Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Anzeigen

Katzen und Knochen: Hundekeksbäcker formen Trend

Von Christine Cornelius, dpa Mit Käse, Banane oder doch lieber Honig? In Hundekeksbäckereien kommen Vierbeiner auf den Geschmack. Rund 40 registrierte Anbieter gibt es in Bayern. Der Verband Tiernahrung sieht einen Trend. Hundekeks in Katzenform: Welcher Vierbeiner würde da nicht auf den Geschmack kommen? (Foto: Armin Weigel) Hundekeks in Katzenform: Welcher Vierbeiner würde da nicht auf den Geschmack kommen? (Foto: Armin Weigel)

Regensburg. 

Mit Käse, Banane oder doch lieber Honig? In Hundekeksbäckereien kommen Vierbeiner auf den Geschmack. Rund 40 registrierte Anbieter gibt es in Bayern. Der Verband Tiernahrung sieht einen Trend.

Alles fing mit dem empfindlichen Magen ihres Hundes Flipp an. Sabine Beintinger begann, ihrem Liebling selbst etwas zu backen. Sie schaute in Kochbücher, experimentierte mit Zutaten, fügte hier ein bisschen Banane hinzu und ließ dort ein wenig Käse weg. Flipp habe ihre Leckerlis gut vertragen, und auch anderen Vierbeinern hätten ihre Kreationen gefallen. Heute betreibt Beintinger eine Hundekeksbäckerei in der Regensburger Altstadt. Ihre Kokoskugeln, Fencheltaler und Bananenwürfel verkauft sie in 100-Gramm-Packungen. Eine Hälfte ihrer vegetarischen Leckerlis backt sie im heimischen Herd, die andere liefert ein Konditor an.

Eine Hundekeksbäckerei eröffnen zu wollen, liege im Trend, sagt Fachreferentin Lisa Krämer vom Deutschen Verband Tiernahrung. "Wir bekommen verhältnismäßig viele Anfragen von Privatleuten - ob die das dann auch alle umsetzen, ist eine andere Frage." Für die großen Hersteller seien die Hundekeksbäckereien zumindest anfangs keine ernstzunehmende Konkurrenz. "Sicher entwickelt sich der ein oder andere dahin, dass er größer wird, aber das sind ganz andere Mengen, als unsere Mitglieder produzieren." Für Privatleute sei die Produktion schwierig umsetzbar. Bei den großen Herstellern gebe es aus gutem Grund ganze Abteilungen für Tiergesundheit und Sicherheit.

Beintinger will den Branchenriesen gar keine Konkurrenz machen. "Reich werden kann man damit definitiv nicht", sagt sie. "Man muss wirklich mit dem Herzen bei der Sache sein." Ihre Hundekeksbäckerei betreibe sie nebenbei, den Gewinn aus den Leckerlis spende sie an Tierschutzorganisationen. Beintinger sticht die Kekse per Hand aus und benutzt Zutaten wie geriebenen Parmesan, Buchweizen, Honig und Spinat. Kein Wunder, dass manche Hundebesitzer die Snacks nicht nur für ihren Vierbeiner kaufen, sondern das ein oder andere Käsekätzchen selbst essen.

Allein in Bayern zählen die Behörden rund 40 Hundekeksbäckereien. Die meisten Anbieter betrieben ihr Gewerbe in einem übersichtlichen Rahmen, sagt die Leiterin der zuständige Futtermittelüberwachung im Freistaat, Claudia Thielen. Ein Hundekeksbäcker sei ein Futtermittelhersteller und müsse daher bestimmte EU-Vorschriften einhalten. "Er muss seinen Prozess analysieren und feststellen, ob darin Risiken enthalten sind."

Thielen erläutert: "Wenn uns jemand plausibel darlegt, dass er sich über seinen Prozess Gedanken gemacht hat, akzeptieren wir das auch und legen die Messlatte nicht so hoch wie bei einem Nutztierfutterhersteller, der tausende Tonnen produziert." Die Snacks zu backen, sei nicht kompliziert. "Die Hundekeksbäcker gehören nicht zur größten Risikogruppe", sagt sie. Für das Gewerbe interessierten sich die unterschiedlichsten Gruppen. Von der Hausfrau, die gern backe, bis zum Hundetrainer sei alles vertreten.

