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Abnehmen: Blutgruppen-Diät im Test – Ehestreit möglich

Von Erst einmal hört sich das ja nicht sonderlich plausibel an: Essen darf man alles, was zur Blutgruppe passt. Auch unser Tester ist am Ende seiner Blutgruppendiät mehr als skeptisch. Von FNP-Mitarbeiter Harald Konopatzki
Harald Konopatzki hat die Blutgruppendiät getestet. Sein Fazit: Es geht auch einfacher. Foto: Privat Bilder > Harald Konopatzki hat die Blutgruppendiät getestet. Sein Fazit: Es geht auch einfacher. Foto: Privat
Zugegeben, eine Diät oder zumindest Ernährungsumstellung hatte ich wirklich nötig – ich wollte nie in den dreistelligen Kilo-Bereich rutschen. Aber auch wenn die Blutgruppendiät dazu geführt hat, dass ich in zwei Wochen rund vier Kilo verloren habe, bleibe ich skeptisch. Denn der Gewichtsverlust resultiert vor allem aus dem Umstand, dass es Tageszeiten gab, an denen ich schlicht zu faul war, die neunseitige, eng geschriebene Liste mit Lebensmitteln durchzuwälzen, um nach für mich geeigneten Zutaten zu suchen.

Zwar gibt es – wie für fast alles im Leben – auch für die Blutgruppendiät eine App. Aber Lebensmittel,  die ich noch nicht mal in ihrer deutschen Bezeichnung bewusst verzehre (Miso, Persimonen oder Kombualgen), bleiben auch in der englischen Version – zumal unbebildert – für mich ein Rätsel.

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Hinzu kommt, dass sich mir der Sinn nicht erschließt. Würde ich mit meiner Blutgruppe AB beispielsweise nur Getränke konsumieren, die für mich „sehr bekömmlich“ sind, bleiben nur Kaffee und einige Teesorten übrig. Selbst Mineralwasser hat es in meinem Fall nur auf den Status „neutral“ geschafft. (Bei den Blutgruppen A und B ist Wasser übrigens „zu meiden“, dafür können sich Menschen mit Blutgruppe A ausgiebig dem für sie sehr bekömmlichen Rotwein widmen).  

Ich habe mich nach anfänglicher Euphorie und großen Augen damit begnügt, auf Lebensmittel zu verzichten, die ich nach Meinung von Herrn Peter J. D’Adamo, dem Erfinder der Diät, meiden sollte. Und das sind eben auch die, vor denen jeder normale Ernährungsberater auch warnt. Mit Cola, Schnaps und Speck gelingt die Diät eben in keiner Blutgruppe. Dass dazu noch regelmäßiger Sport empfohlen wird, ist für mich eine mögliche Begründung dafür, dass B- und C-Promis Ende der 1990er die Blutgruppendiät als erfolgreich in den Himmel lobten.

Info

Das ist die Blutgruppendiät

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Während die Diät für Singles mit meiner Blutgruppe noch leidlich gut funktioniert, wird es bei Paaren schon schwer. Beispiel gefällig? Meine Frau hat Blutgruppe A und gehört damit zu denen, die an der Diät ohnehin kaum Freude haben werden, weil sie nur wenig essen dürfen. Wenn wir künftig nur „Fleisch“ wählen würden, das  für uns beide „sehr bekömmlich“ ist, gäbe es jedes Mal Weinbergschnecken. Nehmen wir noch unsere „neutrale“ Schnittmenge hinzu, dürften wir die Schnecken mit Pute abwechseln. Und das mit Alfalfasprossen, Grünkohl, Pastinaken, Löwenzahn oder Brokkoli, was so ziemlich die einzigen „sehr bekömmlichen“ Überschneidungen beim Gemüse sind.

Kurzes Fazit:

Ernährungsumstellungen mögen Sinn haben – in meinem Fall sind sie sogar notwendig.  Die Blutgruppendiät kann ich hingegen nicht empfehlen.
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