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Neu: Gefäßchirurgen des Klinikums Frankfurt Höchst behandeln mit Unterdrucktherapie

Frankfurt a.M. Mit dem Lower Body Negative Pressure Device steht im Gefäßzentrum des Klinikums Frankfurt Höchst, unter Leitung von Prof. Dr. med. Wolf-Joachim Stelter nun ein speziell für die Unterdrucktherapie bei Erkrankungen der unteren Extremitäten des Menschen entwickeltes und dafür zertifiziertes Medizingerät, als erstes seiner Art im Rhein-Main-Gebiet, allen Patienten mit Gefäßleiden zur Verfügung.
Das der Therapie zu Grunde liegende Verfahren stammt aus der bemannten Raumfahrt und wurde von der NASA in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zur Unterstützung der Herz-Kreislauffunktionen bei Astronauten entwickelt. „Was bei gesunden Astronauten unter widrigen Umständen deren Kreislaufsystem entlastet, kann hier auf der Erde Patienten sehr wirksam bei der Linderung und Heilung von Lymph- und Blutgefäßleiden helfen. Mit dem Einsatz des Gerätes soll die Gehleistung verbessert, Schmerzen vermindert und Amputationen vermieden werden“, erklärt Prof. Schwarzbach, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie des Klinikums Frankfurt Höchst. Aber auch zur Unterstützung der Behandlung krankhafter Flüssigkeitseinlagerungen, Schwellungen nach Operationen, Verletzungen und komplizierten Wunden kann die Unterdruckbehandlung eingesetzt werden. Ansprechpartner für die Unterdrucktherapie im interdisziplinären Gefäßzentrum am Klinikum Frankfurt Höchst ist Dr. med. Thomas Engelhardt.

Einfach, aber sehr wirksam: Das Prinzip der Unterdruck-Röhre

Dekompression durch Unterdruck in der Röhre entspannt in variablen Intervallen die äußeren Haut- und Unterhautschichten der Beine. Zyklen von Unterdruck und normalem atmosphärischem Druck wirken wie ein zweites Herz: Sie erleichtern den Zustrom von sauerstoffreichem arteriellen Blut in die untere Körperhälfte. In den  unterdruckfreien Intervallen sorgt die Eigenelastizität der Gewebe für eine sanfte Kompression ohne Druck, ohne Schmerz. Das kann den Blutrückstrom in die Venen der Beine und den Lymphabfluss sehr wirksam fördern. Bei jedem Patienten und Krankheitsbild werden die Stärke des Unterdrucks und die Dauer der Intervalle individuell eingestellt.

Das Gerät besteht aus einer Liege und einer Unterdruckkammer, in der sich während der Behandlung die untere Körperhälfte der Patienten befindet. Die Unterdruckkammer ist gegen die Umgebung mittels einer Abdichtung, einer sogenannten Iris-Blende, die etwa in Höhe des Nabels des Patienten positioniert wird, weitestgehend luftdicht abgeschlossen.

Eine Behandlung dauert etwa 20 Minuten. Stationäre Patienten profitieren von täglichen Anwendungen, ambulante Patienten erhalten je nach Bedarf Termine über mehrere Monate und bis zu dreimal pro Woche. „Die Behandlung ist völlig schmerzlos, ungefährlich und bei fast jedem Menschen anwendbar“, unterstreicht Dr. Engelhardt. Es sind zudem keine negativen Nebenwirkungen bekannt. Als angenehme Nebeneffekte fühlen sich die Beine und Füße der Patienten nach der Behandlung wunderbar leicht an. Der rhythmische Zug am Becken wirkt außerdem wie eine angenehme Traktion am Rücken sowie an der Wirbelsäule und kann zusätzlich Verspannungen im Rücken entlasten.

Zielgruppe sind Patienten mit Durchblutungsstörungen in den Beinen (Schaufensterkrankheit, PAVK) sowie in den kleinen Gefäßen bei Diabetes (Diabetische Mikroangiopathie), Patienten mit chronischer Venenschwäche (mit und ohne offene Wunden), bei Lip- und Lymphödemen der Beine sowie komplizierten Wunden an Beinen und Füßen (z.B. Verletzungen, Operationen, Amputationen). Zusätzlich können Patienten aus Orthopädie, Traumatologie und Sportmedizin bei der Rehabilitation unterstützt werden.

Über das Interdisziplinäre Gefäßzentrum

Erkrankungen der Gefäße wie zum Beispiel Verengungen oder Erweiterungen der Schlagadern, Krampfadern oder auch die „Schaufensterkrankheit“ können heute sehr erfolgreich behandelt werden. Dazu arbeiten im Gefäßzentrum am Klinikum Frankfurt Höchst Spezialisten verschiedener Fächer Hand in Hand – für eine exakte Diagnose und erfolgreiche Therapie. Oft werden verschiedene Methoden kombiniert, um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen. So findet die Unterdruckbehandlung ihren festen Platz als willkommene Ergänzung der Behandlungsoptionen. Weitere Informationen zur Unterdrucktherapie und Terminvereinbarung telefonisch unter 069 3106-3450 oder per E-Mail an thomas.engelhardt@KlinikumFrankfurt.de   

Durch die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Matthias Schwarzbach, werden auf ihren verschiedenen Spezialgebieten sämtliche operative Verfahren im Gesamtgebiet der Chirurgie durchgeführt. Der Fachbereich Gefäßchirurgie ist ein Zentrum für die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Arterien, der Venen und der Lymphgefäße. Alle modernen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten stehen auf höchstem Niveau zur Verfügung. Eine fachübergreifende Behandlung von Patienten gemeinsam mit der Radiologie, Neuroradiologie, Diabetologie, Kardiologie, Neurologie und Nephrologie (Dialyse) erweitert die Behandlungsmöglichkeit der Patienten und gewährleistet ein individuelles, optimiertes Behandlungskonzept.

Das Klinikum Frankfurt Höchst ist eine Einrichtung der höchsten Versorgungsstufe und Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe Universität mit 18 Kliniken (986 Betten vollstationär, 44 tagesklinische Plätze), zwei Zentralinstituten, dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ), dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) sowie Krankenpflegeschulen und Schulen für nichtärztliche medizinische Fachberufe. Über 2.000 Beschäftigte versorgen jährlich ca. 34.000 stationäre und 80.000 ambulante Patienten aus einem weiten Einzugsgebiet. Als gemeinnützige Gesellschaft des privaten Rechts (GmbH) befindet sich das Klinikum in vollständiger kommunaler Trägerschaft. Ein Ersatzneubau wird bis 2016 errichtet. Mehr Informationen zu den medizinischen Zentren des Klinikums Frankfurt Höchst im Internet unter www.KlinikumFrankfurt.de.
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