Die Ausarbeitung für die Behörde sei unheimlich viel Arbeit gewesen, erinnert sich Beintinger. "Wir haben uns wirklich schwergetan, uns durch diese Geschichte zu kämpfen." Sie erstellte eine Mappe mit Angaben etwa zu Einkauf, Transport und Lagerung der Rohstoffe. Außerdem schrieb sie auf, welche Risiken sich bei der Produktion ergeben und wie sie diese überwachen will. Die Analyse sei erfolgreich gewesen, es habe sich niemand beschwert, erzählt Beintinger. Heute bietet sie in ihrem kleinen Laden rund 15 Sorten an - in Form von Blättern, Katzen, Knochen oder Brezeln.

Zur Startseite Mehr aus Haustiere
Jetzt kommentieren

Nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Mit * gekennzeichnete Felder, sind Pflichtfelder!

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wie viel ist 7 + 11: 




Mehr aus Haustiere
Außengehege für kleine Nager auch unten und oben sichern
Außengehege für Nagetiere sind von allen Seiten gut zu schützen. Foto: Ursula Düren

Hamburg. Meerschweinchen, Kaninchen und Co. freuen sich über Auslauf in einem Freigehege mit viel Platz und frischem Gras. Dabei ist es wichtig, das Gehege ausreichend zu schützen. mehr

clearing
Krabbeln im Wohnzimmer: Käfer sind spannende Haustiere
In Zoohandlungen können Hirschkäfer für das Terrarium zu Hause gekauft werden. Foto: Horst Ossinger

Overath. Im Wald findet man sie in großer Zahl. Aber wer kann sich vorstellen, Käfer bei sich zu Hause zu halten? So abwegig ist die Idee gar nicht. Im Terrarium lassen sich die spannenden Körper und Bewegungen der Insekten genau betrachten. mehr

clearing
Naschen erlaubt: Das Einmaleins der Leckerlis

Hamburg. Schweineöhrchen, Milchcreme aus der Tube und Knuspertaschen: In Super- und Tierfuttermärkten stapeln sich die Leckerlis für Hund und Katze. Doch ist Naschwerk für den Vierbeiner überhaupt gut? mehr

clearing
Schattenseite des Sommers: Hitzeschutz für Haustiere
Hunde kühlen sich mit Trinken und Hecheln ab. Genug Flüssigkeit für den Vierbeiner bereitzustellen, ist besonders wichtig. Foto: Markus Scholz

Hannover. Der Hund hechelt mit gerecktem Hals, die Katze liegt nur noch schlapp in der Ecke: Hitze kann Haustieren ganz schön zusetzen. Halter sollten auf ihre Vögel, Meerschweinchen und Kaninchen besonders achten. mehr

Fotos
clearing
Tier verliert Gewicht: Bauchspeicheldrüse untersuchen lassen
Ist nicht ganz klar, woran ein Tier leidet, sollte der Arzt die Bauchspeicheldrüse untersuchen. Foto: Patrick Pleul

Berlin. Besorgt schaut der Besitzer auf sein Haustier: Es ist nicht mehr so aktiv wie sonst, sondern matt und ohne Appetit. Abgenommen hat es auch noch. Bei diesen Symptomen ist ein Besuch beim Tierarzt nötig. Der sollte sich auch die Bauchspeicheldrüse ansehen. mehr

clearing
So eine Hitze! Tiere brauchen eine Abkühlung
Bei der Hitze hilft nur eine Abkühlung. Foto: Felix Kästle

München. Der Sommer gibt Gas: Mehr als 35 Grad sagen Meteorologen voraus. Da stöhnen Mensch und Tier gemeinsam. Für beide sind in diesen Tagen Wasser und Schatten wichtig. Und es wird wieder gewarnt: Keine Tiere im Auto lassen. mehr

clearing

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv Themen Mediadaten Kontakt Impressum Datenschutz AGB

© 2015 Frankfurter Neue Presse