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Wann Herzrhythmusstörungen ein Fall für den Arzt sind

Viele Menschen nehmen ihren Herzschlag kaum wahr. Doch bei manchen gerät die Pumpe ab und an aus dem Takt - sie schlägt zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig. Muss man sich deshlab Sorgen machen?
Ein EKG sagt viel über den Herzschlag aus und damit auch, ob man unter Herzrhythmusstörungen leidet oder nicht. Foto: Oliver Krato Ein EKG sagt viel über den Herzschlag aus und damit auch, ob man unter Herzrhythmusstörungen leidet oder nicht. Foto: Oliver Krato
Berlin. 

Wenn das Herz mal einen Schlag aussetzt oder losrast, geraten viele Menschen Panik. Dabei schlägt kein Herz auf der Welt immer im Gleichtakt, erklärt Prof. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Was häufig vorkommt: sogenannte Extrasystolen, zusätzliche Herzschläge, die sich anfühlen, als stolpere das Herz. „Fast immer sind solche Rhythmusstörungen harmlos”, beruhigt der Kardiologe.

Wer sie öfter bemerkt, sollte sich zur Sicherheit beim Kardiologen durchchecken lassen. Manchmal weisen sie auf Herzerkrankungen hin. Das gilt es auszuschließen.

Richtig beängstigend für die Betroffenen ist das sogenannte Vorhofflimmern - wenn das Herz unvermittelt völlig aus dem Takt gerät und losrast. „Das kann ein paar Minuten dauern, Stunden oder Tage”, sagt Meinertz. Im Laufe des Lebens wird es häufig schlimmer, bis der Herzschlag irgendwann dauerhaft schnell und unregelmäßig wird.

Normalerweise zieht sich der Herzmuskel 60 bis 90 Mal pro Minute zusammen und pumpt dabei vier bis sechs Liter Blut durch die Gefäße. Beim Vorhofflimmern steigt der Puls auf bis zu 160 Schläge pro Minute. Das ist vergleichbar mit dem Herzschlag während einer intensiven Sporteinheit. Die Vorhöfe geben zudem unregelmäßig Impulse an die Herzkammern ab - daher die Stolperer. 1,8 Millionen Deutsche sind davon betroffen.

Das Flimmern an sich muss nicht behandelt werden. „Die Patienten bekommen allerdings dauerhaft einen Blutverdünner”, sagt Meinertz. Damit beugt man der Bildung von Blutgerinnseln vor und verringert so die Gefahr eines Gefäßverschlusses, der im Gehirn zum Schlaganfall führen kann.

Im Alter kommt noch eine weitere Rhythmusstörung vor: Aufgrund von Abnutzungserscheinungen schlägt das Herz älterer Menschen manchmal sehr langsam. Auch längere Aussetzer kommen vor. Ärzte sprechen vom sogenannten AV-Block. „Betroffene werden plötzlich unsicher, müssen sich festhalten, manche werden auch kurz ohnmächtig.”

Behandlungsbedürftig ist der AV-Block nur, wenn das Herz länger als fünf Sekunden am Stück aussetzt. Ob das der Fall ist, finden Kardiologen mit einem Langzeit-EKG heraus. Dann setzen Ärzte einen Schrittmacher ins Herz, der einspringt, wenn es aus dem Takt gerät.

Service:

Für Patienten mit Herzrhythmusstörungen bietet die Deutsche Herzstiftung den kostenfreien Ratgeber „Aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen heute” an. Anzufordern per Tel. unter 069/955128400 oder per E-Mail: bestellung@herzstiftung.de (Stichwort: Ratgeber „Aus dem Takt”).

(dpa)
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