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So gelangt man zu mehr Gelassenheit

Weniger Stress und Aufregung im Leben - wer wünscht sich das nicht. Doch Gelassenheit kommt nicht von allein. Die Autorin Alexandra Reinwarth weiß, wie man zu mehr Ruhe und Ausgeglichenheit kommt.
Wieder zur Ruhe kommen - in stressigen Situation hilft, sich die Situation mal von oben anzusehen. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn Wieder zur Ruhe kommen - in stressigen Situation hilft, sich die Situation mal von oben anzusehen.
Barcelona. 

Das ganze Gehetze hat wieder mal nichts genutzt: Der Bus fährt einem vor der Nase weg. Der nächste Termin steht aber an - und schon schlägt das Herz wieder viel zu schnell. Mehr Gelassenheit wäre schön.

Diese beneidenswerte Fähigkeit, die Dinge einfach so hinzunehmen wie sie sind. Wem das schwerfällt, dem rät Alexandra Reinwarth, sich einfach mal aus der jeweiligen Situation „herauszuzoomen”. Die Journalistin hat sich lange mit der Frage beschäftigt, wie man mehr innere Ruhe findet - herausgekommen ist das Buch „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg”.

Fühlt sich jemand wahnsinnig gestresst, weil es wieder einmal nicht so läuft wie gewünscht, hilft es ihr zufolge bildlich gesprochen aus der Situation herauszutreten. Am besten stellt man sich vor, wie die Bushaltestelle von oben aussieht, dann die ganze Stadt, das Land, die Erde. „Sie werden feststellen: Von der Milchstraße aus gesehen ist das pünktliche Erscheinen beim nächsten Termin gar nicht mehr so entscheidend.”

Wer auf Dauer mehr innere Ruhe finden will, sollte versuchen, Druck rauszunehmen. „Viele Menschen sind getrieben von dem, was sie selbst und andere von ihnen erwarten.” Gegen das schlechte Gewissen, wenn man eine Bitte ausgeschlagen hat, hilft, die Situation gedanklich umzukehren: „Wäre ich beleidigt, wenn meine Nachbarin nicht mit ins Theater geht?” Vermutlich nicht.

Deutlich schwieriger ist es Reinwarth zufolge, die Erwartungen an sich selbst herunterzuschrauben. Sie empfiehlt, die Dinge erst einmal möglichst weit herunterzubrechen. Wer gern aussehen möchte wie ein Model, sollte sich folgende Frage stellen: „Bin ich bereit, dauerhaft weniger zu essen und täglich Sport zu treiben?”. Ist man es nicht, kann man das Projekt Luxuskörper besser gleich abhaken.

„Letztlich ist das meist auch eine Frage der Prioritäten”, sagt Reinwarth. Jeder sollte sich ab und an vor Augen führen, was ihm wirklich wichtig ist - und was weniger. So lernt man mit der Zeit, sich selbst so anzunehmen, wie man eben ist. „Das hilft ungemein, gelassener zu werden.”

Literatur: 

Alexandra Reinwarth: Am Arsch vorbei geht auch ein Weg. Wie sich mein Leben von Grund auf verändert hat, als ich mich endlich locker gemacht habe, mvg Verlag, 192 Seiten, 16,99 Euro, ISBN-13: 9783868826661

(dpa)
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