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Werkzeuge aus Licht helfen bei vielen Operationen

Drei Laser-Physiker bekommen in diesem Jahr den Nobelpreis - erstmals seit Jahrzehnten auch wieder eine Frau. Ein Jurymitglied erklärt, woran sie getüftelt haben. Und wie Ärzte die Entdeckungen schon jetzt nutzen.
Arthur Ashkin (l-r), Gerard Mourou und Donna Strickland sind die diesjährigen Nobelpreisträger für Physik. Hier sind sie auf einem Bildschirm in der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften zu sehen. Foto: Ye Pingfan/XinHua Arthur Ashkin (l-r), Gerard Mourou und Donna Strickland sind die diesjährigen Nobelpreisträger für Physik. Hier sind sie auf einem Bildschirm in der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften zu sehen.
Stockholm. 

Die drei Physik-Nobelpreisträger machen aus Licht extrem präzise Werkzeuge. Die Methoden kommen jedes Jahr etlichen Kranken zugute, wie Heiner Linke von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften der Deutschen Presse-Agentur erläutert.

Was ist der praktische Nutzen der beiden Erfindungen?

Linke: Beide Erfindungen machen Laserstrahlen zu hochpräzisen Werkzeugen. Am weitesten verbreitet ist die Technik von Gerard Mourou und Donna Strickland, die man zum Beispiel bei Augenoperationen nutzt. Bei vielen Menschen wird so jedes Jahr Kurzsichtigkeit korrigiert. Man kann dadurch viel Energie sehr präzise anwenden, Schichten von Atomen abtragen. Es gibt keine andere Technik, die das kann. Das ist relevant für viele Arten von Operationen, auch bei Krebs.

Gibt es weitere Anwendungen?

Linke: Die frühesten waren in der Wissenschaft: Man kann im Labor extreme Bedingungen nachstellen, die man sonst zum Beispiel nur weit weg im Weltall hätte. Man kann extrem schnelle Prozesse und kurze Distanzen untersuchen, die Bewegung eines einzelnen Elektrons, eines einzelnen Atoms.

Wie werden die Optischen Pinzetten angewandt?

Linke: Diese Technik wird hauptsächlich in der Biophysik genutzt, wenn es darum geht, den Körper zu verstehen. Um Muskelbewegungen zu verstehen, muss man auf einzelne Proteine schauen. Das wurde durch die Optischen Pinzetten möglich. Sie helfen beispielsweise dabei, zu verstehen, wie unser Herz schlägt. Es geht um die Basis des Lebens, um das, was in den Zellen passiert.

Strickland ist erst die dritte Frau, die einen Physik-Nobelpreis bekommt. Wird es künftig mehr weibliche Preisträger geben?

Linke: Wir freuen uns alle, dass es eine Frau ist. Wir denken alle, dass es an der Zeit war. Doch dem Nobelkomitee geht es nicht um das Geschlecht, genauso wenig wie um Länder oder Geografie. Die Preisträger reflektieren die Zusammensetzung der Wissenschaftsgemeinschaft vor etwa 20 Jahren. Deshalb erwarte ich absolut, dass der Anteil von Frauen mit der Zeit zunehmen wird.

ZUR PERSON: Heiner Linke ist Mitglied der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften und hat mit über den Nobelpreisträger abgestimmt. Der Deutsche ist Professor für Nanophysik an der Universität Lund und leitet das Forschungszentrum NanoLund.

(Von Theresa Münch, dpa)
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