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Darmzentrum am Klinikum Frankfurt Höchst durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert

Frankfurt a.M. Darmkrebs stellt mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung dar. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist Darmkrebs sowohl bei Frauen als auch bei Männern die zweithäufigste Krebserkrankung.
Frankfurt a.M. Darmkrebs stellt mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung dar. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist Darmkrebs sowohl bei Frauen als auch bei Männern die zweithäufigste Krebserkrankung. In 90 Prozent aller Fälle gilt der Darmkrebs heilbar – wenn er früh genug erkannt und richtig behandelt wird. In den vergangenen Jahren verbesserte sich die Prognose durch multimodale Therapiekonzepte (Verbesserungen in der Früherkennung und Diagnostik, Chemotherapie, neue Operationsmethoden; neoadjuvante Strahlentherapie). Die Fortentwicklung individualisierter und differenzierter Behandlungsstrategien erfordert immer mehr eine fachübergreifende und qualitätsgesicherte ärztliche Zusammenarbeit. Im Jahr 2012 eröffnete das Klinikum Frankfurt Höchst unter der Federführung von Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Tumorchirurgie gemeinsam mit Prof. Dr. med. Klaus Haag, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 Gastroenterologie, Diabetologie, Allgemeine Innere Medizin, Infektiologie, ein interdisziplinäres Darmzentrum. Nach einem mehrmonatigen Verfahren erfolgte kürzlich die Zertifizierung des Darmzentrums nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DGK). Diese Zertifizierung dient den Patienten und Angehörigen als verlässlicher Qualitätsindikator.
 
„Der Name ´Darmzentrum´ ist nicht geschützt und kann prinzipiell von jeder Einrichtung verwendet werden. Erst die Zertifizierung dient den Patienten als verlässlicher Wegweiser und ist ein Beleg für hohe Professionalität – wie ein Gütesiegel“, unterstreicht Prof. Schwarzbach. Die erfolgreiche Zertifizierung als "Darmkrebszentrum" beweist, dass die strengen Kriterien an Qualitätsmanagement, Behandlungsstrategien, Abläufe und Organisationsstrukturen erfüllt sind und sich die Patienten in beste Hände begeben. Es zeige, dass die Patienten eine hochqualifizierte Behandlung nach modernsten Qualitätsansprüchen erhalten. Im Darmzentrum des Klinikums Frankfurt Höchst sind die Fachkompetenzen der verschiedenen medizinischen Bereiche gebündelt. Ein interdisziplinäres Team aus Spezialisten erstellt ein individuelles Behandlungskonzept - von der Vorsorge über die Therapie bis hin zur Nachsorge. Durch die enge Vernetzung spezialisierter Fachärzte und -abteilungen entfallen für die Patienten überflüssige Doppeluntersuchungen sowie unnötige Wartezeiten und Krankenhausaufenthalte. Eine leitliniengerechte Diagnostik und Therapie gewährleisten bestmögliche Behandlungserfolge. Als sogenanntes Organzentrum ist das Darmzentrum organisatorisch in das Tumorzentrum des Klinikums integriert.
 
„Diese Kompetenzbündelung soll die medizinische Versorgung der Krebspatienten in unserer Region auf allerhöchstem Stand halten und den medizinischen Fortschritt zeitnah allen Patienten zugute kommen lassen“, erklärt Prof. Haag. Im Darmzentrum gruppieren sich die Spezialisten um den im Mittelpunkt stehenden kranken Menschen. Sein optimaler, individualisierter Behandlungsweg durch das reichhaltige Angebot an Therapieformen wird im Darmzentrum geplant, koordiniert, dokumentiert und qualitätskontrolliert. So gehört die Erstellung und Einhaltung von Diagnostik- und Behandlungspfaden ("Prozessabläufe"), die auf den wissenschaftlich überprüften Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft basieren, zu den Kernelementen des Darmzentrums. Das Behandlungsspektrum des Darmzentrums umfasst neben einer genauen Diagnostik, die operative Therapie, Chemo- und Strahlentherapie, Schmerztherapie, psycho-onkologische Betreuung, Stoma-Versorgung, Ernährungsberatung, die Unterstützung bei der Einleitung von Reha-Maßnahmen und bei der Beschaffung von medizinischen Hilfsmitteln sowie die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen. Im Darmzentrum des Klinikums Frankfurt Höchst wurden im Jahr 2012 ca. 2000 Patienten behandelt, darunter ein Drittel ambulant. In 200 Fällen wurde eine bösartige Neuerkrankung des Darmes diagnostiziert.
 
