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„Finanztest” zu Lebensversicherung: Widerspruch lohnt sich

Kunden können vielen Lebens- und Rentenversicherungsverträgen noch nach Jahren widersprechen. Voraussetzung: Die Verträge enthalten eine fehlerhafte Belehrung. In diesem Fall ist durchaus noch eine Nachzahlung möglich.
Verbraucher, die eine Lebensversicherung zwischen Mitte 1994 und Ende 2007 abgeschlossen haben, sollten ihren Vertrag prüfen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa Verbraucher, die eine Lebensversicherung zwischen Mitte 1994 und Ende 2007 abgeschlossen haben, sollten ihren Vertrag prüfen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Berlin. 

Ein Widerspruch kann sich für Kunden einer Lebensversicherung lohnen. Denn selbst lange nach dem Vertragsende sind oft Tausende Euro Nachschlag drin, berichtet die Zeitschrift „Finanztest” (Heft 8/2017) der Stiftung Warentest.

Der Grund: In Verträgen, die nach dem sogenannten Policenmodell abgeschlossen wurden, sind oft die Widerspruchsbelehrungen falsch. Kunden können ihren Verträgen daher auch heute noch widersprechen - selbst wenn der Vertrag schon lange gekündigt ist. Allerdings ist dafür Hilfe nötig.

Betroffen sind Lebens- und Rentenversicherungen, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden. Bei diesen Verträgen hatte der Bundesgerichtshof die Belehrungen als falsch moniert (Az.: IV ZR 76/11). In den Unterlagen hieß es zum Beispiel: „Wie Ihnen bereits aufgrund unseres Hinweises im Versicherungsantrag bekannt ist, können Sie innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt des Versicherungsscheins dem Versicherungsvertrag widersprechen. Zur Wahrung der Frist genügt eine rechtzeitige Absendung des Widerspruchs”. Den Richtern des BGH fehlte hier der Hinweis auf die Textform, in der der Widerspruch zu erklären ist.

Eine Rückabwicklung bringt laut Stiftung Warentest meist mehr Geld als eine Kündigung, weil die Versicherer dann alle Prämien einschließlich der hohen Abschluss- und Verwaltungskosten komplett erstatten müssen. Abziehen dürfen sie lediglich die Beiträge für den Versicherungsschutz wie Risikobeiträge für den Todesfallschutz.

Ob die Belehrung falsch ist, können Laien allerdings oft nicht alleine erkennen, schreibt „ Finanztest ”. Betroffene können sich entweder an die Verbraucherzentrale Hamburg, einen Anwalt oder Dienstleister im Internet wenden. Wer den Widerspruch angeht, sollte sich darauf einstellen, dass die Versicherungen die Forderung zunächst ablehnen. In diesem Fall können Verbraucher sich aber unter anderem an den Ombudsmann für Versicherungen wenden.

(dpa)
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