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Katzen kastrieren: Was dafür spricht und was dagegen

Das Bild umherstreunender Katzen kennen viele Leute aus dem Urlaub. Zu Hause ist unerwünschter Nachwuchs für Halter aber keine Option: Deshalb lohnt es sich, das Thema Kastration ernst zu nehmen.
Nachteil einer Kastration: Durch die Hormonumstellung werden manche Tiere sehr träge. Foto: Franziska Gabbert Nachteil einer Kastration: Durch die Hormonumstellung werden manche Tiere sehr träge. Foto: Franziska Gabbert
Hamburg. 

Spätestens, wenn die eigene Katze draußen regelmäßig auf Streifzüge geht, stellt sich für Halter die Frage nach der Kastration. Die Fortpflanzungsorgane zu entfernen, verhindert nicht nur unerwünschten Nachwuchs, sondern birgt weitere Vorteile.

„Bei Katern reduziert sich etwa der Radius, in dem sie wandern. Daher verringert sich die Unfallwahrscheinlichkeit”, erklärt Sarah Ross, Heimtierexpertin der Organisation Vier Pfoten. Auch für weibliche Katzen ist die Kastration sinnvoll. „Die weiblichen Tiere haben oft starke Schmerzen, wenn sie rollig sind und hören teilweise sogar auf zu fressen”, sagt Ross. Die Kastration sorgt dafür, dass die Katze nicht mehr rollig wird. Für einen optimalen Ablauf spielt der Zeitpunkt der Kastration eine wichtige Rolle. „Sinnvoll ist es, die Tiere noch vor der Geschlechtsreife, also mit dem fünften Lebensmonat kastrieren zu lassen”, rät Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund.

Vor der Kastration wird das Tier erst einmal gründlich untersucht. Daraufhin werden die Keimdrüsen entfernt, beim männlichen Tier also die Hoden und beim weiblichen Tier die Eierstöcke. Während des gesamten Eingriffs steht die Katze oder der Kater unter Vollnarkose. Der Schnitt ist bei Katzen etwa 1,5 bis 2 Zentimeter groß und wird vernäht. „Viele Tierärzte nutzen dazu resorbierbares Nähmaterial, das sich automatisch von selbst auflöst”, sagt Lea Schmitz. Passiert das nicht, muss die Katze nach zehn Tagen erneut zum Tierarzt, um die Fäden gezogen zu bekommen. Bei Katern wird der Schnitt nicht vernäht, da dies den Heilungsprozess stören würde.

Der Eingriff dauert nur etwa 15 Minuten. „Die Kastration ist ein ambulanter Eingriff, das Tier kann also kurz nach der Operation in der Regel ohne Probleme wieder mit nach Hause genommen werden”, erklärt Kleintierpraktiker Uwe Tiedemann. Dabei müssen Halter aber beachten, dass die Katze aufgrund der Narkose etwa fünf Stunden nach der OP nichts fressen darf.

Die Kastration gehört für Tierärzte zum täglichen Geschäft und stellt einen Routineeingriff dar. Meist treten daher keine Komplikationen auf. Möglich ist aber, dass die Katze Kreislaufprobleme bekommt oder eines der Medikamente nicht verträgt. In seltenen Fällen können auch Blutungen auftreten.

Langfristig gesehen bietet die Kastration deutliche Vorteile. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Tumore entstehen, wird durch den Eingriff verringert”, sagt Tiedemann. Außerdem sinke die Verletzungsgefahr der Tiere, da sie weniger mit Artgenossen kämpfen. Auch das Problem unkontrollierter Vermehrung wird natürlich gestoppt. „Gerade in den Frühlings- und Sommermonaten sind die Tierheime mit Katzen überfüllt”, sagt Schmitz.

Die Kastration kann aber auch negative Entwicklungen mit sich bringen. „Oft ist eine Gewichtszunahme zu beobachten und die Katzen bekommen eine Kastrationswampe”, sagt Ross. Der Eingriff in den Hormonhaushalt sorge außerdem häufig dafür, dass die Tiere fauler würden.

Die Kosten der Kastration richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Für Kater liegt der Kostenpunkt im günstigsten Fall zwischen etwa 60 und 80 Euro. Bei weiblichen Katzen ist der Eingriff aufgrund der aufwendigeren Operation teurer. Hier zahlt der Halter etwa zwischen 100 und 120 Euro.

(Von Leonie Merheim, dpa)
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