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Was die Abkürzungen beim Blutbild bedeuten

Nach einer Blutuntersuchung und dem anschließenden Arztgespräch wollen viele Patienten den Laborbericht zu Hause noch einmal in Ruhe lesen. Doch in dem Bericht wimmelt es von Fachbegriffen und Abkürzungen. Ein Überblick über die wichtigsten Werte.
Ein Blutbild sieht für viele Patienten kryptisch und verwirrend aus. Am besten besprechen sie mit ihrem Arzt, was die Ergebnisse genau bedeuten. Foto: Andrea Warnecke Foto: dpa Ein Blutbild sieht für viele Patienten kryptisch und verwirrend aus. Am besten besprechen sie mit ihrem Arzt, was die Ergebnisse genau bedeuten. Foto: Andrea Warnecke
Stuttgart. 

LDL, GPT und RBC - das stammt nicht aus einem berühmten Hip-Hop-Song. Es handelt sich um gängige Abkürzungen aus einem Laborbericht nach einer Blutuntersuchung.

Fast jeder dürfte damit irgendwann einmal zu tun haben, sei es im Rahmen eines Gesundheits-Check-Ups oder vor einer Operation. Stellt sich dabei heraus, dass der eine oder andere Wert nicht ganz im Normbereich liegt, ist das kein Grund zur Panik. Blutwerte unterliegen Schwankungen.

Deswegen ist es wichtig, nicht allein über den Ergebnissen zu brüten - sondern gemeinsam mit dem Arzt zu schauen, was welcher Wert für den Einzelnen bedeutet. Trotzdem schadet es nicht, zu wissen, wofür welche Abkürzung steht. Ein Überblick.

Blutfette



Zu den Blutfetten, auch Lipide genannt, gehört unter anderem Cholesterin. Es gibt das LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein) und das HDL-Cholesterin (High Density Lipoprotein). LDL sorgt dafür, dass das in der Leber produzierte Cholesterin den Körper versorgt, während HDL ein Zuviel an Cholesterin zurück zur Leber transportiert. „Je niedriger der LDL-Cholesterinwert ist, desto besser”, erklärt Matthias Orth, Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Laborärzte. Optimal ist ein LDL-Wert von unter 160 Milligramm (mg) pro Deziliter (dl). Ist der LDL-Wert wiederholt darüber, dann ist dies ein Risikofaktor für Arterienverkalkung.

Glukose

Glukose, umgangssprachlich auch Blutzucker genannt, wird meist nüchtern gemessen. „Ein Diabetes mellitus wird dann diagnostiziert, wenn der Nüchternwert mehrfach über 126 mg/dl war”, erklärt Orth. Ein Nüchternzucker zwischen 100 und 125 mg/dl weist auf eine gestörte Glukosetoleranz hin. Das bedeutet aber nur ein erhöhtes Risiko, in der Zukunft an einem Diabetes zu erkranken. „Eine Krankheit ist das noch nicht.” Ein mehrfach niedriger Glukosewert kann auf eine Unterzuckerung hindeuten. Dann ist schnelles ärztliches Handeln gefragt, denn das kann lebensgefährlich sein.

Nierenwerte

In der Regel werden Harnstoff und Kreatinin untersucht. Bei Harnstoff liegt der Normalwert für Frauen zwischen 17 und 43 mg/dl, bei Männern zwischen 18 und 55 mg/dl. Bei Kreatinin beträgt der Normalwert 0,66 bis 1,09 mg/dl (Frauen) und 0,84 bis 1,44 mg/dl (Männer). Sind die Werte überhöht, dann liegt zumeist eine Funktionsstörung der Nieren vor. Niedrige Nierenwerte sind indes nicht unbedingt Anzeichen einer Erkrankung.

