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Allergien: Wenn das Immunsystem verrückt spielt

Das Immunsystem schützt Menschen vor Krankheiten. Bei Allergikern ist es jedoch Teil des Problems: Es kann nicht gut zwischen Gut und Böse unterscheiden - und verursacht so unangenehme Reaktionen.
Bei einer Pollenallergie ist das Immunsystem Teil des Problem. Es schickt seine Antikörper umsonst los, wenn der Körper mit Blütenstaub in Berührung kommt. Denn diese sind harmlos. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa Bei einer Pollenallergie ist das Immunsystem Teil des Problem. Es schickt seine Antikörper umsonst los, wenn der Körper mit Blütenstaub in Berührung kommt. Denn diese sind harmlos.
Hamburg. 

Rote Pusteln, tränende Augen, keuchender Atem - mit solchen Symptomen haben Allergiker zu kämpfen. Ihr Immunsystem meint es ein bisschen zu gut mit ihnen.

Was das kann?

Das menschliche Immunsystem ist ein Wunderwerk. Es schützt den Körper vor ungebetenen Gästen, indem es sie blitzschnell erkennt und zum Beispiel mithilfe von Botenstoffen wieder hinauswirft. Bei manchen Menschen schießt es allerdings deutlich über das Ziel hinaus und geht gegen harmlose Dinge vor. Kommt der Körper eines Allergikers mit Pollen, bestimmten Lebensmitteln oder etwa Staub in Berührung, schickt das Immunsystem völlig umsonst seine Antikörper los - und löst so eine unangenehme oder gar gefährliche allergische Reaktion aus.

Was also tun?

Das Immunsystem schulen. Es ist nicht festgelegt in seinen Ansichten. Unter Umständen lässt es sich davon überzeugen, dass Birkenpollen völlig harmlos sind. „Im Rahmen einer spezifischen Immuntherapie wird der Körper binnen rund drei bis fünf Jahren an das Allergen gewöhnt”, erklärt Jana Witte, Oberärztin an der Klinik für Dermatologie und Venerologie des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf. Möglich ist das zum Beispiel bei Pollen- oder Insektengiftallergien.

Bei Kindern kann man noch früher ansetzen. Gibt es bereits Allergiker in der Familie, sollte ein Säugling möglichst vier Monate lang gestillt und schon ab dem fünften Monat mit Beikost gefüttert werden. „Dabei keine Lebensmittel weglassen”, rät Witte. Und: die Kinder nicht zu sehr vor Keimen schützen. „Der Kontakt zu anderen Kindern etwa kann Allergien ein Stück weit vorbeugen.”

(dpa)
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