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Mehr als heiße Luft: Föhne und Lockenstäbe

Aalglatt, wuschelig wild oder verführerisch gelockt: Stylinggeräte zwingen das Haar in jede erwünschte Form. Aber ist das Gerät zu heiß oder schlecht beschichtet, wird die Traumfrisur zum Albtraum.
Quizfrage: Was stimmt hier nicht?	Foto: Olly/Fotolia Quizfrage: Was stimmt hier nicht? Foto: Olly/Fotolia

Verführerische Locken à la Hollywood, sanfte Wellen oder glatte glänzende Haare - davon träumen viele Frauen. Wen die Natur nicht mit solchen Vorzügen gesegnet hat, muss zu Föhn, Lockenstab und Glätteisen greifen. Doch mit dem falschen Gerät kann man auch das Gegenteil einer Traumfrisur erreichen: Die Haaren könne austrocknen, brechen oder sogar verbrennen.

Schuld daran ist zu viel Hitze. Besonders trockenes oder gefärbtes Haar leidet darunter und kann kaputt gehen. „Feines oder chemisch bearbeitetes Haar sollte nie Temperaturen über 170 Grad ausgesetzt werden“, warnt daher der Friseurmeister Jens Dagné aus Worms, Vorstand in der Friseurvereinigung Intercoiffure Deutschland.

Trocknen mit Ionen

Er setzt bei Stylinggeräten auf Ionentechnik und spezielle Beschichtungen, die das Haar schützen oder sogar pflegen sollen. „Ionen-Föhne bringen einen schöneren Glanz und kürzere Trockenzeiten mit sich, weil die Schuppenschicht schneller versiegelt wird“, erläutert Dagné. Die Ionen docken am Haar an und neutralisieren es. Dadurch werde die statische Aufladung reduziert.

Für den Berliner Friseur Udo Walz ist beim Styling mit dem Föhn vor allem die Temperatur entscheidend. Das Gerät sollte mehrere Hitzestufen haben. „Auf keinen Fall zu heiß föhnen, höchstens mit 85 Grad“, empfiehlt Walz. Die Temperatur lasse sich am besten an der Pulsader des Handgelenks prüfen.

Franz Küveler, Art Director im Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in Köln, rät zu einem Föhn, der mindestens 1200 Watt leistet und eine Kaltstufe hat. „Kühle Luft reicht, um die Haare zu trocknen“, erläutert er. „Erst für das Styling sollte die Hitze zugeschaltet werden.“ Küveler rät zudem, das Netz des Föhns regelmäßig zu reinigen, da Staub dieses sonst verstopft und die Föhnluft zu heiß wird.

Die Temperatur von Glätteisen und Lockenstab sollte regelbar sein, damit die Benutzerin die Hitze auf ihre Haarstruktur abstimmen kann. So vertragen lockige oder widerspenstige Haare 170 bis 220 Grad, feines, dauergewelltes oder gefärbtes sollte laut Dagné nur bei 160 bis 170 Grad gestylt werden. Die Geräte dürfen Echthaarextension bei 140 bis 170 Grad bändigen. Der Friseurmeister rät, sich vor der Benutzung von Glätteisen oder einen Lockenstab beim Friseur beraten zu lassen.

Glättplatten aus Keramik

Gute Glätteisen seien innerhalb von 30 Sekunden einsatzbereit, erklärt Jens Dagné. Außerdem zeigen sie an, dass sie die Betriebstemperatur erreicht haben. „Unerlässlich ist eine Teflonbeschichtung, außerdem sollten die beiden Glättplatten aus Keramik sein.“ Für Küveler sollten die Platten eine Keramikbeschichtung haben. Walz empfiehlt Turmalin, welches dafür sorgt, dass sich das Haar nicht auflädt.

Lockenstäbe sind die schnelle und einfache Alternative zu Lockenwicklern. Sie sind besonders gut für Anfänger geeignet, die im Lockendrehen noch nicht so geübt sind. Besondere Vorsicht ist allerdings bei den Haarspitzen geboten: „Sie müssen exakt im Lockenstab geführt werden, damit es keine Knicke im Haar gibt“, rät Friseurmeister Dagné. Clips und Haarspangen helfen, die Haare zu unterteilen. Franz Küveler rät zu Lockenstäben mit einem Kegel an der Spitze, der sich nicht aufheizt. Damit können Haarpartien beim Styling abgeteilt werden - wie mit einem Kamm oder einer Klammer.

„Bei einer optimalen Pflege spricht nichts gegen die regelmäßige Benutzung von Stylinggeräten“, sagt Jens Dagné. Doch raten die Experten, besondere Stylingprodukte zu verwenden. Friseurmeister Udo Walz empfiehlt eine Keratin-Sprühkur. Diese wirke als Hitzeschutz und kräftige zugleich das Haar. Das Produkt wird vor dem Styling auf das Haar gesprüht.

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