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Wenn Blinde mit den Ohren sehen

Blinde sehen zu lassen - das ist das Ziel vieler Wissenschaftler. Einer von ihnen hat nun ein Gerät entwickelt, das Bilder in Geräusche umwandelt.
Amir Amedi von der Hebräischen Universität in Jerusalem hat eine Brille für Blinde entwickelt. Mit dem neuen Gerät können Sehbehinderte Farben wahrnehmen und unterscheiden. Foto: Eyal Toueg/AMEDI LAB/dpa Amir Amedi von der Hebräischen Universität in Jerusalem hat eine Brille für Blinde entwickelt. Mit dem neuen Gerät können Sehbehinderte Farben wahrnehmen und unterscheiden.
Jerusalem. 

Mit einem neuen Gerät können Blinde Farben wahrnehmen und unterscheiden. Eine kleine, auf eine Brille aufgesetzte Kamera filmt dabei ein Objekt und übersetzt seine Eigenschaften in Töne oder Musik.

Blinde können so etwa zwischen grünen und roten Äpfeln unterscheiden. Die Technik kann aber auch helfen, Gesichtsausdrücke wie ein Lächeln wahrzunehmen, wie der Neurowissenschaftler Amir Amedi von der Hebräischen Universität in Jerusalem (Israel) erklärt, der das System entwickelt hat.

Das Projekt EyeMusic wird durch das EU-Forschungsprogramm „Horizon 2020” gefördert. Die Forschungsabteilung der EU-Vertretung in Israel hat es als „großartig” gelobt.

„Es ist ähnlich wie Delfine und Fledermäuse mithilfe von Geräuschen „sehen””, sagt Amedi. „Nach einem Training können blinde Personen Buchstaben erkennen, Tierbilder „sehen” und Objekte wie Schuhe finden.” Die Information werde durch das Gehör aufgenommen, bei der Verarbeitung würden aber auch Bereiche des Gehirns aktiviert, die für die visuelle Wahrnehmung zuständig sind - selbst wenn die Person von Geburt an blind ist.

Es gibt bereits eine App, mit der man die Sprache von EyeMusic lernen kann. „Ziel Nummer eins ist es, Blinden mehr Unabhängigkeit zu ermöglichen”, sagt Amedi.

2014 war vereinbart worden, dass Israel als erstes Land außerhalb von Europa an „Horizon 2020” teilnehmen kann. Das Förderprogramm sieht für die Jahre 2014 bis 2020 Ausgaben in Höhe von fast 80 Milliarden Euro für Forschung vor. Projekte von Amir Amedi werden bisher mit insgesamt 1,5 Millionen Euro unterstützt.

(dpa)
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