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Tollpatschige Schmusetiere: Ragdolls sind Familienkatzen

Ragdolls sind ganz besondere Katzen. Diese Haustiere wollen einen festen Platz in der Familie haben, ähnlich wie Hunde. Belohnt werden Halter dafür mit großen Gefühlen.
Ragdolls sind sehr verschmust und immer für Streicheleinheiten zu haben. Foto: Henrik Josef Boerger Ragdolls sind sehr verschmust und immer für Streicheleinheiten zu haben. Foto: Henrik Josef Boerger
Berlin. 

Blaue Augen, süße Stupsnasen und flauschiges Fell: Benny und Björn sind Brüder. Die beiden Ragdoll-Kater sind reine Hauskatzen. Sie leben mit Rosana Pfaffe und ihrem Mann in einer Berliner Wohnung. „Im Freien oder gar in der Wildnis wären unsere Jungs aufgeschmissen”, sagt Pfaffe.

Das hört sich für Katzen eher ungewöhnlich an. Für diese Rasse trifft es aber zu: Ragdolls sind extrem zutraulich und menschenfreundlich. „Sie kennen keine Feinde”, erklärt Züchterin Anke Falck aus Golzow. „Sie würden mit jedem mitgehen und Straßenverkehr oder gar angreifende Tiere nicht als Gefahr erkennen”, sagt sie. Pfaffe bestätigt: „Als wir Benny und Björn zum allerersten Mal sahen, sind sie ohne Scheu auf uns zugelaufen und haben sich für uns interessiert.”

Zwei Monate waren die Kater damals alt und sahen fast aus wie Zwillinge. Das Fell war noch nahezu weiß. Ihre typische Fellzeichnung und -farbe entwickeln Ragdolls erst später, innerhalb der ersten paar Lebensjahre. „Als sie im Alter von vier Monaten zu uns kamen, deutete sich im Gesicht und an den Ohren ein bisschen Farbe an,” sagt Pfaffe. Inzwischen sind die Kater 18 Monate alt und man kann sie deutlich unterscheiden.

Björn hat eine Bicolour-Zeichnung (Gesichtsmaske mit umgedrehtem V), Benny ist ein Colourpoint (dunkle Maske, Pfoten, Ohren und Schwanz). Darüber hinaus gibt es noch die Varianten Mitted (weiße Pfoten), Tabby (Streifen) und Tortie (dreifarbig). „Farblich unterscheidet man Chocolat (Schokoladenfarben), Lilac (Gletschergrau), Blue (Blaugrau) und Seal (dunkles Braun)”, erklärt Züchterin Manuela Eichler-Bay aus Berlin von der Interessengemeinschaft Ragdoll . Das sind die Klassiker. Seit einigen Jahren werden auch die Farben Cream (Apricot) und Red (Orangeton) gezüchtet.

Ragdolls wollen unterhalten werden und sind nicht gerne alleine. Sie erwarten Aufmerksamkeit und Abwechslung. Sonst langweilen sie sich und stellen unter Umständen Blödsinn an. „Deshalb sollten es grundsätzlich immer zwei Katzen sein”, sagt Eichler-Bay. Das gilt vor allem für berufstätige Halter, weil man die Katzen dann ohne weiteres ein paar Stunden alleine lassen kann. Auch mit anderen Haustieren, beispielsweise einem Hund, verstehen sie sich gut. Diese Katzen sind bestens geeignet, wenn es Kinder in der Familie gibt. „Wenn ich zu Hause am Schreibtisch sitze, legt sich Björn gerne auf die Tischplatte und möchte gestreichelt werden”, sagt Pfaffe.

Wer einen Balkon oder eine Terrasse hat, muss aufpassen. Wo andere Katzen zielsicher springen und jagen, stellen sich Ragdolls auch mal ungeschickt und tollpatschig an. Deshalb sollte der Balkon möglichst mit einem Netz, die Terrasse mit einem Zaun gesichert sein. Björn kletterte zum Beispiel einmal arglos aus einem offenen Fensters aufs Dach. Glücklicherweise konnte er unversehrt gerettet werden. Seither ist das Fenster katzensicher. Und Benny rennt manchmal derart schwungvoll um die Ecke, dass es ihm die Hinterläufe wegreißt und er mit dem Po über das Parkett rutscht.

„Fliegt ein Insekt direkt an der Nase vorbei, schauen sie erst einmal verdutzt, was das ist,” sagt Pfaffe. Auch an Vögeln am Fenster sind sie nicht immer interessiert und genießen lieber die wärmende Sonne. „Ihr Jagdinstinkt ist nicht besonders ausgeprägt”, erklärt Falck. „Aber dafür lieben es einige meiner Ragdolls, zum Beispiel auf dem Staubsauger zu sitzen und mitzufahren.” Und wer seine Waschmaschine füllt, sollte vorher nachschauen, ob aus der Trommel blaue Augen blinzeln. Die Katzen sind einfach immer da, wo sich ihre Bezugsperson aufhält. Schläft ein Ragdoll und der Halter verlässt den Raum, springt das Tier sofort auf und hüpft aufgeweckt hinterher.

„Ragdoll” kommt aus dem Amerikanischen und heißt so viel wie „Lumpenpuppe”. Das ist eine Puppe, die aus Stoffresten zusammengenäht ist und keine Gelenke hat. „Den Namen erhielt die Rasse von der US-Amerikanerin Ann Baker, die die Ragdoll Anfang der 60er Jahre zum ersten Mal gezüchtet hat”, sagt Manuela Eichler-Bay. Warum? Fühlt sich eine Ragdoll-Katze auf dem Arm wohl, lässt sie sich auch mal schlaff durchhängen - ohne jegliche Körperspannung. Bei dieser Rasse passiert das häufig, bei anderen Katzenrassen ist das eher selten.

(Von Annette Meinke-Carstanjen, dpa)
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