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Geht das einfach so?: Worauf man beim Wechsel des Hausarztes achten sollte

Im besten Fall geht man über Jahre zu seinem Hausarzt - der kennt einen und kann Beschwerden entsprechend einordnen. Manchmal muss ein Wechsel aber sein, zum Beispiel bei einem Umzug. Dabei sollte man ein paar Dinge bedenken.
In Deutschland besteht das Recht auf freie Arztwahl - man kann entsprechend bis auf einige Ausnahmen jederzeit den Arzt wechseln. Foto: Christin Klose/dpa-tmn In Deutschland besteht das Recht auf freie Arztwahl - man kann entsprechend bis auf einige Ausnahmen jederzeit den Arzt wechseln. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Hamburg. 

Ein Umzug, eine Erkältung, die eine Lungenentzündung war, oder nur ein ungutes Gefühl: Manche hält es nicht ewig bei ihrem Hausarzt, sie wechseln in eine andere Praxis. Das ist in Deutschland kein Problem, denn es besteht das Recht auf freie Arztwahl. Doch es gibt Ausnahmen.

Was ist die Aufgabe des Hausarztes?

„Der Hausarzt kann als Facharzt für Allgemeinmedizin zahlreiche Symptome des Körpers im Sinne einer Krankheitsgeschichte einordnen”, erklärt Roland Stahl, Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. „Er behandelt diese dann selbst oder überweist den Patienten an einen spezialisierten Facharzt.”

Kann man nicht besser gleich zum Facharzt gehen?

Das können Patienten grundsätzlich natürlich machen. Vincent Jörres, Sprecher des Deutschen Hausärzteverbandes, gibt ein Beispiel, warum man es aus seiner Sicht aber nicht tun sollte: Geht ein Patient mit einer Bindehautentzündung zum Augenarzt, mit Gelenkschmerzen zum Orthopäden und mit Problemen beim Wasserlassen zum Urologen, behandeln die jeweiligen Fachärzte häufig nur die jeweiligen Symptome. Wäre der Patient mit seinen Beschwerden zum Hausarzt gegangen, hätte dieser vielleicht erkannt, dass der Patient Morbus Reiter haben könnte - eine entzündliche Gelenkerkrankung, bei der auch Augen und Harnröhre betroffen sind.

Kann man den Hausarzt einfach so wechseln?

Grundsätzlich besteht in Deutschland das Recht auf freie Arztwahl - man kann entsprechend bis auf einige Ausnahmen jederzeit den Arzt wechseln, sagt Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Was sind das für Ausnahmen?

Wer einen Vertrag zur sogenannten hausarztzentrierten Versorgung unterschrieben hat, ist je nach Vertragslaufzeit an seinen Hausarzt gebunden. „Die ganz freie Arztwahl hat man nicht mehr”, sagt Kranich. Der Patient muss in aller Regel als erstes beim Hausarzt vorstellig werden. Aber: „Gynäkologen, Kinder-, Zahn- oder Augenärzte sind davon ausgenommen.” Und in Notfällen oder wenn man in einer anderen geografischen Region krank wird, kann man auch direkt zum Facharzt gehen.

Wie findet man einen guten neuen Arzt?

Es kann hilfreich sein, sich im Freundes- und Bekanntenkreis umzuhören. Wer eine Empfehlung bekommt, sollte immer auch fragen, warum derjenige diesen Arzt gut findet, sagt Kranich. Schließlich hat nicht jeder die gleichen Ansprüche. Auch im Internet finden sich Ärzte-Bewertungen auf speziellen Portalen. „Da würde ich nie drauf vertrauen”, sagt Kranich und verweist auch auf erfundene Bewertungen. Er empfiehlt die Arztsuche über die Weiße Liste der Bertelsmann Stiftung, die vor Manipulation besser geschützt sei.

Worauf sollte man beim Hausarztwechsel achten?

Wichtig ist, dass der neue Hausarzt alle notwendigen Informationen bekommt. Dazu sollte er die Inhalte der Patientenakte kennen. Ärzte sind verpflichtet, Patientenakten zehn Jahre lang aufzubewahren, das Original bekommen weder der Patient noch der neue Arzt. Aber der Patient kann seine Akte in der alten Praxis zum Beispiel gegen eine Gebühr kopieren lassen und sie dem neuen Arzt geben.

Service:

Für 1,30 Euro können sich Patienten die Broschüre: „ Wie finde ich den richtigen Arzt? ” der Verbraucherzentrale Hamburg herunterladen.

(Von Elena Zelle, dpa)
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