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Von null auf 42: Richtig trainieren für den Marathon

Einmal einen Marathon laufen - für viele ein großes Ziel. Aber wie bereitet man sich am besten darauf vor? Wann sollte man anfangen zu trainieren? Für wen ist ein Marathon überhaupt geeignet? Und ist das eigentlich gesund?
Marathonläufern geht es auch um das gemeinsame Erlebnis. Dafür allerdings tut es vielleicht auch ein Halbmarathon. Foto: Robert Günther Marathonläufern geht es auch um das gemeinsame Erlebnis. Dafür allerdings tut es vielleicht auch ein Halbmarathon.
Bamberg. 

Der angeblich erste Marathon-Läufer der Geschichte war als Sportler kein gutes Vorbild. Der Legende nach lief ein griechischer Bote nach der Schlacht von Marathon 40 Kilometer bis Athen, überbrachte die Siegesbotschaft und brach dann tot zusammen.

Das Problem, würden Experten heute analysieren, war vermutlich seine mangelnde Vorbereitung. Denn von null auf hundert läuft bei dieser geradezu übermenschlichen Strecke gar nichts. Mit der richtigen Vorbereitung dagegen sind die 42,195 Kilometer durchaus machbar. Aber was heißt hier richtig?

„Zwei Jahre”, sagt Ingalena Schömburg-Heuck. Diese Zeit sollte man sich als Anfänger nehmen, um sich auf einen Marathon vorzubereiten. Die Sportwissenschaftlerin und ehemalige Leistungssportlerin aus Bamberg hat selbst schon viele Wettkämpfe bestritten. Trainierte müssen nicht ganz so viel Zeit für die Vorbereitung einplanen. „Wer imstande ist, 20 Kilometer am Stück zu laufen, braucht zwölf Wochen für die Vorbereitung”, sagt Sportmediziner Fernando Dimeo aus Berlin - der Deutsche Marathonmeister der Ärzte.

Kuno Hottenrott, Professor für Sportwissenschaft an der Universität Halle-Wittenberg, rät, die eigene Leistungsfähigkeit zunächst professionell bestimmen zu lassen. Anfänger starten dann mit Fünf-Kilometer-Läufen, ein- bis zweimal pro Woche. „Strecke und Anzahl dann allmählich verdoppeln.” Nach drei Monaten sollten es wöchentlich 50 Kilometer sein.

Neben Trainingseinheiten gehören zur Vorbereitung auch Pausen: „Nach je drei Wochen sollte man sich eine Woche erholen - also nur 50 Prozent des Trainingsvolumens durchführen”, rät Hottenrott. Sonst sinkt nicht nur die Motivation, es steigt auch das Risiko, dass man wegen einer Verletzung aufgeben muss.

Wichtig aus Sicht der Experten ist auch ein gutes Ergänzungstraining. „Je besser der Gesamtkörper trainiert ist, desto besser wirkt die Muskulatur mit”, sagt Hottenrott. Er empfiehlt Radfahren, Walken oder Ganzkörpermuskeltraining im Fitnessstudio.

Vorsicht ist dagegen geboten, wenn jemand krank ist: „Joggen ist gesund für alle, die gesund sind”, betont der Sportwissenschaftler. Sportarzt Dimeo geht noch einen Schritt weiter: „Vom Marathon ist abzuraten”, sagt er. „Aus ärztlicher Sicht endet die Empfehlung bei 25 Kilometern.”

Als Strecke ideal ist ihm zufolge der Halbmarathon. Die kleine Schwester des Marathons ist vielleicht nicht ganz so aufregend, nicht ganz so spektakulär, beeindruckend und monumental. Doch das Halbmarathon-Training sei vielseitig, biete ausreichend Zeit für Ausdauer und Kräftigung und belaste das Immunsystem nicht zu sehr, ergänzt Schömburg-Heuck, 2010 selbst Deutsche Meisterin im Halbmarathon.

Für die Stimmung und den Teamgeist empfiehlt sie den Marathon als Staffellauf, mit Abschnitten von 6 bis 14 Kilometern. Denn geteiltes Vergnügen ist doppeltes Vergnügen - erst recht bei einer Strecke von 42,195 Kilometern.

(Von Ines Schipperges, dpa)

Bilderstrecke Richtig trainieren für den Marathon
Marathonläufern geht es auch um das gemeinsame Erlebnis. Dafür allerdings tut es vielleicht auch ein Halbmarathon.Mit einer kleinen Runde durch den Park ist es nicht getan, wenn man sich auf einen Marathon vorbereitet. Andererseits ist es nicht unbedingt gesund, 42 Kilometer am Stück zu rennen.Wer einen Halbmarathon oder Marathon laufen will, muss sich gut vorbereiten. Sonst drohen Verletzungen.
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