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Hilfe mit eigenem Blut

Schulterschmerzen, die sich aufgrund einer Enge zwischen Oberarmkopf und Schulterdach entwickeln, bezeichnet man als Impingement-Syndrom. Durch diese knöcherne Enge gleiten Sehnen der sogenannten Rotatoren-Manschette, und es kommt zu örtlichen Entzündungen des Gleitgewebes (Schleimbeutel-Entzündung). Ein unbehandeltes Impingement kann zu einem fortschreitenden Verschleiß der Sehne bis hin zum Sehnenriss führen.
Hilfe mit eigenem Blut

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen des Impingements: Zum einen kann es von außen durch einen knöchernen Sporn bedingt sein. Zum andern können aber auch Muskel­erkrankungen, Gelenkinstabilitäten oder eine Kalkschulter die Ursache sein. Beste­hen in der Schulter insbesondere Bewegungseinschränkungen, wäre als weitere Ursache ein Knorpel­scha­den denkbar. Knorpel überdeckt den gelenkbildenden Knochen und ermöglicht den beiden Ge­lenkspartnern, sich möglichst reibungsfrei zu bewegen. Stadium und Größe eines Knorpel­defek­tes können durch eine Kernspintomographie festgestellt werden. Infolge von Übergewicht und Bewegungsmangel werden die Betroffenen immer jünger.
 
Wurde ein Knorpelschaden diagnostiziert, ist es wichtig, die Ausbreitung in einem möglichst frühen Stadium zu hindern und den noch vorhandenen Knorpel zu erhalten. Eine solche regenerative Behandlungsform ist die PRP-Therapie mit konzentriertem, plättchen­­rei­chem Plasma. Dabei wird eigenes Blut zu einem Konzentrat auf­bereitet, das eine hohe Zahl von Blutplättchen (Thrombo­zyten) enthält. So werden die körper­eigenen Selbstheilungskräfte genutzt, die im Blut vorhanden sind. Das Plasma wird direkt am Ort des Schadens eingesetzt, um dort die Heilung anzu­regen und den Genesungsprozess ohne Nebenwirkungen zu beschleunigen.
 
Bei schweren Knorpelveränderungen bietet das arthroskopische Verfahren der Mikrofrak­tu­rierung Hilfe. Hierbei werden dem Knochen unterhalb des Knorpels kleine Verletzungen zuge­fügt. Durch diese gezielt gesetzten Blutungsherde wird ein Heilpro­zess eingeleitet. Eine weitere wiederherstellende OP-Methode bei größeren Defekten besteht darin, den teilzerstörten Knor­pel mit im Labor gezüchteten körpereigenen Knorpelfliesen abzudecken.  Durch die Kombi­na­ti­on von regenerativen Therapien mit schonenden, minimalinvasiven Operations­verfahren kann die Behandlung der Knorpelschäden deutlich verbessert werden.

Autor:
Dr. med. Jens Herresthal
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