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Every day wine – aber welchen?

Wein, in vernünftigen Maßen genossen, gilt für viele Mediziner als gesundheitsförderlich. Doch was unterscheidet gute von schlechten Weinen, und worauf ist beim Kaufen und Trinken zu achten? Gutes Essen ohne Wein wäre für die Gigliones undenkbar, Wein als Rauschmittel ebenso. Für sie ist Wein eher wie ein Gewürz

Wein, in vernünftigen Maßen genossen, gilt für viele Mediziner als gesundheitsförderlich. Doch was unterscheidet gute von schlechten Weinen, und worauf ist beim Kaufen und Trinken zu achten?


Für Giuseppe Giglione gehören Wein und gutes Essen ganz selbstverständlich zusammen. „Meine Eltern kamen 1970 nach Bad Homburg. Unsere Familie stammt aus der Nähe von Agrigento, wir haben dort bis heute ein kleines Weingut von vier Hektar Anbaufläche. Schon im Alter von fünf Jahren, wenn wir die Sommerferien auf Sizilien verbrachten, habe ich bei der Arbeit im Weinberg ge­holfen.“ Gutes Essen ohne Wein wäre für die Gigliones undenkbar, Wein als Rauschmittel ebenso. Für sie ist Wein eher wie ein Gewürz: „Das Essen und das Leben werden etwas bekömmlicher davon. Aber Wein ist wie Pfeffer und Salz, nimmt man zu viel, verdirbt man den Genuss.“

Dass der Weinhandel einmal zu seinem Beruf werden könnte, war bei der Mischung aus Wein gut, Mitarbeit im Restaurant der Geschwister und kaufmännischer Ausbildung fast vorprogrammiert: „Über Jahre war ich auf der Suche nach einer Immobilie, als ich durch Zufall diesen Laden in der Koselstraße im Frankfurter Nordend fand.“ Hier geht er seit rund einem Jahr an drei Tagen in der Woche seiner Leidenschaft für italienische Weine nach. „Ich bin so eine Art Botschafter. Mein Ziel ist es, aus allen 20 Anbauregionen Italiens je ein Weingut zu vertreten, derzeit sind es 14. Alle Weine in meinem Laden stammen von Gütern, die nicht auf Masse, sondern auf Qualität setzen, und denen biete ich hier ein Forum.“

Der Anteil der Bioweine nimmt in Italien seit Jahren zu und damit auch im Angebot von Every Day Wine. Giglione: „Massenweine kommen für mich nicht in Frage. Bio allein macht aber noch keinen guten Wein. Zumal sich Bio nur auf den Anbau der Trauben bezieht, der Ausbau des Weins geschieht auf dieselbe Weise wie im konventionellen Anbau. Wer auf Qualität setzt, geht nachhaltiger mit Reben und Pflanzenschutzmitteln um; Winzer wie Roberto Ferrari arbeiten bis zur Lese intensiv im Weinberg und schneiden ihre Weinstöcke stark zurück. Anders lassen sich solche Qualitäten nicht erzielen. Ich wähle zunächst mit dem Gaumen; wenn der Geschmack stimmt, hat Bio den Vorzug.“ Der erste Rotwein aus biologischem Anbau, den Giglione in sein Programm aufnahm, ist Papàle, ein Primitivo des apulischen Traditionsweinguts Tenuta Zicari. „Der Papàle hat ein sehr kräftiges Aroma. Er schmeckt nach Zimt, Nelken, schwarzem Pfeffer und Waldfrüchten und harmoniert vorzüglich mit Wildgerichten, Lamm und geschmacksintensivem Käse.“

Giglione berät seine Kunden, welcher Wein zu welchen Speisen passt und wie man ihn am besten trinkt. Damit Wein bekömmlich bleibt, nennt Giglione einige einfache Regeln: „Immer etwas essen zum Wein, wenigstens ein Stück Käse, ein paar Oliven, etwas Brot. Und immer die gleiche Menge Wasser trinken wie Wein. Selbstverständlich in verschiedenen Gläsern!“ Regelmäßig lädt er seine Kunden zu Weinseminaren und zur Verkostung neuer Sorten ein. „Aber natürlich können Sie jede Sorte probieren, bevor Sie ihn kaufen. Der Wein soll ja nicht nur mir, sondern vor allem meinen Kunden schmecken.“
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