Leberwerte

Übermäßiger Alkoholkonsum kann erhöhte Leberwerte zur Folge haben. Dadurch kann die Leber Schaden nehmen, und lebenswichtige Funktionen wie der Stoffwechsel sind gestört. Kontrolliert werden die vier Enzyme GOT, GPT, Gamma-GT und die alkalische Phosphatase (AP). GOT steht für Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, GPT ist die Abkürzung von Glutamat-Pyruvat-Transaminase. Gamma-GT steht für Gamma-Glutamyl-Transferase. Bei Frauen sind die Werte jeweils kleiner als 35 Units pro Liter (U/l), bei Männern können die Werte etwas höher sein.

Erythrozyten

Das sind die roten Blutkörperchen - im Laborbericht werden sie häufig mit RBC oder ERY abgekürzt. Die Erythrozyten sind dafür zuständig, den Sauerstoff durch den Körper zu schleusen. Bei Männern sind 4,3 bis 5,6 Millionen „Erys” je Mikroliter normal, bei Frauen sind es 4,0 bis 5,4 Millionen „Erys”. „Liegen die Werte darüber, dann kann dies auf einen verminderten Sauerstoffgehalt im Blut infolge von Herz- oder Lungenerkrankungen hindeuten”, erklärt der Ratgeber-Autor Matthias Bastigkeit. Ursache für erhöhte Werte kann etwa ein starker Tabakkonsum sein. Zu wenig „Erys” sind möglicherweise ein Hinweis auf einen Eisenstoffmangel. Es kann aber auch ein Hinweis auf eine Tumorerkrankung sein.

Leukozyten

Sie gehören zu den weißen Blutkörperchen - abgekürzt LEUK oder WBC. Die Normwerte für Männer wie Frauen liegen zwischen 4000 und 10 000 Blutkörperchen je Mikroliter. Leukozyten haben die Aufgabe, Krankheitserreger abzuwehren. Es gibt drei Gruppen: Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten. Zu hohe Werte weisen auf eine akute Infektion mit Bakterien, Pilzen oder Parasitzen hin. Ist der Wert zu niedrig, dann kann dies ein Indiz unter anderem für Lebererkrankungen oder eine Vergrößerung der Milz sein.

Thrombozyten

PLT oder TRHO sind die Abkürzungen für Thrombozyten. Das sind kleine, scheibenförmige Plättchen im Blut. Sie sind wichtig bei der Blutgerinnung. Zwischen 150 000 und 400 000 Thrombozyten je Mikroliter sind bei Frauen wie Männern normal. Ein erhöhter Wert kann Hinweis auf eine schwere Infektion sein. Die Thrombozyten-Werte geben wichtige Hinweise auf Erkrankungen. Niedrige Werte haben unter Umständen ihre Ursache in schwerem Eisenmangel oder in Vitamin-B12-Mangel, aber auch Blutarmut oder Leukämie sind möglich.

Hämoglobin

Hämoglobin ist ein roter Blutfarbstoff. Seine Abkürzungen: HGB oder HG. Seine Aufgabe: Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Blut binden. Normalerweise liegt der Hämoglobin-Gehalt im Blut von Männern zwischen 14 und 18 Gramm je Deziliter, bei Frauen zwischen 12 und 16 Gramm je Deziliter. Sind die Werte niedriger, ist dies womöglich ein Hinweis auf eine Eisenmangelanämie. Höhere Werte können das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.

Hämatokrit

Hämatokrit (Abkürzung: HCT, HKT oder HK) gibt an, wie das Verhältnis von festen und flüssigen Bestandteilen im Blut ist. Normal ist ein Hämatokritwert von 40 bis 52 Prozent bei Männern und von 37 bis 45 Prozent bei Frauen. Ein hoher Wert ist ein Indiz dafür, dass das Blut dickflüssig ist. Dann besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden. Bei erhöhten Werten besteht ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen, aber etwa auch für einen Schlaganfall. Ein niedriger Wert kann auf Blutarmut hindeuten.

Literatur:

Matthias Bastigkeit: Meine Laborwerte. Stiftung Warentest, 12,90 Euro, ISBN-13 9783868511567.

(Von Sabine Meuter, dpa)
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