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Altenpflege als zukunftsweisendes Berufsbild – eine Chance für Migrantinnen?

Stadträtin Professor Dr. Daniela Birkenfeld vom Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung, die auf Einladung von beramí berufliche Integration e. V. am Mittwoch, den 14. November ins Spenerhaus kamen.
Stadträtin Professor Dr. Daniela Birkenfeld vom Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung, die auf Einladung von beramí berufliche Integration e. V. am Mittwoch, den 14. November ins Spenerhaus kamen.

Viele Migranten, die in den 1960er und 70er Jahren nach Deutschland kamen, sind heute im Rentenalter. Sie sind zunehmend auf Unterstützung durch ambulante und stationäre Altenpflegeeinrichtungen angewiesen. Gleichzeitig herrscht ein Mangel an Fachkräften in dieser Branche. Da Migrantinnen durch ihren kulturellen Background und ihre Vielsprachigkeit bereits einige Kompetenzen mitbringen, um eine interkulturelle Öffnung in Pflegeeinrichtungen zu unterstützen, wurde die Frage gestellt, ob der pflegerische Beruf für diese Zielgruppe eine reelle berufliche Chance eröffnen kann.

Zunächst wurde der Blick auf die Praxis in Pflegeeinrichtungen in Frankfurt gerichtet, wo laut einer Umfrage des Amtes für Multikulturelle Angelegenheiten nur die Hälfte der 40 befragten Pflegedienstleistern den Einsatz von mehrsprachigen Pflegepersonal als wichtig oder sehr wichtig eingestuft haben. Sigrid Becker-Feils, stellvertretende Geschäftsführerin von beramí : „Diese Erkenntnis ernüchtert, zumal den befragten Einrichtungen nicht abgesprochen werden kann, dass sie das Thema der Kultursensibilität und der Interkulturellen Öffnung immer stärker in den Blick nehmen und zumindest ein Viertel der befragten Einrichtungen durch diverse Angebote bereits umsetzen.“ Der Migrationsforscher Professor Dr. Philipp Anderson von der Universität Regensburg richtete in seinem Vortrag den Blick auf die Situation älterer Migrantinnen und Migranten in Deutschland.

Der demografische Wandel, die Überalterung der Gesellschaft und der Mangel an adäquaten – kultursensiblen Pflegeangeboten sowie an Fachkräften ist nicht allein ein deutsches Problem. Licia Boccaletti von Anziani e Non Solo aus Carpi berichtete über den Pflegenotstand in Italien und wie dort dem Fachkräftemangel begegnet wird.

Konkrete Lösungsansätze stellte der Veranstalter beramí aus seiner Praxis vor: In dem von der EU geförderten Projekt AMICO, entwickelt beramí gemeinsam mit europäischen Partnern ein Internettool, mit dem Pflegefachkräfte ihre Kompetenzen, aber auch ihre Berufserfahrung dokumentieren können. Da es das Berufsbild des/der Altenpfleger/-in nur in wenigen Ausnahmen in anderen europäischen Ländern gibt, birgt es für Bewerber/-innen und für Arbeitgeber eine große Chance, um Kompetenzen sichtbar und einschätzbar zu machen. Ziel des Projektes ist u.a. die Mobilität von Fachkräften in Europa zu fördern. In einem weiteren von der Stadt Frankfurt, dem hessischen Sozialministerium und dem Europäischen Sozialfonds finanzierten Projekt werden Migrantinnen, die bereits Kompetenzen und Erfahrungen auf diesem Gebiet vorweisen können, in einem Vorbereitungskurs auf die Ausbildung in der Altenpflege vorbereitet. „Sigrid Becker-Feils von beramí: „ Wir haben festgestellt, dass durch unsere Information über pflegerische Berufe das Interesse von Migrantinnen einen pflegerischen Beruf zu ergreifen, steigt. Den Erfolg, den wir mit unserem Vorbereitungskurs haben, hat uns darin bestärkt, uns in diesem Bereich zu engagieren.“, machte Becker-Feils deutlich.

In einer hochkarätig besetzten Talkrunde stellten u. a. Winfried Ellwanger von der nationalen Koordinierungsstelle ECVET (europäisches Punktesystem in der beruflichen Bildung) die Möglichkeiten dar, wie Qualifikationen mit einem Punktesystem auch für die Arbeitgeber transparent und sichtbar gemacht werden können. Andreas Heymann von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di unterzog die Arbeitsbedingungen in der Pflege einer kritischen Prüfung. Einen tiefen Einblick in die Praxis verschaffte Nadja Qani, Inhaberin des kulturseniblen, ambulanten Pflegedienstes AHP und Frédéric Lauscher, Geschäftsführer Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e. V.

Weitere Informationen bei Rosina Walter, Geschäftsführender Vorstand beramí berufliche Integration e. V., walter@berami.de, Telefon 069 / 91301011 oder
Cornelia Goldstein , Telefon 069 91301030, goldstein@berami.de
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