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Die häufigsten Missverständnisse bei Haustieren

Wenn Meerschweinchen quieken, fühlen sie sich wohl. Wedeln Hunde mit dem Schwanz, freuen sie sich, und Fische sind taub. Das sind zumindest die gängigsten Interpretationen tierischen Verhaltens. Doch nicht alle dieser Weisheiten stimmen.
Meerschweinchen werden nicht gerne gestreichelt. Sie verfallen in Angststarre, wenn sie hochgehoben werden. Foto: Andrea Warnecke Bilder > Foto: dpa Meerschweinchen werden nicht gerne gestreichelt. Sie verfallen in Angststarre, wenn sie hochgehoben werden. Foto: Andrea Warnecke
Neubiberg. 

Haustiere sind vor allem bei Kindern gefragt. Sie lassen sich knuddeln und sind gute Freunde. Doch nicht für alle ist das permanente Streicheln und Hochheben eine Wohltat. So nehmen Tierhalter Rücksicht und interpretieren die Körpersprache ihrer Vierbeiner richtig:

Meerschweinchen und Kaninchen:

Meerschweinchen und Kaninchen sind nicht als Streicheltiere geeignet. Heben die Besitzer sie aus ihrem Käfig und fassen sie an, bleiben sie regungslos sitzen. „Das ist eine Angststarre, ein Reflex”, sagt Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund . Kaninchen legen außerdem die Ohren an und ducken sich weg, erklärt Ursula Bauer von der Tierschutzorganisation Aktion Tier. „Sie genießen es nicht, gestreichelt zu werden, sie haben Panik.”

Als Beutetier ist das Kleinmachen und Erstarren ihre Art, sich vor Angreifern zu verstecken. Deshalb sollte man weder Kaninchen noch Meerschweinchen von oben greifen, weil sie dann glauben, von Fressfeinden gefasst zu werden. Besser ist es, sich zu den Tieren auf den Boden zu setzen und sie auf Augenhöhe zu beobachten.

Meerschweinchen geben verschiedene Laute von sich. Wenn sie Angst haben, pfeifen oder quieken sie. Quieken steht also nicht immer für Freude.

Hamster:

Hamster sind ebenfalls nicht die idealen Spielpartner für kleine Kinder. „Tagsüber mögen sie es nicht, aus dem Käfig gehoben zu werden, weil sie dann eigentlich schlafen”, erläutert Astrid Behr, Sprecherin des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte. Dann können sie beißen, um sich zu verteidigen. Nachts sind sie dagegen aktiv, also gerade zu der Zeit unterwegs, wenn die menschlichen Besitzer schlafen.

Hunde und Katzen:

Wedelt ein Hund mit dem Schwanz, muss das nicht unbedingt Freude bedeuten. Eine geduckte Haltung, leicht angelegte Ohren und Knurren oder Bellen sind deutliche Zeichen für Aggression. Bei einer entspannten Körperhaltung dagegen ist das Schwanzwedeln positiv zu werten.

Schlagen Katzen mit dem Schwanz hin und her, heißt das: „Pass auf und lass mich in Ruhe”, erklärt Gerlach. Auch hier sind das Anlegen der Ohren und verengte Pupillen untrügliche Hinweise auf ein kampfbereites Tier.

Fische:

„Als Anfänger meint man, es sei leichter, ein kleines Aquarium zu unterhalten, aber die Wasserwerte lassen sich in einem großen Becken ab mindestens 60 Liter leichter stabilisieren”, sagt Gerlach.

Überhaupt ist viel Wissen notwendig, um Fische artgerecht zu behandeln. Auf keinen Fall sollten Halter gegen die Scheibe klopfen, weil sie glauben, Fische seien taub. Die Tiere bemerken das Klopfen durchaus. „Sie spüren die Schallwellen und die Erschütterung”, sagt Bauer.

Papageien und Sittiche:

Beide Vogelarten sind stets als Paar im Schwarm unterwegs. Um zu kommunizieren, ahmen sie die Schreie der anderen Schwarmmitglieder nach. „Werden sie allein gehalten, fangen sie an, menschliche Laute nachzuahmen, um Aufmerksamkeit zu erlangen”, erklärt Bauer. Natürlich, ohne diese zu verstehen. „Menschen interpretieren das aber gerne als Unterhaltung.”

(Von Bernadette Winter, dpa)
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