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Diät: Abnehmen - aber richtig: Tipps und Tricks zum Abspecken

So viele quälen sich im gerade begonnenen Jahr, um ein paar Kilos loszuwerden: Sie ersetzen Mahlzeiten durch Drinks, verzichten auf Kohlenhydrate oder schlucken Pillen. Experten erklären, was wirklich hilft - und warum ständige Diäten das Abnehmen zunehmend schwerer machen.
Mit einer Blitzdiät passt jedes Kleidungsstück wieder so gut wie früher - nachhaltig ist der Gewichtsverlust dann aber nicht unbedingt. Foto: Monique Wüstenhagen Mit einer Blitzdiät passt jedes Kleidungsstück wieder so gut wie früher - nachhaltig ist der Gewichtsverlust dann aber nicht unbedingt. Foto: Monique Wüstenhagen
Hamburg.  Es klingt so einfach: Ein paar Pillen schlucken oder Pulver verrühren, und schon schmilzt das Fett. So kennt man es aus der Werbung. Dass es in der Realität nicht so einfach ist, ist vielen klar. Noch schwieriger wird es, wenn man schon viele Diäten hinter sich hat. Aber was hilft wirklich? Sind Abnehmprodukte sinnvoll, rausgeschmissenes Geld - oder sogar gefährlich?

Der wohl größte Markt an Abnehmprodukten gehört den sogenannten Formula Produkten. Das sind Pulver, die in Wasser oder Milch gerührt werden - sie sollen eine oder mehrere Mahlzeiten am Tag ersetzen. «Viele haben aber von diesen Trinkdiäten schnell genug», sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Schließlich bleibt der Genuss ziemlich auf der Strecke. «Außerdem sind die Werbeversprechen übertrieben.» Eines der Probleme mit den Getränken stellt sich vor allem dann ein, wenn der Abnehm-Willige nur einzelne Mahlzeiten damit ersetzt: Er isst zu den anderen Mahlzeiten oder zwischendurch automatisch mehr. Der Effekt des Drinks geht damit gegen null.

Bei stark Übergewichtigen könnten die Formula Produkte aber eine Starthilfe sein, sagt Schwartau. Der Vorteil: Über solche Getränke können Betroffene eine genau abgemessene Kalorienmenge zu sich nehmen, ergänzt Lars Selig, Diätassistent und Leiter des Ernährungsteams an der Uniklinik Leipzig. Auch alle wichtigen Vitamine seien in den meisten Produkten enthalten.

Aber auch er meint: Die Trinkdiäten funktionieren nur, wenn man es ganz exakt macht. «Es funktioniert unter ärztlicher Aufsicht, wenn man nichts isst, sondern nur drei bis fünf Drinks - je nach Sorte - am Tag trinkt. Und das für sieben bis zehn Tage», sagt Selig.

«Das funktioniert kurzfristig, schließlich stellt man die Ernährung komplett um - dann muss man aber grundsätzlich an seiner Ernährung drehen», sagt Prof. Andreas Fritsche vom Lehrstuhl für Ernährungsmedizin und Prävention am Universitätsklinikum Tübingen. «Eigentlich sind alle Diäten, die auf Mangel oder Beschränkungen basieren, abzulehnen oder sogar gefährlich.» Wer etwa plötzlich komplett auf Kalorien verzichte, versetze seinen Körper in einen Notstand.

Und: Mit jeder Diät, bei der man sich stark einschränkt, sinkt auch der Energiestoffwechsel - der Körper versucht mit aller Macht, die Vorräte zu halten. Das Abnehmen wird doppelt schwierig. «Je mehr Diäten man macht, desto weniger wirken die», sagt Lars Selig.

In der Werbung gibt es noch andere erfolgversprechende Mittelchen. So sollen spezielle Pillen das Fett aus der Ernährung binden. Das soll den Herstellern zufolge wieder ausgeschieden werden - statt sich an den Hüften festzusetzen. «Aber auch das kann kaum jemand länger durchhalten, weil man schlimme Fettdurchfälle davon bekommen kann», sagt Selig. Auch der Erfolg halte sich in Grenzen: Selbst wer die Nebenwirkungen in Kauf nimmt, verliere oft nur wenige Kilos.

Zu unserem Dossier: "Diäten im Selbsttest"

Bei den meisten anderen Mitteln sei die Wirksamkeit nicht nachgewiesen, Hinweise auf der Packung wie «Wirksamkeit bestätigt» beziehen sich teils nicht auf den Abnehm-Effekt.

Aber was hilft dann wirklich gegen die Pfunde? Klar, der Grundsatz ist: Wer mehr verbraucht, als er zu sich nimmt, nimmt ab. Wichtig ist erst einmal, sich seiner persönlichen Schwächen bewusstzuwerden, empfiehlt Silke Schwartau. Was esse ich eigentlich den Tag über? Mal am Wochenende ein Stück Kuchen ist sicher nicht das Problem. Aber sind es die allabendlichen Chips?

Wer sich nicht sicher ist, wo das Problem eigentlich liegt, dem empfiehlt Selig, mal eine Woche ein Ernährungs-Tagebuch zu führen, um so das Hauptproblem auszumachen - und zuerst wirklich nur dieses anzugehen. Denn: Je kleiner die Veränderung, desto einfacher und langfristiger lässt sie sich umsetzen. «Nur wer Baustein für Baustein ungünstige kaloriendichte Lebensmittel austauscht, kann seine Lebensgewohnheiten ändern», sagt Fritsche.

Bilderstrecke Die zehn größten Lebensmittel-Mythen
<strong>1. Salat essen macht schlank</strong><br />
Salat ist grundsätzlich sehr gesund. Allerdings machen wir meist bei der Zubereitung den Fehler, dass wir ihn mit zu viel Fett oder Zucker anmachen. Also ruhig mal zu etwas Vollwertigem greifen anstatt nur Salat zu Essen.<strong>2. Dunkles Brot ist gesünder als helles Brot</strong><br />
Ob ein Brot gesünder ist als das andere, liegt einzig und alleine an der Qualität des Mehles und dem Anteil des Vollkorns. Das ist weder an der Farbe zu erkennen, noch hat das irgendetwas mit der Farbe zu tun.
Da sich diese Annahme allerdings hartnäckig in den Köpfen festgesetzt hat, färben sogar viele Hersteller minderwertiges Brot dunkler um den Anschein zu erwecken, man würde gesundes Brot kaufen. Hier hilft nur ein Blick auf die Inhaltsstoffe.<strong>3. Nudeln machen dick</strong><br />
Falsch! Wenn Sie abnehmen möchten, ist es nicht nötig die Spaghetti aus Ihrem Speiseplan zu verbannen. Das, was nämlich eigentlich dick macht, sind die Soßen, mit denen wir die Spaghetti servieren. Sie glauben es immer noch nicht? Was sagen Sie dann dazu: Eine Portion Spaghetti aus 60 g enthält nur 220 Kalorien. Im Vergleich dazu besitzt eine Portion Pommes Frites ganze 360. Vermeiden Sie also lediglich die Soßen und genießen Sie Ihre geliebten Spaghetti mit Gemüse und Olivenöl.
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