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Ziehen oder veröden: Besenreiser und Krampfadern loswerden

Sichtbare Äderchen an den Beinen sehen unschön aus, müssen aber nicht gefährlich sein. Wie unterscheidet man die harmlosen von den behandlungsbedürftigen? Und was tun Ärzte, um sie zu entfernen?
So sieht es aus, wenn ein Chirurg eine Krampfader zieht. Patienten sollten darauf achten, dass der Operateur diesen Eingriff häufig vornimmt. Foto: Andrea Warnecke/dpa So sieht es aus, wenn ein Chirurg eine Krampfader zieht. Patienten sollten darauf achten, dass der Operateur diesen Eingriff häufig vornimmt. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Hamburg. 

Rohe Kartoffeln oder unreife Tomaten - durchs Netz geistern alle möglichen vermeintlichen Mittel gegen erweiterte Hautgefäße, sogenannte Besenreiser. Nur helfen sie nicht, stellt Guido Bruning klar.

Er ist Venenspezialist am Hamburger Krankenhaus Tabea. „Besenreiser kann man nicht selbst behandeln”, sagt er. Wer sie loswerden möchte, muss zum Arzt gehen. Notwendig ist das allerdings nicht. Besenreiser sind nicht gefährlich. „Es handelt sich um ein rein kosmetisches Problem”, sagt Bruning. Bei der Behandlung pikst der Arzt die erweiterten Blutgefäße in Beinen an und spritzt ein Verödungsmittel hinein. Drei bis vier Sitzungen sind notwendig, um die blauen Äderchen zum Verschwinden zu bringen. Jede Sitzung kostet Bruning zufolge zwischen 40 und 100 Euro. Die Krankenkassen bezahlen das nicht.

Anders sieht es bei Krampfadern aus. Das sind erweiterte Beinvenen, die man von außen gut ertasten kann und die sich an den Beinen hinaufschlängeln. Im Gegensatz zu Besenreisern gehen sie auf einen Klappenschaden in den Venen zurück.

Normalerweise werden die Venen von der Muskel-Waden-Pumpe angeregt, das nach unten fließende Blut wieder in Richtung Herz zu befördern. Sind die zugehörigen Ventile - die Venenklappen - jedoch nicht mehr richtig dicht, fließt das Blut wieder zurück. Zudem leiern die Venen aus. „Ob eins das andere bedingt, also die beschädigten Klappen die Venen ausleiern oder ob beides zugleich passiert, wissen wir noch nicht”, erklärt Bruning.

Krampfadern sollten behandelt werden, weil sonst chronische Wunden entstehen können, die nicht mehr verheilen. „Der Patient kann Kompressionsstrümpfe tragen.” So wird die Transportkapazität in den Venen durch einen äußeren Reiz erhöht.

Mit örtlicher Betäubung und einem kleinen Schnitt in der Leiste kann ein Venenspezialist die betroffene Hauptvene auch herausziehen. „Die dritte Möglichkeit besteht darin, die Vene „durchzukochen”.” Dafür wird unterhalb des Knies ein Katheder in die Vene geschoben. Anschließend wird sie mit Strom oder Licht erwärmt. Danach stirbt das Gewebe ab. Wird der Eingriff - egal, ob mit einem Schnitt oder Katheder - gut durchgeführt, kommen Krampfadern laut Bruning selten wieder. Woran man einen guten Operateur erkennt? Bruning rät, dort hinzugehen, wo der Eingriff häufig durchgeführt wird.

Vorbeugen lässt sich weder bezüglich Besenreisern noch Krampfadern. Ärzte gehen davon aus, dass die Entstehung genetisch bedingt ist. Mit Spaziergängen kann man allerdings den Rückfluss des Blutes etwas ankurbeln. Und wer schon Besenreiser oder Krampfadern hat, sollte nicht unbedingt drei Mal in der Woche in die Sauna gehen. Dabei werden die Blutgefäße zusätzlich weit gestellt.

(dpa)
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