können Leiharbeitnehmer aber Hin- und Rückweg mit 30 Cent je Kilometer in der Einkommensteuererklärung ansetzen (Az.: 9 K 130/16). „Sie befinden sich quasi dauerhaft auf Dienstreise”, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Im verhandelten Fall war der Kläger seit Mai 2012 bei einer Leiharbeitsfirma tätig. Das Arbeitsverhältnis wurde mehrfach bis Mai 2015 verlängert. Zwar legte der Vertrag fest, dass der Kläger zu jeder Zeit bundesweit versetzt werden könnte. Doch er war im Streitjahr 2014 ganzjährig für einen Entleihbetrieb tätig. Für die Fahrten zwischen seiner Wohnung und dem Entleihbetrieb machte er einen Werbungskostabzug geltend - und zwar für den Hin- und Rückweg. Dies lehnte das Finanzamt ab. Stattdessen berücksichtigte es lediglich die einfache Fahrtstrecke. Denn bei dem Betrieb handele sich um die erste Tätigkeitsstätte des Klägers.

Das saht das Finanzgericht anders. Aus dem Gesetz zur Arbeitnehmerüberlassung gehe hervor, dass nur eine vorübergehende Überlassung von Arbeitnehmern zulässig ist. Damit sei der Entleihbetrieb keine erste Tätigkeitsstätte, argumentierten die Richter. Gegen das Urteil legte das Finanzamt Revision beim Bundesfinanzhof (Az.: VI R 6/17).

Klocke rät: „Leiharbeitnehmer sollten die vollen Fahrtkilometer für Hin- und Rückweg in der Einkommensteuererklärung als Reisekosten geltend machen.” Akzeptiert der Fiskus dies nicht, können Steuerzahler gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen. Zur Begründung verweisen sie auf das laufende Gerichtsverfahren.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Geld & Recht

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse