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Medizin & Gesundheit: Bessere Diagnostik bei Grünem Star

Man merkt es erst, wenn es schon fast zu spät ist: Bei der Augenerkrankung Grüner Star sind Vorsorge-Untersuchungen daher das A und O. Mediziner bemühen sich um Aufklärung - und entwickeln neue Methoden zur Früherkennung.
Für die weit verbreitete Augenkrankheit Grüner Star (Glaukom) werden die Heilungschancen durch Früherkennung immer besser. Ärzte empfehlen eine Vorsorge ab 40. Foto: Jens Wolf/dpa Für die weit verbreitete Augenkrankheit Grüner Star (Glaukom) werden die Heilungschancen durch Früherkennung immer besser. Ärzte empfehlen eine Vorsorge ab 40. Foto: Jens Wolf/dpa
Nürnberg. 

Forscher arbeiten an einer neuen Methode zur möglichst frühen Erkennung des Grünen Stars. Denn schnelles Bemerken ist bei der Augenerkrankung das Wichtigste, wie der Präsident des Internationalen Augenchirurgen-Kongresses, Armin Scharrer, sagte.

Wenn beim sogenannten Glaukom das erste Symptom auftritt und der Patient etwa auf einem Auge schlechter sieht, sei die Krankheit schon sehr weit fortgeschritten. „Dann hat der Sehnerv bereits einen manifesten Schaden, und auch mit Behandlung kann das nicht mehr rückgängig gemacht werden.” In Nürnberg treffen sich etwa 6000 Augenspezialisten, um über verschiedene Augenerkrankungen und neue Behandlungen zu sprechen.

Ganz neu sei eine „vielversprechende” Methode, mit der beim Glaukom einzelne Nervenzellen sichtbar gemacht werden könnten, sagte Scharrer. Damit könne herausgefunden werden, wie viele Nervenzellen in bestimmten Regionen bereits geschädigt seien. „Das muss sicher nicht bei jedem gemacht werden, aber es ist ein deutlicher Schritt in eine noch bessere Diagnostik.” Die Technik von Forschern der Universitäten von Rochester und Pittsburgh sei jedoch noch in der Testphase. „Bis zur Praxis dauert es sicher noch ein bis zwei Jahre”, sagte Scharrer.

Aber auch mit anderen Methoden kann ein Grüner Star schon jetzt erkannt werden. Der Arzt misst dafür den Augeninnendruck. Außerdem sieht er sich mit einer Lupe den Sehnerv-Kopf an und überprüft das Gesichtsfeld des Patienten. „Damit kann man gut und früh erkennen, ob bereits Defekte da sind”, sagte Scharrer. In 60 bis 70 Prozent der Fälle sei diese Diagnostik vollkommen ausreichend. Bei Patienten, die extrem weit- oder kurzsichtig sind, muss zusätzlich die Hornhaut gemessen werden, denn ihre Dicke hat Einfluss auf den Augendruck. Auch per Computertomographie kann der Sehnerv untersucht werden.

Ursache des am häufigsten vorkommenden Offenwinkelglaukoms sei eine Abflussstörung des Kammerwassers im Auge. Dann steigt der Innendruck im Auge. Diese Form mache etwa 95 Prozent der Glaukome aus.

Das Gefährliche bei der Krankheit sei, dass sie „wie ein Dieb in der Nacht” komme, sagte Scharrer. „Es verläuft gemeinerweise ohne irgendein Symptom, man hat keine Schmerzen oder ein Druckgefühl. Man merkt erst, dass etwas kaputt ist, wenn schon viel kaputt ist.”

Daher sei die Vorsorge so wichtig. Ab dem 40. Lebensjahr solle man alle zwei Jahre zum Arzt gehen. In jüngeren Jahren kämen Glaukome „extrem selten” vor. Hier solle nur nachschauen lassen, wer in der Familie Fälle von Grünem Star hat. Denn neben hohem Blutdruck und Rauchen sei die genetische Veranlagung der Haupt-Risikofaktor.

Etwa 800 000 Menschen in Deutschland seien am Glaukom erkrankt, erläuterte Scharrer. Jedes Jahr erblindeten deshalb rund 1000 Patienten. Damit sei der Grüne Star inzwischen eine der häufigsten Erblindungsursachen neben der altersabhängigen Makuladegeneration und Diabetes.

Behandelt wird der Grüne Star mit Augentropfen, die den Augendruck senken; oder mit Laser, mit dem kleine Punkturen im Abflusssystem gesetzt werden - damit das Wasser besser abfließen kann. Oder auch mit einer Operation: Bei einem kleinen Eingriff können Mikrostents gesetzt werden, die den Abflusskanal offen halten. Und in schweren Fällen kann bei einem großen Eingriff ein zusätzliches Abflusssystem geschaffen werden. Scharrer sagte: „Das muss vielleicht noch in fünf Prozent aller Offenwinkelglaukome gemacht werden. Das ist viel seltener geworden durch die guten anderen Behandlungsmethoden.”

(dpa)
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