Wichtige Spezialverfahren schließen Versorgungslücke bei der Behandlung von Darmkrebspatienten
Besondere Expertise weist die Klinik für Chirurgie in der Behandlung von gastrointestinalen Tumoren auf. Neben den „großen Operationen“ an Leber, Bauchspeicheldrüse und dem Magen- /Darmtrakt werden moderne minimalinvasive Techniken (laparoskopische Operationen) eingesetzt (z.B. Rektum- und Kolonchirurgie). Endoskopisch werden Krebsvorstufen oder frühe Krebsformen am Magen und Mastdarm mittels moderner Methoden (ESD = Endoskopische Submucosadissektion mit Hybrid-Needle Knife) entfernt. Die ESD-Methode ist in Deutschland bislang nur an hoch spezialisierten Zentren etabliert und schließt nach ihrer Einführung im Jahre 2011 in Frankfurt eine wichtige Versorgungslücke. Mit der ESD-Methode können zum Teil aufwendige und risikoreiche Operationen am Mastdarm und am Magen bei Krebsvorstufen oder frühen Krebsmanifestationen mit geringem Metastasierungsrisiko vermieden werden. Das Verfahren wird rein endoskopisch angewendet.
 
Die Hypertherme Intraperitoneale Chemoperfusion (HIPEC) ist ein modernes Verfahren, welches besonders bei Patienten mit metastasierten Tumorerkrankungen eingesetzt wird. Das Verfahren kann zum Beispiel bei Patienten mit Bauchfellmetastasierung sowie bei fortgeschrittenem Dick- und Dünndarmkrebs zum Einsatz kommen. Es wird in Deutschland nur in wenigen Zentren angeboten.
 
Auch in der onkokogischen Behandlung der Patienten gibt es Fortschritte. „Seit wenigen Tagen ist ein neues Fusionsprotein im Einsatz, welches auch im Zweitlinieneinsatz die Blutgefäßversorgung von kolorektalen Tumoren verhindert und so zu deren Bekämpfung beiträgt. Das Medikament (Wirkstoff Aflibercept) basiert auf einem neuen Wirkprinzip“, so Prof. Dr. med. Derigs.
 
Über das Tumorzentrum Frankfurt Höchst (TFH)
Die Etablierung des Tumorzentrum Frankfurt Höchst dient der Erweiterung der guten medizinischen und pflegerischen Versorgung durch die einzelnen Fachkliniken am Klinikum Frankfurt Höchst zu einer interaktiven, fachabteilungsübergreifenden optimierten Versorgung der Patienten. Hierbei bilden die nachfolgenden Zentren weitere Spezialisierungen, die entweder direkt zum Tumorzentrum gehören wie das Brustzentrum (zertifiziert durch die EUSOMA und die DKG) und das Gynäkologische Krebszentrum (zertifiziert durch die DKG) oder als Kompetenzzentrum am Klinikum Frankfurt Höchst mit ihrem Versorgungsangebot die Behandlung onkologischer Erkrankungen unterstützen. Hierzu gehören das Kompetenzzentrum für chirurgische Erkrankungen des Pankreas (zertifiziert durch die DGAV), das Kompetenzzentrum für chirurgische Koloproktologie (zertifiziert durch die DGAV) sowie das Darmkrebszentrum (zertifiziert durch die DKG). Mehr Informationen zu den medizinischen Zentren des Klinikums Frankfurt Höchst im Internet unter www.KlinikumFrankfurt.de.
 
Über das Zertifizierungsverfahren der DKG
Die Deutsche Krebsgesellschaft hat sich mit der Zertifizierung sogenannter Organkrebszentren durch die unabhängige Expertenkommission OnkoZert zum Ziel gesetzt, eine Verbesserung der Qualität bei der Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge onkologischer Erkrankungen und damit die verbesserte Versorgung der an Krebs erkrankten Menschen zu erreichen. Um das Zertifikat der DKG zu bekommen, müssen sich die am jeweiligen Fachzentrum beteiligten Kliniken einer externen Kontrolle stellen und eine Reihe von strengen Auflagen und Kriterien erfüllen. Eine der Voraussetzungen für die Zertifizierung ist die Interdisziplinarität der Einrichtung.

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Klinikum Frankfurt Höchst als Darmzentrum zertifiziert: PD Dr. med. Michael Grube, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie-Psychosomatik, Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach, Leiter des Darmkrebszentrums und Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Prof. Dr. med. Klaus Haag, stellv. Leiter des Darmkrebszentrums und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 (Gastroenterologie), und Prof. Dr. med. Markus Müller-Schimpfle, Chefarzt der Klinik für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin (v.l.n.r.), mit den Zertifikaten der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und ClarCert.
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