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Abnehmen: Low Carb-Diät im Test – bloß kein Zucker!

Von Nudeln, Brot, Süßigkeiten und andere Lebensmittel mit vielen Kohlenhydraten sind bei der Low-carb-Ernährung tabu. Stattdessen stehen viel Gemüse und Fleisch auf dem Ernährungsplan. Die Ernährung lässt Pfunde purzeln – ist aber in Deutschland bisher kaum angekommen. Von FNP-Mitarbeiterin Julia Rösch
Das Low-Carb-Brot, dass Julia Rösch selbst gebacken hat, besteht aus Quark, Leinsamen, Eiern und einen speziellen Eiweiß-Mehl-Mix aus dem Internet. Heraus kommt ein duftendes Weißbrot - das pro Scheibe nur zwei statt normal 40 Gramm Kohlenhydrate erhält. Foto: Privat Das Low-Carb-Brot, dass Julia Rösch selbst gebacken hat, besteht aus Quark, Leinsamen, Eiern und einen speziellen Eiweiß-Mehl-Mix aus dem Internet. Heraus kommt ein duftendes Weißbrot - das pro Scheibe nur zwei statt normal 40 Gramm Kohlenhydrate erhält. Foto: Privat
„Low carb“ bedeutet „wenige Kohlenhydrate“. Bei dieser Diät reduziert man also den Anteil kohlenhydratreicher Lebensmittel: Heißt: Keine herkömmlichen Nudeln, kein Reis, keine Produkte aus Weizenmehl, keine Süßigkeiten, Kuchen, Torten oder Obst. Und auch keine Fertiggerichte, in denen sehr oft viel Zucker steckt. Stattdessen: Fleisch, viel Gemüse und Produkte, die aus komplexen Kohlenhydraten bestehen, zum Beispiel Hülsenfrüchte.. Ziel ist, den Blutzucker- und damit den Insulinspiegel niedrig zu halten.
Insulin spaltet die Zuckerbausteine im Blut auf und sorgt dafür, dass sie in die Muskelzellen gelangen. Die Insulinausschüttung aktiviert aber auch die Fettspeicherung. Wer hingegen wenige Kohlenhydrate isst, hält den Blutzuckerwert niedrig, es ist kaum Insulin im Blut – und die Fetteinlagerung wird nicht angeregt. Durch die Low-Carb-Ernährung lernt der Körper mit der Zeit, seine Energie nicht aus den Zuckerspeichern zu ziehen, sondern aus Fett und Eiweiß.

Fazit

Ich habe Low Carb mit einer besonderen Motivation ausprobiert: Bei mir wurde Diabetes Typ 1 diagnostiziert. Da kommt mir eine Ernährung, die den Blutzuckerspiegel niedrig hält, sehr recht. Das Ergebnis ist verblüffend: Mein Blutzuckerspiegel hat sich auf fast gesundem Level eingependelt, ich muss nur noch einmal statt vier- bis fünfmal am Tag Insulin spritzen. Eine Low-carb-Mahlzeit hält mich länger satt und ich kann mein Gewicht gut halten.

Am Anfang ist die Umstellung allerdings nicht ganz leicht: Schließlich muss der Körper erst lernen, die Energie aus Eiweiß und Fett statt Kohlenhydraten zu ziehen. Ich hatte mit Kopfschmerzen zu kämpfen. Das ging nach ein paar Tagen aber vorbei.

Allerdings ist der Aufwand größer als früher: Ich plane länger im Voraus, gehe öfter frische Zutaten einkaufen, bestelle mehr online. Viel mehr Geld als früher gebe ich dennoch nicht für Essen aus: Bei Low carb fallen diverse Besuche beim Bäcker oder der Pommesbude weg. Klingt nach Verzicht, muss es aber nicht sein. In Amerika hat sich eine Low-Carb-Nische in der Nahrungsmittelindustrie gebildet. Es gibt spezielle Nudeln und Reis, die mit einem Bruchteil der Kohlenhydrate der herkömmlichen Produkte auskommen. So genannte Zuckeralkohole wie Erytrit oder Xylit süßen wie Zucker, werden aber nicht verstoffwechselt und beeinflussen nicht den Blutzucker. Und Eiweißbrot mit Wurst und Käse lässt sich kaum von einem Roggenbrot unterscheiden. Auch Knollen wie Topinambur sind ideal für Low Carb.

Das Problem: In Deutschland ist dieser Trend noch nicht angekommen. Eiweißbrot, Topinambur, Erytrit oder Quinoa – eine Reisart der Inka -  etwa gibt es zwar in manchen Supermärkten. Viele Produkte muss man aber teuer im Internet bestellen. Und es kostet Zeit. Mal eben eine Pizza bestellen – das geht nicht mehr. Wer sich konsequent low carb ernähren möchte, muss viel ausprobieren und selbst kochen. Einen Restaurantbesuch kann man dennoch genießen: Oft reicht es schon, auf die Beilage wie Pommes oder Bratkartoffeln zu verzichten und etwa um mehr Gemüse zum Steak zu bitten.
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