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Nacht ohne Ruhe

Mehr als 20 Millionen Deutsche machen Nacht für Nacht ihren Partnern das Leben zur Hölle – sie schnarchen. Das nervenzersägende Geräusch, mehr oder minder laut, entsteht, wenn der Schlafende durch den geöffneten Mund atmet und das Gaumensegel in Schwingung gerät. Doch Schnarchen gefährdet nicht nur die Beziehung, sondern manchmal auch die Gesundheit.
Schnarchen Während eines 15 Minuten langen künstlichen Schlafs können mit einer endoskopischen Kamera die oberen Atemwege untersucht und das Schnarchen sichtbar gemacht werden.

Mehr als 20 Millionen Deutsche machen Nacht für Nacht ihren Partnern das Leben zur Hölle – sie schnarchen. Das nervenzersägende Geräusch, mehr oder minder laut, entsteht, wenn der Schlafende durch den geöffneten Mund atmet und das Gaumensegel in Schwingung gerät. Doch Schnarchen gefährdet nicht nur die Beziehung, sondern manchmal auch die Gesundheit.

Macht Schnarchen krank?
Gefährlich wird Schnarchen immer dann, wenn die erschlafften Weichteile im Rachen die Luftröhre komplett blockieren. Bei knapp drei Millionen Schnarchern, sogenannten Schlafapnoikern, ist dies der Fall: Ihr Atem setzt immer wieder aus, der Körper wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Viele Symptome deuten auf eine Schlafapnoe hin: Abgeschlagenheit, morgendliche Mundtrockenheit und Kopfschmerzen, Einschlafneigungen am Tage, Potenzstörungen und nächtliches Wasserlassen. Vor allem vom Partner werden zudem geistige Leistungsminderung, Persönlichkeitsveränderungen und unregelmäßiges Schnarchen mit längeren Atempausen bemerkt. Schlafapnoiker leiden häufig an Kopfschmerzen, langfristig stellen sich Herzrhythmusstörungen, -insuffizienz und Bluthochdruck ein bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Um Schlafapnoe zu diagnostizieren und langfristigen Gesundheitsschäden vorzubeugen, ist eine eingehende fachärztliche Untersuchung erforderlich.

Welcher Schnarchtyp sind Sie?
Am Anfang stehen das Erfragen der Beschwerden und eine ausführliche körperliche Untersuchung. Die nächste Stufe ist das ambulante Schlafscreening: Ein ambulantes Meßgerät zeichnet während der Nacht verschiedene Parameter wie Herzfrequenz, Herzrhythmus, Sauerstoffsättigung im Blut, Atmung sowie die Anzahl möglicher Atemaussetzer auf. Werden dabei auffällige Befunde festgestellt, schließt sich das stationäre Schlaflabor an. Hier werden über eine oder mehrere Nächte die Schlaftiefe und Schlafqualität untersucht und eine Videoaufzeichnung durchgeführt. Weiteren Aufschluß kann eine Schnarch-Videoendoskopie ergeben: Der Patient wird für etwa 15 Minuten in künstlichen Schlaf versetzt; mit einer endoskopischen Kamera können dann die oberen Atemwege untersucht und das Schnarchen sichtbar gemacht werden.

Was kann man tun?
Standardtherapie bei Patienten mit Schlafapnoe ist die nächtliche Überdruckbeatmung. Da diese Therapie zwar effizient ist, das Tragen einer Atemmaske aber nicht von allen Patienten toleriert wird, gibt es Alternativen. Sie reichen vom nächtlichen Tragen einer Zahnschiene bis zu chirurgischen Eingriffen. Eine neuere Behandlungsmethode ist der Alaxo-Stent, ein Röhrchen aus weichem Drahtgeflecht, das vor dem Schlafengehen in die oberen Atemwege eingeführt wird und die Atemwege während der Nacht offenhält.

Kinder mit Schlafapnoe
Eine besondere Patientengruppe mit nächtlichen Atemaussetzern sind Kinder. Ihr Schlaf ist unruhig, am Tag sind sie oft
gereizt und unkonzentriert. In den meisten Fällen kann hier durch eine operative Verkleinerung der Gaumenmandeln und/oder durch die Entfernung der Rachenmandeln Abhilfe geschaffen werden.

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